Autor Thema: Geplante Obsoleszenz  (Gelesen 3319 mal)

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Catweazle

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Geplante Obsoleszenz
« am: 06. April 2012, 17:17:28 »
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Habe gestern Abend zufällig das RTL Nachtjournal gesehen. U.a. wurde dort über die sogenannte "Geplante Obsoleszenz" berichtet, eine angeblich oder tatsächlich vorhandene Produktstrategie, die das Ziel habe ein Produkt mit Absicht eine möglichst kurze, "geplante" Nutzungsdauer zu verleihen.

Realität, Unterstellung, Verschwörungstheorie?

Wahrscheinlich kennen ja viele von uns Beispiele dafür, das manche Geräte schon nach relativ kurzer Zeit entweder komplett ausfallen oder irgendwelche Macken zeigen.

Bei mir war z.B. ein unzuverlässig gewordener WLAN-Router von D-Link, bei einem Hannspree-Monitor fiel fast pünktlich zum Ablauf der Garantiezeit wenigstens ein Kondensator aus und bei einem Multifunktionsgerät von HP, ein PSC 2410 , hing es nach einiger Zeit vom Glück oder der Tagesstimmung des Apparates ab, ob er nun seinen Dienst aufnahm oder nicht.

Das war zwar alles ärgerlich, aber ich habe nicht angenommen das dieses Fehlfunktionen vom Hersteller absichtlich angelegt sind.Immerhin gibt es in der Regel für die Firma eine Menge Ärger in Form von Reklamationen und Support-Anfragen, die letztlich ja auch eine Menge Zeit und Geld kosten.

Was meint ihr? Einen Beweis wäre vielleicht, wenn man mal einen Hinweis in einer Firmware finden würde. Aber ich weiß nicht ob das möglich ist oder ob sich das eine Firma gegebenenfalls überhaupt trauen würde. Wenn soetwas rauskäme ...


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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #1 am: 06. April 2012, 18:48:31 »
0
Da kommt RTL aber spät.

Vor 2 Jahren gab's zu diesem Thema eine Dokumentation auf arte, die auch schon mehrmals wiederholt wurde.

Schau 'mal dort: http://www.youtube.com/watch?v=zVFZ4Ocz4VA

Offline Michael

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #2 am: 06. April 2012, 19:58:01 »
+1
Nunja, sicherlich ist da etwas dran, schließlich wollen Hesteller ihr Kunden nicht für die Ewigkeit befriedigen, sondern Anreize zum Kauf neuer Produkte schaffen. Tatsächlich landen Fernseher und Monitore gefühlt deutlich schneller auf dem Schrottplatz als noch vor 10, 15 Jahren. Ich sehe aber viel eher den enormen Preisdruck als Ursache dieses Phänomens. Ich habe den Beitrag vorhin auch bei RTL gesehen und dort wurde ein Elektriker interviewt der entgegnete, dass häufig minderwertige Bauteile versagen, bei denen hochwertigere Varianten nur wenige Cent mehr kosten würden.

Nun nehmen wir an, der Hersteller gibt 5 Euro mehr an Materialkosten aus - in Anbetracht der Menge der verkauften Einheiten, welche sich nicht selten im Millionenbereich bewegt, ergeben dann diese 5 Euro ganz schnell eine ordentliche Stange Mehrkosten die der Hersteller aufbringt. Der deutsche Michel, möchte aber seinen ultrageilen, 150 Zoll LCD-Plasma-OLED-Hybrid-Fernseher mit 4-K-Auflösung und Getränkehalter möglichst billig und greift dann einfach zum Hersteller, der sich diese 5 Euro spart. Nun ist der Hersteller der es gut gemeint hat gleich doppelt gekniffen, denn er bleibt auf seinen Geräten sitzen, während der andere sich dumm und dämlich verdient und seine wenigen Kunden kaufen so schnell kein neues Modell, weil das alte ja schließlich länger hält. Bei den anderen Käufern ist zwar anschließend die Verwunderung groß, wenn das Teil pünktlich zum Ablauf der Garantiezeit die Grätsche macht, aber die Masse wird kaum beim nächsten Kauf zum teureren Produkt greifen, sondern wieder schön das günstigste Modell wählen.



Wahrscheinlich kennen ja viele von uns Beispiele dafür, das manche Geräte schon nach relativ kurzer Zeit entweder komplett ausfallen oder irgendwelche Macken zeigen.

