Bei manchen Dingen sehe ich es auch so, dass eine lange Haltbarkeit nicht unbedingt nötig sein muss, da eine neue Generation deutlich besser ist. Allerdings stört mich der Hintergedanke, weil es meiner Meinung nach totale Ressourcenverschwendung ist, die Lebenszeit von Geräten künstlichen zu beschränken.
Jeder der unbedingt immer etwas Neues haben will oder vor allem wegen neuer Features und besserer Performance auf Nachfolgemodelle umsteigt, der soll das machen. Und in meinen Augen gibt es sogar recht viele Leute, die das sowieso machen. Das Ableben eines Gerätes ist nur vielmehr ein zusätzlicher Motivator.
Es wäre mMn aber deutlich sinnvoller, die Geräte so zu bauen, dass sie so lange halten, wie sie eben halten würden, wenn es keine geplante Obsoleszenz geben würde - also quasi die wahre Lebensdauer.
Damit wird nämlich die gesamte Müllproduktion eingeschränkt und Ressourcen werden geschont.
Man kann doch Nachfolgemodelle attraktiver gestalten, indem man Funktionen verbessert und die Leistung weiter optimiert. Nur dauern solche Entwicklung teils zu lange, sodass man künstliche Zwischenschritte einbauen muss - ein simpler Selbsterhaltungsmechanismus.
Wie absurd das alles ist, kann man sich verdeutlichen, wenn man sich vorstellt, dass Lebensmittel auch ein konkret eingestelltes Ablaufdatum hätten. Was wäre, wenn eine Flasche Ketchup innerhalb von zwei Wochen konsumiert werden muss, weil es dann sonst zu einer künstlich beschleunigten Phasentrennung kommt, die das Produkt ungenießbar macht? Oder wenn Äpfel nach einer Woche sofort verschimmeln, weil man sie nicht schnell genug konsumiert hat? Oder Klamotten lösen sich komplett auf, wenn sie länger als 6 Monate getragen werden?
Bei all diesen Dingen wäre man ja sofort entrüstet.
Trotzdem ist es so, dass zb Kleidung nicht mehr so strapazierfähig ist. Meine Jeans sind nach 1-2 Jahren im Arsch - ich trag sie vllt im Schnitt 20-30 Stunden die Woche? Als Kind hab ich mich damit Hänge runtergestürtzt und täglich getragen. Meine Mutter ist jedes Mal ausgerastet bei den vielen Flecken. Danach wurde sie noch zwei Mal weiter gegeben, wie man das manchmal so macht, wenn im Familienkreis die Kinder aus den Klamotten wachsen und das alles noch gut ist. Die Hose ist noch irgendwo in nem Schrank und hat irgendwo kleine Löcher am unteren Saum.
Und auch hier hat man es akzeptiert. Jeder regt sich drüber auf, dass man schon wieder was Neues kaufen muss (zumindest als Mann). Der Preis hat sich kaum geändert. Ich blätter für meine Jeans 80-120 Euro hin und bin jedes Mal enttäuscht. Aber sie halten zumindest länger als jene, die nur die Hälfte kosten.
Qualität sollte dominieren und nicht Quantität. Nur will niemand Qualität gewährleisten. Selbst die teuren Produkte können erfahrungsgemäß schlecht sein. Was ich krass finde ist der Umstand, dass es sogar lukrativ ist, deutlich zu viel zu produzieren und dann den Überschuß wegzuschmeißen, anstatt die Quantität zu beschränken und im Gegenzug die Qualität deutlich zu verbessern.
Bei Hardware bin ich mittlerweile dazu übergegangen, Hersteller zu bevorzugen, die lange Garantiezeiten gewährleisten. Zumindest habe ich dann das Gefühl, dass ich den nötigen Support bekommen, wenn die Komponente aus nicht durch mich herbeigeführten Gründen den Geist aufgibt. Wenn das Unternehmen Pleite geht hab ich natürlich Pech gehabt.