So, mal wieder ein kleiner Tourbericht von mir.
Bin am Sonntag von mir aus noerdlich an der Isere lang in Richtung meines Trainingberges, ein "Pass" ueber das Dorf Montaud an Nordende des Vercors Massifs, geradelt. Bis zum Fuss etwa 15 Kilometer, ordentlich Gegenwind, aber kam recht gut vorwaerts. Dann die 500 Hoehenmeter bei 9% Steigung im Mittel abgearbeitet, auf der anderen Seite runter, und etwa nochmal 15 Kilometer zurueckgelegt. Dann weiss ich gar nicht wie lang, aber schaetze mal so 10-15 Kilometer, im flachen bis zum Ortsschild von Port de St. Gervais gefahren. Das kam etwas spaet, weshalb ich dann zum Col de Romeyere einen kleinen Umweg in Kauf nehmen musste.
Die naechsten 15 Kilometer etwa, ging es dann variabel bergauf, die ersten 13 relativ steil. Auf etwa 950 Meter Hoehe (Tal liegt auf 250 meter, wenn ich mich nich irre) kam dann das, wovor ich mich, nachdem ich am Tal ein Schild gesehen hatte "Fahrradfahrer und Fussgaenger: Licht erforderlich in 13 km), etwas gefuerchtet habe: Ein 500 meter langer Tunnel; komplett unbeleuchtet.
Man stellt sich ja doch immer vor, dass in der Mittagssonne draussen es wohl nicht so dunkel sein kann im Tunnel...aber es war einfach stockfinstre Schwaerze. Google StreetView hat diese ueberzeugend aufgenommen

Allerdings hatte ich Glueck im Unglueck, grade als ich angstvoll in den Tunnel einbiegen wollte, fuhr ein Auto an mir vorbei, und leuchtete mir den Weg. Die ersten 300 Meter konnte ich dem Wagen noch folgen, dann wurde es ploetzlich steiler, und ich glaube der Autofahrer wusste nicht, das ich auf sein Licht angewiesen war. Jedenfalls behielt er sein Tempo bei, aber meine Beine waren nach dem Anstieg nicht in der Lage noch einen Sprint hinzulegen. Waehrend die roten Lichter mir also noch etwa die Richtung wiesen, begann ich mir doch etwas Sorgen zu machen, wie das ganze wohl enden sollte. Doch im beinahe allerletzten Moment, sah ich dann das Licht am Ende des Tunnels, und konnte mir fuer das letzte Stueck des Anstiegs etwas Zeit lassen.
Mein Blick auf die Karte hatte suggeriert, dass es von hier aus nur noch uebers Plateau und dann bergab nach Hause ginge. Allerdings war auch das eine Fehleinschaetzung, nachdem ich endlich ueber den Col de Romeyere (1079 m) rueber war, ging es erstmal wieder 300 meter bergab. die ich dann in einem etwas langgezogenem Anstieg, mit kaum noch Fluessigkeitsreserven wieder zum Plateau hinauf musste.
Es war dort nun nicht mehr wirklich Steil, aber die Aktion im Tunnel hat mich doch mehr gekostet als ich dachte, und ich war extrem langsam auf dem Weg dort hinauf. Wenigstens wurde ich nicht ueberholt....Unterwegs immerhin noch einen Ferrari 430 mit lokalem Kennzeichen erspaeht.
Der gluecklichste Moment war dann, als ich nach dem Anstieg im ersten Ort einen Wasserhahn mit Trinkwasser fand. So konnte ich die falschen auffuellen, und problemlos die restlichen 40 Kilometer nach Hause zuruecklegen. Naja, fast problemlos, so richtig toll waren die Beine dann auch zu keinem Zeitpunkt mehr.
Insgesamt 100 Kilometer und etwa 1600 Hoehenmeter.
4h40 und somit einen 22er Schnitt. Bis auf den unbeleuchteten Tunnel eigentlich eine sehr malerische Strecke (am Wasserfall vorbei, durch Schluchten, durch Wald, aber auch mit Blick uebers Tal und ins Massif) , die beiden harten Anstiege haben fast keinen Autoverkehr. Mal schaun wo ich naechstes Mal hin fahr