Bei mir war z.B. ein unzuverlässig gewordener WLAN-Router von D-Link, bei einem Hannspree-Monitor fiel fast pünktlich zum Ablauf der Garantiezeit wenigstens ein Kondensator aus und bei einem Multifunktionsgerät von HP, ein PSC 2410 , hing es nach einiger Zeit vom Glück oder der Tagesstimmung des Apparates ab, ob er nun seinen Dienst aufnahm oder nicht.



Ich persönlich habe einen Hanspree LCD-Fernseher und der funktioniert seit 4 Jahren problemlos. Ich habe auch zwei 19" Samsung TFTs zeitgleich vor rund 6 Jahren gekauft - während der eine vor rund einem halben Jahr ausgefallen ist, schreibe ich auf dem anderen gerade diese Zeilen. Andererseits hatte ich vor einigen Jahren mal ein Tagan Netzteil, welches ein Monat nach Garantieablauf nicht mehr richtig funktionierte - selbstverständlich bin ich damals nicht auf die Idee gekommen, dass meine Probleme nicht m Netzteil liegen können und hab die gesamte Hardware drum herum neu gekauft.  :P
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Catweazle

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #3 am: 06. April 2012, 21:19:52 »
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Hier übrigens die Webseite von Murks? Nein danke! http://www.murks-nein-danke.de/blog/

Das Beispiel Hannspree-Monitor.
Der stand wohl etwas ungünstig in einer Ecke nahe der Heizung und war seinerzeit auch viel in Betrieb. Die Symptome der dann immer länger werdenden Startzeiten deuteten auf einen Kondensator-Schaden hin. War schon am überlegen selbst Hand anzulegen, als mir auffiel das noch knapp 4 Wochen Garantiezeit übrig waren und entschied mich dann doch den Monitor einzusenden.

Wenn man unterstellen würde, das diese Firma absichtlich etwas billigere und weniger wärmebeständigere Kondensatoren verbaut um vielleicht gesamt 5$ pro Gerät einspart, könnte man entgegenhalten das diese Einsparung schnell dahin ist, wenn Reklamationen Folgekosten nach sich ziehen, falls es innerhalb der Garantiezeit geschieht.

Ich glaube nicht das es dort eine regelrecht auf Versagen ausgerichtete Produktstrategie, allein schon der technische Fortschritt und nicht zuletzt auch Modeerscheinungen arbeiten im Sinne der Hersteller. Für ein vorzeitiges Ableben brauchen sie kaum zu sorgen.

Ich habe letztes Jahr den Keller aufgeräumt und dabei einen alten Scanner entdeckt.Er hatte nur eine parallele Schnittstelle , war vielleicht 13-14 Jahre alt. Hatte dann aus Spaß einen Rechner mit Parallelanschluß zusammengebaut um mal zu sehen ob das Ding noch funktioniert. 

Tatsächlich arbeitete er und das entsprechende Netzteil nachwievor gut, aber die Übertragungszeiten für eine Seite empfindet man mittlerweile als wirklich sehr langsam. Ich habe ihn dann entsorgt.Gut möglich das er sogar noch jahrzehntelang lang funktionieren würde, aber dennoch ist er von der Zeit eingeholt worden.

Ich nehme mal an das es einen ähnlichen Ärger über Murks auch bei den Herstellern von Endprodukten über die Zulieferer gibt. Wie ich am Beispiel des Hannspree-Monitors feststellen konnte, verwenden Monitorhersteller am Markt befindliche Komponenten, hier z.B. eine komplette Netzteil-Platine die auch andere Firmen wie ViewSonic verbaut haben. Der Vorwurf der verwendeten, billigeren Bauteile richtet sich dann an die Komponentenhersteller. Die Endprodukte-Hersteller tragen eine Mitschuld durch ungenügende Qualitätssicherung. Vielleicht gibt es in manchen Firmen auch gar keine mehr. Zusammenschrauben,verpacken und raus damit. Test und Reife findet beim Kunden statt.


Offline Rick

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #4 am: 07. April 2012, 13:35:14 »
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Ich glaube nicht das es dort eine regelrecht auf Versagen ausgerichtete Produktstrategie, allein schon der technische Fortschritt und nicht zuletzt auch Modeerscheinungen arbeiten im Sinne der Hersteller. Für ein vorzeitiges Ableben brauchen sie kaum zu sorgen.


