Test Antec Three Hundred von Warmmilchtrinker 
Da ich bei der Auswahl eines passendes Gehäuses so meine Schwierigkeiten hatte, den besten Kompromiss aus allen Eigenschaften zu bekommen und ich mich letzten Endes für das Antec Three Hundred entschieden habe, möchte ich dieses nun gerne etwas genauer vorstellen:
Das Antec Three Hundred kommt in einer für die Preisklasse edlen Verpackung in tiefem schwarz mit Aufdruck des Gehäuses und macht einiges her. Nichts wirkt hier billig, obwohl das Gehäuse mit ca. 50€ relativ günstig gekauft wurde. Das Gehäuse ist ordentlich verpackt mit Folie um das Gehäuse und Styropor oben und unten.
VerpackungNach dem Auspacken macht das Gehäuse direkt einen guten Eindruck. Schlicht und wertig kommt es mit seinem tiefen, matten Schwarz daher, ohne überflüssigen Schnörkel. Die Frontbleche sind gelocht und fügen sich gut in das Gesamtbild ein. Klappern oder scheppern? Fehlanzeige. Lediglich der Kunststoff der Front hebt sich farblich etwas vom Schwarz des restlichen Metalls ab, hier könnte man etwas nachbessern. Die Lackierung des Gehäuses hat eine gepunktete Struktur, die Antec nach meinem Geschmack lieber weggelassen hätte. Das Gewicht geht mit 7,2kg in Ordnung.
Gehäuse nach dem AuspackenHinter der gelochten Front befinden sich 2 Plätze für 120mm Lüfter. Die Löcher sind ausreichend groß, um ordentliche Mengen Luft durchzulassen.
FrontansichtIn der Front befinden sich Power-Schalter, 2 USB-Anschlüsse sowie Mirofon- und Audio-Ausgang.
Frontanschlüsse Betrachten wir nun die Rückseite des Gehäuses. Auffällig ist, dass das Netzteil nicht oben im Gehäuse, sondern unten eingebaut wird. Dass das nicht von Vorteil sein muss, werden wir später sehen. Desweiteren befinden sich ein 140mm auf der Oberseite und ein 120mm Lüfter auf der Rückseite, die werksseitig bereits montiert sind und mit einer 3-stufigen Regelung ausgestattet sind. Auf diese werde ich inclusive der Lautstärke später noch eingehen. Die Lüftergitter sind stabil und schützen die Lüfter zuverlässig. Sie sind ebenso wie die Schrauben schwarz und fügen sich damit nahtlos in das Design ein.
Werksseitig verbaute Lüfter und SteuerungKommen wir nun zu den inneren Werten. Die Gehäusewand ist mit 2 Rändelschrauben befestigt, die sich sehr gut drehen lassen, die Gehäusewand lässt sich leicht abnehmen. Der erste Qualitätseindruck ist auch hier gut, es finden sich keine scharfen Kanten, an denen man sich blutige Finger holen könnte. Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck, besonders gemessen an der Preisklasse. Allerdings machen sich hier Zweifel breit, ob der Platz für unsere 2 größten Komponenten, den EKL Alpenföhn Groß-Glockner und den Arctic Cooling Accelero S1 Rev. 2 ausreicht. Dazu später mehr. Ebenfalls auffällig ist, dass es nur 3 Slots für optische Laufwerke gibt, was für manche Nutzer zu wenig sein könnte. Die Lüfter werden direkt vor die Festplatten gehängt und sorgen für eine gute Belüftung der bis zu 6 Magnetschreiber. Leider sind die Festplatten nicht entkoppelt, sodass es je nach Modell und Anzahl der Festplatten zu störendem und pulsierendem Brummen oder Dröhnen kommen kann. Die Slotbleche sind mit herkömmlichen Schrauben befestigt, es empfiehlt sich aber, diese gegen die beiliegenden Rändelschrauben zu tauschen, was spätere Änderungen erleichtert.
Blick ins Innere des GehäusesDer von mir zusätzlich gekaufte 120mm Lüfter lässt sich leicht montieren, die Halterungen lassen sich aufklappen. Durch die beiliegenden Rändelschrauben kann man diese leicht ohne Werkzeug befestigen. Dabei fiel die Befestigung für die Kabel auf, die allerdings nicht immer gut nutzbar ist, weil es im Gehäuse teils recht eng zugeht.
LüftermontageNegativ fallen während der Montage die sehr dünnen Kabel für die Frontanschlüsse, bei denen man schnell an einer Kante die dünne Isolierung durchwetzen kann. Außerdem sind die Kabel zwar ausreichend lang, kann man die Kabel aber nicht direkt zum Anschluss verlegen, kann es knapp werden. Bei mir gab es dabei aber keine Probleme.
