Nun ich sehe das ganze etwas differenzierter. Man muss immer beide Seiten betrachten und da kann man imho nicht unbedingt sagen, dass "endlich" die Preise steigen. Fakt ist, dass der Speicher-Markt einfach total übersättigt ist. Da tummeln sich so viele Hersteller, dass man fast schon den Überblick verlieren kann. Der Bereich steht eigentlich exemplarisch für die ganze Computer-Branche. Nach dem totalen Boom sind neue Hersteller doch zu Hauf aus dem Boden gewachsen. Es ist doch klar, dass sich der Markt irgendwann wieder selbst reinigen wird und eben nur die starken überleben. Das ist eben der Gang der Dinge laut Darwin und negativ ist das nicht unbedingt.
Man muss schließlich festhalten, dass je größer die Konkurrenz immer ein extrem harter Preiskampf entsteht. Vor allem wenn man sich bewusst macht, dass die Hardware Heutzutage kaum mehr unterschiede Aufweist. Der größte Unterschied lässt sich mittlerweile im Aussehen finden, der Rest ist ziemlich genormt. Zudem sind Enthusiasten-Produkte fast total unnötig geworden. Leistung ist im totalen Überfluss vorhanden. Ob wir einfach technologisch schon so toll ist oder die Software-Entwickler nur zu lahm ist dabei eine Frage für sich. Schlussendlich bleibt also gar nicht viel Raum für individuelle Produkte und wegen dem enormen Preisdruck kann man davon ausgehen, dass die Qualität leidet. Heutzutage ist die Technik so ausgereift, dass es kaum mehr einen Unterschied macht, was man in den Rechner baut aber trotzdem kann man das wohl als Rückschritt anführen.
Es heißt ja auch, dass viele Köche den Brei verderben und deswegen wäre es vielleicht gar nicht mal so schlecht, wenn sich bei den Komponenten jeweils nur die besten Hersteller durchsetzen. Im Bereich der Mainboards ist diese Selektion ja auch im vollen Gange. Wenn man nur ne Hand voll Konkurrenten hat, die aber allesamt hohe Kapazitäten fahren und viel know-how haben hebt sich der Konkurrenzkampf sogar auf die nächste Stufe. Und das gute ist, dass alle Unternehmen einen großen Teil vom Kuchen abbekommen und somit ganz andere Grundlagen vorfinden als wenn sich da 20 Anbieter balgen. Da bedarf es dann ein langen "Krise" um so ein Unternehmen in Bedrängnis zu bringen, was Heute bei kleinen Herstellern von einen Monat auf den anderen pasiseren kann. Überspitzt gesagt.
Große Unternehmen stecken imho auch mehr in die Forschung und so teilt sich der Kampf noch mehr in zwei Bereiche. Eben einmal den technischen und dann den preislichen. Nunja wie dem auch sei. Die Krise ist hausgemacht. Da würde eben kein Stück auf den Markt geschaut und die Bedürfnisse sondern produziert und produziert was die Maschinen hergeben. Nur Geldgeil für den Moment aber kein Stück nachhaltig. Aber trotzdem muss die DRAM-Krise ja nichtmal so schlimm sein. Der Bedarf an Speicher wird auch in Zukunft wachsen und auch einen nächsten Boom erleben. Nur sind es jetzt die Flash-Speicher.
Jaja, heutzutage ist alles so komplex. Ist schon extrem wie man sich bei kleinsten Themen tagelang durchkämpfen könnte um den Urwald zu durchschauen.
Grüße