Dies ist auch meine Vermutung. Keiner zahlt für Elektronik, die länger als 5 Jahre funktioniert, weil sie dann eh nicht mehr eingesetzt wird. 95% der Hardware hält ja auch über den Nutzungszeitraum (wenn nicht ein Produktionsdefekt vorliegt).
Und mal ehrlich, jedesmal wenn ich erzähle, dass ich Eizo-monitore für zusammen 1000 euro auf dem Tisch stehen habe, zeigt man mir den Vogel, weil 19" TFT's gibt's doch auch für nen Hunni, oder nen Samsung PVA-Panel für um die 300. Aber Eizo hat 5 JAhre Vor-Ort-nächster-Tag Tauschgarantie. Für einen der Monitore hab ich  das ach schon nützen müssen - dadurch hat sich das für den zumindest schon mehr als gelohnt.
Aber die Preise sind halt dementsprechend ausgelegt, und damit verkauft sich das eher schlecht. Eizo schwimmt wohl kaum im Geld wie Apple, obwohl die Margen pro Verkauf sicher größer sind...

Wer aber nunmal nur 100 Euro ausgibt, kauft sich nach drei Jahren nen neuen Monitor für 100 Euro und schert sich nicht drum.
Seit die TV-Industrie sich mit der Medienindustrie zusammengetan hat um neue Formate  zu entwickeln, ist der technologische Fortschritt auch beim Fernseher angekommen. Deswegen die kürzeren Generationszeiten.
Zudem: Als Konsumenten fühlen wir uns doch alle gut, wenn wir etwas Neues haben. Ist ja egal was. Wenn das Neue günstiger ist, greifen wir dann öfter zu, und der Produzent macht mehr gewinn. Daher ist es sinnvoll den Preis zu drücken um den Umsatz zu steigern. Man muss eben nur genauer schaun, wenn man etwas aus Überzeugung kauft, das Produkt auch hin zehn Jahren noch zu benutzen. Das ist aktuell bei allen digitalen Gütern aber so gut wie unvorstellbar.

Das andere Problem ist, das steigende Integration Produkte zwar langlebiger macht, aber auch Reparaturen unwirtschaftlich werden. Ich denke am Ende reflektiert die Entwicklung aber hauptsächlich die Rohstoffpreise. Solange bestimmt Rohstoffe günstig sind, werden diese eher benutzt als teurere. Egal ob sich dies auf die Qualität negativ auswirkt oder nicht.

Offline Philipp

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #5 am: 07. April 2012, 17:57:35 »
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Ich habe letztes Jahr (?) mir mal einen gebrauchten Eizo-Monitor geholt. Keine Ahnung, wann der produziert wurde, aber der tut es immer noch, als wäre er neu.
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Offline Rick

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #6 am: 07. April 2012, 18:28:54 »
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Naja, die Lampen verlieren über die Jahre an Helligkeit, womit die Farbtreue etwas nachlässt. Das stört aber nur relativ selten, und nur weil einer meiner Monitore eben vor zwei Jahren ersetzt wurde.
Den älteren von beiden muss ich irgendwann 2005 gekauft haben, den anderen etwa ein halbes Jahr später. Zwar schiele ich seit ein paar Jahren auf Ersatz, aber eher um auf drei Monitore umzusteigen und wesentlich mehr Pixel und Fläche zu bekommen. Das ist und bleibt aber unbezahlbar :D

Offline Primordial

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #7 am: 20. April 2012, 14:22:03 »
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Bei manchen Dingen sehe ich es auch so, dass eine lange Haltbarkeit nicht unbedingt nötig sein muss, da eine neue Generation deutlich besser ist. Allerdings stört mich der Hintergedanke, weil es meiner Meinung nach totale Ressourcenverschwendung ist, die Lebenszeit von Geräten künstlichen zu beschränken.

Jeder der unbedingt immer etwas Neues haben will oder vor allem wegen neuer Features und besserer Performance auf Nachfolgemodelle umsteigt, der soll das machen. Und in meinen Augen gibt es sogar recht viele Leute, die das sowieso machen. Das Ableben eines Gerätes ist nur vielmehr ein zusätzlicher Motivator.
Es wäre mMn aber deutlich sinnvoller, die Geräte so zu bauen, dass sie so lange halten, wie sie eben halten würden, wenn es keine geplante Obsoleszenz geben würde - also quasi die wahre Lebensdauer.
Damit wird nämlich die gesamte Müllproduktion eingeschränkt und Ressourcen werden geschont.
Man kann doch Nachfolgemodelle attraktiver gestalten, indem man Funktionen verbessert und die Leistung weiter optimiert. Nur dauern solche Entwicklung teils zu lange, sodass man künstliche Zwischenschritte einbauen muss - ein simpler Selbsterhaltungsmechanismus.

