Schade. Eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, daß zumindest der Core-i7 970 zeitgleich mit dem i7-980EX auf den Markt kommt, bzw. das XEON Äquivalent zum Core i7-970. Im Bereich der Zwei-Sockel Serverprozessoren (XEON 55XX) wird noch bis Sommer eine ganze Flotte neuer 6-Kern CPUs vom Stapel gelassen (XEON 56XX). LGA1366 Prozessoren liegen derzeit mit gut einem 1% des von Intel verkauften Prozessorvolumen nicht im grünen Bereich, soweit ich weiß, benötigt ein 4-Kern 'Bloomfield' in 45 nm Strukturbreite ca. 270 mm^2 Chipfläche, während ein 6-Kern 'Gulftown' in 32 nm Strukturbreite lediglich 235 mm^2 benötigt. Pro 'Waver' ließen sich so ein paar Prozent mehr Chips gewinnen bzw. Kosten senken und Gewinne steigern.
Warum spekuliert wird, daß Intel den Cache des Core i7-970 beschneidet, leuchtet mir nicht ein, diese Kastration wäre Intel-typisch, lediglich an nackten Zahlen orientiert und ohne Verstand. Schon jetzt unterscheiden sich Core-i7-975 und Core i7-960 lediglich durch 133 MHz höheren Takt, schnellerem QPI sowie freiem Multiplikator und (laut Spezifikation) schnellerem Speicherinterface. Beide verfügen über den gleichen Cache. Eine Reduktion des Caches beim i7-970 oder dessen XEON Ableger wäre ein Tot-Kriterium, denn mehr Kerne haben in der Regel bei gut skalierender Software auch höheren Speicherhunger, den Cache und Speicherinterface erst einmal stillen müssen. Insofern halte ich es aus technischer Sicht erst mal für Usinn, den Cache zu kastrieren. Aber bei Intel weiß man nie.
Leider sind die Aussichten auf Quartal 3 für bezahlbare Workstation-Prozessoren nicht sehr rosig. Wer jetzt, wie ich, eine neue Maschine privat beschaffen will und muß, investiert entweder von vorneherein minimal 500 € mehr oder spart diese und beschafft sich einen alten XEON W3565. Aber in einer solchen Situation ist es wie mit allem im Prozessorsektor. Es kommt immer etwas Besseres. Nur schade, daß eigentlich bei dem Heer der losgelassenen 32nm Prozessoren mit 6 Kernen Intel eigentlich auch gleich die 4- und 6-Kern-Flotte für die Workstations und Oberklasse hätte starten können. Wenn im Quartal 3 erst der bezahlbare 6-Kern Prozessor im 32nm Design erscheint, gibts kurze Zeit später die neue AVX-lastige Architektur. Eigentlich hätte man sich, um das eigene Gewissen etwas zu beruhigen, einen Abstand 9 bis 12 Monaten wünschen dürfen. Nun ja, eventuell wird AMD noch in diesem Sommer etwas früher mit deren 6-Kern Plattform aufwarten, die ja immerhin mit SATA 6GB auf dem Chipset brillieren soll - während Intel hier erst im 4. Quartal Neues in Sachen chipsätze an Land zerren will.