Filgrane VerkabelungKommen wir nun zur Montage des Netzteils. Wie bereits erwähnt, wird dieses unten im Gehäuse platziert. Erst einmal ist diese Position günstig, da das Netzteil hier nicht mit unnötig viel Abwärme der Komponenten belastet wird und somit mit geringeren Drehzahlen auskommt. Allerdings liegen die Stromanschlüsse auf dem Mainboard weit oben, sodass die Entfernung weit ist und zusätzlich durch Hardware blockiert werden kann. Dieses Problem trat auch bei mir auf. Um den Anschluss für das 12V 4-pin Kabel zu erreichen, muss dieses aufgrund der Länge über die Grafik- und TV-Karte hinweg oder an ihnen vorbei gelegt werden. Da die Grafikkarte aber einen großen Kühler erhalten hat, bleibt nur, das Kabel daran vorbei zu legen, und zwar zwischen Slotblech und Karte, allerdings war hier die Grenze bezüglich der Länge definitiv erreicht, eine Verlängerung kann hier Abhilfe schaffen, ist aber meist nicht in greifbarer Nähe.
Netzteil-Position und seine TückenDer Einbau der Grafik- und TV-Karte verlief dadurch etwas fummelig, aber letzten Endes funktionierte dies dann auch. Die Breite des Gehäuses ist gerade ausreichend für den Alpenföhn Groß-Glockner, viel höher dürfte er nicht sein, sonst würde sich die Seitenwand nicht mehr schließen lassen. Hier sollte man sich die Datenblätter der Hersteller vorher gut durchlesen. Das Sortieren der Kabel zeigte sich recht schwierig aufgrund des jetzt erst recht knappen Platzes.
Fertiges SystemNach dem Einbau der Hardware fiel noch auf, dass die Lackierung des Gehäuses recht anfällig für Fingerabdrücke ist. Wer diese nicht entfernt, hat schnell recht viele dieser unschönen Freunde auf seinem Gehäuse.
Empfindliche Lackierung des Three HundredAls letzten Punkt kommen wir noch zur Lautstärke. Die mitgelieferten Lüfter lassen sich über einen Poti regeln auf „Low, Medium und High“. Leider stellte sich heraus, dass die Lüfter in keiner einzigen dieser 3 Modi als leise bezeichnet werden konnte. Selbst die Stufe „Low“ ist bereits gut hörbar, dürfte für den durchschnittlichen PC-Nutzer aber noch nicht störend sein. Auf „Medium“ sind die Lüfter bereits störend laut, und auf „High“ entlarven sie sich als wahre Radaubrüder, womit sie in dieser Stellung höchstens für das Spielen mit gut abgeschirmten Kopfhörern oder die LAN-Party taugen. Allerdings sei gesagt, dass bereits die Stellung „Low“ recht viel Luft befördert, sodass diese Einstellung bei vernünftigen Kühlern auch für die Sommermonate ausreichen sollte.
Fazit: Das Antec Three Hundred zeigt Licht und Schatten. Positiv zu Buche stehen hier die Verarbeitung und der Qualitätseindruck sowie die stabile Konstruktion aller Teile des Gehäuses sowie die gute Luftführung mit vielen Plätzen für große Lüfter. Das Design wirkt wertig. 2 Lüfter sind bereits ab Werk verbaut. Bei Nutzung der mitgelieferten Rändelschrauben ist die Montage ohne Werkzeug möglich. Ebenfallls erfreulich sind die Möglichkeiten, die Kabel unauffällig zu verstauen sowie der angemessene Preis von ca. 50€.
Zu bemängeln ist die zwar thermisch sinnvolle, aber unpraktische Position des Netzteils. Für voluminöse Hardware kann der Platz schnell knapp werden, und die Festplatten sind nicht entkoppelt. Die Lüfter sind selbst bei langsamster Stufe schon hörbar, ab mittlerer Drehzahl laut und störend.
Insgesamt ist das Antec Three Hundred ein empfehlenswertes Gehäuse, die mitgelieferten Lüfter sind zwar für Silent-PCs zu laut und bei Netzteil-Positionierung und den Kabeln gibt es Verbesserungsbedarf, aber die gute Verarbeitung, das wertige, zeitlose Design, die hohe Stabilität, der meist ausreichende Platz und der angemessene Preis entschädigen dafür. Gesamtnote: 2
Fragen und Verbesserungsvorschläge bitte an mich senden

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