Wie absurd das alles ist, kann man sich verdeutlichen, wenn man sich vorstellt, dass Lebensmittel auch ein konkret eingestelltes Ablaufdatum hätten. Was wäre, wenn eine Flasche Ketchup innerhalb von zwei Wochen konsumiert werden muss, weil es dann sonst zu einer künstlich beschleunigten Phasentrennung kommt, die das Produkt ungenießbar macht? Oder wenn Äpfel nach einer Woche sofort verschimmeln, weil man sie nicht schnell genug konsumiert hat? Oder Klamotten lösen sich komplett auf, wenn sie länger als 6 Monate getragen werden?
Bei all diesen Dingen wäre man ja sofort entrüstet.

Trotzdem ist es so, dass zb Kleidung nicht mehr so strapazierfähig ist. Meine Jeans sind nach 1-2 Jahren im Arsch - ich trag sie vllt im Schnitt 20-30 Stunden die Woche? Als Kind hab ich mich damit Hänge runtergestürtzt und täglich getragen. Meine Mutter ist jedes Mal ausgerastet bei den vielen Flecken. Danach wurde sie noch zwei Mal weiter gegeben, wie man das manchmal so macht, wenn im Familienkreis die Kinder aus den Klamotten wachsen und das alles noch gut ist. Die Hose ist noch irgendwo in nem Schrank und hat irgendwo kleine Löcher am unteren Saum.
Und auch hier hat man es akzeptiert. Jeder regt sich drüber auf, dass man schon wieder was Neues kaufen muss (zumindest als Mann). Der Preis hat sich kaum geändert. Ich blätter für meine Jeans 80-120 Euro hin und bin jedes Mal enttäuscht. Aber sie halten zumindest länger als jene, die nur die Hälfte kosten.

Qualität sollte dominieren und nicht Quantität. Nur will niemand Qualität gewährleisten. Selbst die teuren Produkte können erfahrungsgemäß schlecht sein. Was ich krass finde ist der Umstand, dass es sogar lukrativ ist, deutlich zu viel zu produzieren und dann den Überschuß wegzuschmeißen, anstatt die Quantität zu beschränken und im Gegenzug die Qualität deutlich zu verbessern.


Bei Hardware bin ich mittlerweile dazu übergegangen, Hersteller zu bevorzugen, die lange Garantiezeiten gewährleisten. Zumindest habe ich dann das Gefühl, dass ich den nötigen Support bekommen, wenn die Komponente aus nicht durch mich herbeigeführten Gründen den Geist aufgibt. Wenn das Unternehmen Pleite geht hab ich natürlich Pech gehabt.
« Letzte Änderung: 20. April 2012, 14:27:30 von Primordial »

Offline Michael

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #8 am: 20. April 2012, 20:41:29 »
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Nun aber gerade bei Elektronik ist es wie Catweazel und Rick schon geschrieben haben: was willst du mit so alter Elektronik machen? Was willst du bspw. mit einem 10 Jahre alten TFT der nur über VGA verfügt, eine Auflösung von vllt 1024*768 hat und so starkes Ghosting zeigt, dass er nichtmal für Filme im Badezimmer reicht?
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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #9 am: 29. April 2012, 16:24:03 »
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Ich habe den Eindruck durchaus auch. Allerdings nicht bei mir, sondern bei Freunden, die die letzten Jahre zunehmend Defekte hatten, vom Netzteil über Fernseher bis zu Handys. Bei mir selbst konnte ich das noch nicht feststellen. Mein Röhrenfernseher ist schon 11 Jahre als, mein Handy 5, und sogar eine Digitalkamera von 2005 lebt noch. Bei manchem Leuten hängt es sicher auch mit der Behandlung der Produkte zusammen, denke ich.

Gerne produzieren aber auch die Hersteller selbst Elektroschrott mit Timer, etwa bei den mittlerweile herstellerseitig beliebten fest eingebauten Akkus. Wie wir alle wissen, haben Akkus von Laptops, Handys, etc. nach einigen Jahren schon viel Kapazität verloren. Der Austausch wäre eigentlich günstig wird aber von den Herstellern so stark verteuert, dass sich ein Tausch nicht mehr lohnt. Und schon springt der Kunde und kauft sich was neues und der Hersteller freut sich. Das ist alles gewollt.

Eine andere Masche der Hersteller, die mittlerweile weit verbreitet ist, dem Verbraucher zu suggerieren, dass er etwas neues "braucht", obwohl er es gar nicht wirklich braucht. Gutes Beispiel Handys: Die Werbung suggeriert doch, dass man so ein Ding braucht, obwohl man es nicht benötigt, und mit einem "normalen" Handy ist man sowieso total out. Und nach 2 Jahren braucht man ein neues, weil das bestehende ja "outdated" ist. Toller Nebeneffekt ist, dass für den Hersteller deutlich mehr Umsatz raus springt, da der Kunde mehr Geld ausgibt und zudem noch öfter kauft.

Ich für meinen Teil habe schon ein paar Hersteller auf meiner schwarzen Liste, deren Geräte früh defekt waren, z.B. Hitachi. Andere hingegen haben erfahrungsgemäß längere Lebenszeiten, das kaufe ich gerne wieder, etwa Eizo. Außerdem achte ich auf lange Garantiezeiten, wobei der Preis nicht billig sondern angemessen sein muss!
Core 2 Duo 2,13@3,2Hz ||||| Scythe Ninja B ||||| Gigabyte GA-965P DS4 ||||| 4 GB MDT DDR2-800 ||||| Sapphire Radeon HD5850 ||||| Samsung SSD 830 128GB + Samsung HD103SJ 1000GB + Seagate 2,5" 500GB ||||| BeQuiet Straight Power 450W ||||| Monitor: Eizo FlexScan S1931

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Offline Sleepwalker

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #10 am: 04. Mai 2012, 21:58:55 »
+2
Leider stimmt das in vielen Bereichen. Bei einem Autobatterietest wurde z.B. festgestellt, dass aktuelle Autobatterien schlechter abschneiden, als noch jene, welche vor ein paar Jahren verkauft wurden. Mir ist eine Grafikkarte (ohne Übertaktung) mal genau nach 2 Jahren und ein paar Wochen eingegangen, wie vorprogrammiert. Das wäre nicht auffällig, hätte sich mein Bruder nicht ein paar Wochen zuvor die gleiche Karte gekauft und dasselbe damit erlebt. Schwer zu sagen, ob Zufall oder Absicht, allerdings glaube ich nicht an Zufälle.

Eigentlich hatte ich in 25 Jahren mit Computern Glück mit meinen Komponenten.

Es scheint jedoch trotzdem noch teilweise so zu sein, dass manche Markenhersteller eher auf Kundenzufriedenheit stehen, denn wer würde nochmals ein Produkt von ihnen kaufen, wenn es schon kurz nach der Garantie- bzw. Gewährleistungszeit tot ist.

Die Entwicklung zu kurzlebigen Produkten ist jedoch trotzdem spürbar und gleichzeitig sehr traurig, da es unser Müllproblem nur verschärft. Schuld daran ist ein längst überholtes Wirtschaftssystem, das auf ewigem Wachstum basiert, was natürlich nicht möglich ist, da nichts ewig wächst. Aus diesem Grunde gibt´s auch ca. alle 10 Jahre eine Depression bzw. eine "Krise". Nur diese Krisen sind aufgrund des überholten Wirschaftssystems nicht zu vermeiden. Ausser man besinnt sich auf ein Besseres (was die Reichen so lange wie möglich zu verhindern wissen werden).
« Letzte Änderung: 04. Mai 2012, 22:00:44 von Sleepwalker »
Das grösste Problem mit Computern sitzt zwischen Tastatur und Sessellehne

Offline Tuereintreter

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #11 am: 10. September 2012, 00:56:26 »
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Die genannten Videos waren gut und informativ. Komischerweise streikt mein Drucker nach 5 Jahren. Ist dies gewollt ? Finde ich noch raus. Habe ihn derzeit zerlegt. Andererseits nutze ich eine Creativ Audigy 2 Platinum ZS welche an die 7 Jahre kommt, genauso wie mein ViewSonic TFT. Unter Windows 7 bekomme ich nicht alle Teile (z.B. Midi-Port) installiert. Es gibt keine Treiber. So kann man es bei Pcs machen. Gibt es keine Treiber mehr, hat es sich so oder so erledigt mit der Weiterverwendung. Stolz bin ich aber auf meinen alten CD-Spieler, ein Pioneer PDs-505. Der wird bald 20 Jahre. Happy Birthday.
Gigabyte GA-MA790GP-DS4H AM2+ Mainboard | AMD Athlon X4 605e 4x2,3GHz | A Data 2x2048 GB DDR2-1066 Ram @ DDR800 | Club 3 D HD5670, 512 MB GDDR5 128bit | Be QuietBGT-P7-Pro Dark Power 450 Watt | Midi-Tower LC-928 | Creative SoundBlaster ZS2 Platinum | Plextor DvD-Rom PX-130A | Plextor PlexWriter 760A | Scythe Combo Card Reader YD-8V08 | Monitor: ViewSonic VA1912w | Windows 7 Pro 64 bit
--------------------------------------------------------------
Zweitcomputer:
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AMD G860M mit HD4100 Grafik | 2 x 2 GB DDR2 Ram | AMD M300 Turion2 CPU | Windows 7 Pro 64 bit

Offline Michael

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #12 am: 10. September 2012, 11:02:53 »
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Auch ich ärgere mich momentan über meinen Drucker. Es handelt sich um ein Canon MP830 Multifunktionsdrucker (Tinte). Wollte zuletzt etwas scannen, da quittierte mir beim "booten" der Drucker den Dienst. Angeblich wegen einem defekten Druckkopf. Das Gerät möchte in diesem Zustand gar nicht erst starten. Das bedeutet, dass ich wegen einem defekten Druckkopf weder Scannen noch Faxen kann. Ein neuer Druckkopf kostet zwischen 70 und 80 €. Fraglich ob es Sinn macht für ein 5 Jahre altes Gerät derart viel Geld zu stecken. Zumal ich ohnehin nur genervt war von dauernd vertrockneten oder leeren Patronen.
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Catweazle

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #13 am: 10. September 2012, 14:46:43 »
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Gab es bei HT4U eigentlich schon mal eine Abstimmung, gewissermaßen eine Hitparade, über die Hard- oder Software, die den meisten Ärger bereitet hat? Bei mir käme sicher auch "Drucker" auf Platz 1. Gefolgt von "Soundkarte". Dann "DVD/CD-Laufwerk"(wegen der unterschiedlichen "Lesestärke" , vor allem bei alten selbstgebrannten Scheiben. Platz 4: Die "Maus" - Mal abgesehen von technischen Problemen, scheinen viele Maus-Designer nicht die menschliche Hand als zur Nutzung angedachtes Körperteil im Sinn gehabt zu haben, sondern wohl die Griffel von E.T. oder irgendeinem Klingonen . Da stimmt doch was nicht.

Mal was anderes. Am Wochenende zufällig im TV eine Geschichte über einen ADAC-Helfer gesehen, der bei einem Renault einen Zahnriemenriß attestierte.

Ich habe nie verstanden, warum man eigentlich Zahnriemen eingeführt hat. Ausser wenn man unterstellt, das auch hier ganz gezielt nur eine geplante Nutzungsdauer erreicht werden sollte. Der Käufer ist gezwungen regelmäßig warten und austauschen zu lassen oder aber alternativ, einen gewaltigen Motorschaden zu riskieren. Beides eine feine Sache für den Hersteller, bzw. Markenwerkstatt.


Offline Michael

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Re: Geplante Obsoleszenz
« Antwort #14 am: 10. September 2012, 16:49:15 »
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Mal was anderes. Am Wochenende zufällig im TV eine Geschichte über einen ADAC-Helfer gesehen, der bei einem Renault einen Zahnriemenriß attestierte.

Ich habe nie verstanden, warum man eigentlich Zahnriemen eingeführt hat. Ausser wenn man unterstellt, das auch hier ganz gezielt nur eine geplante Nutzungsdauer erreicht werden sollte. Der Käufer ist gezwungen regelmäßig warten und austauschen zu lassen oder aber alternativ, einen gewaltigen Motorschaden zu riskieren. Beides eine feine Sache für den Hersteller, bzw. Markenwerkstatt.



Es gibt eine Reihe von Gründen warum man Zahnriemen verwendet hat und bis heute teilweise noch verwendet. Beispielsweise sind Zahnriemer laufruhiger und auch leichter. Eine Steuerkettenkonstruktion ist dagegen schwieriger zu konstruieren, verursachen ein lauteres Betriebsgeräusch, sind teurer und auch schwerer. Zudem zeigt die Erfahrung das Steuerketten mitnichten wartungsfrei sind und auch hin und wieder zum "Längen" neigen.

Mittlerweile hat man die meisten Probleme in den Griff bekommen und Steuerketten haben schon fast zum Standard etabliert. Auch VW hat es endlich eingesehen und verwendet bspw seit dem Golf 6 auch Steuerketten - im Golf 5 waren es afaik noch Zahnriemen.
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