Autor Thema: Müllgestöber  (Gelesen 610 mal)

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Catweazle

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Müllgestöber
« am: 18. April 2012, 13:49:08 »
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Bei seiner Recherche zu seinem Buch über den weltweiten Müll-Handel hat Adam Winter in Guiyu, einem Zentrum zu Verwertung von Elektronik-Schrott, nicht nur alte,ausgediente Computer gefunden, sondern auch eher neuere Komponenten.
http://shanghaiscrap.com/2012/04/why-is-new-samsung-and-hp-material-being-dumped-in-guiyu-follow-the-bar-codes/

Anhand der Barcodes möchte er gern erfahren, inwieweit Hersteller solcher Teile Mitverantwortung daran tragen das dieser Elektronikschrott in diesem "berüchtigten" Guiyu landet, obwohl einige von den genannten Firmen Mitglied bei E-Stewards sind und sich u.a. dazu verpflichten dafür zu sorgen das Sondermüll, eben auch E-Schrott, u.a. bei zertifizierten Recyclern nach e-stewards-Standard landen soll und auch nicht in Entwicklungsländer exportiert wird.  - Falls es Export-Müll ist.

China als Entwicklungsland zu bezeichnen ist ja so eine Sache. Aber es gibt viele Beispiele dafür, das es dort in manchen Bereichen noch zugeht, wie bei Hempels unterm Sofa. Oder hier eher, die Hempels in Guiyu.
Wired for gold http://www.chinadaily.com.cn/usa/life/2011-11/16/content_14104157.htm

Da er von HP und Samsung auf Anfrage keine weitere Unterstützung bekam, wendet er sich mit den Fotos, auf denen die Barcodes und Seriennummern zu sehen sind, an Leute die anhand dieser Merkmale Hinweise darauf geben können, wie es nach Guiyu gelangt ist.

Vor ein paar Wochen lief ein Bericht bei Phoenix über den Handel mit ausgedienten Fernsehern und Monitoren aus Europa nach Afrika. Erstaunlicherweise kaufen Afrikaner Altfernseher größtenteils ungeprüft und"ungesehen" für vergleichsweise viel Geld.
Zum Beispiel eine große Sony-Röhre für umgerechnet 50 oder 60 Euro,wenn ich mich recht erinnere. Diese TV-Geräte sollten auch nicht dort sein, da zum Beispiel Entsorgerbetriebe eigentlich für eine umweltgerechte Verwertung im Inland sorgen müssten.

Ob sein Versuch anhand einiger weniger Daten überhaupt erfolgversprechend ist?

Die stammt wohl nicht aus einem ALDI-Rechner.



Hier eine AMD-Graka.

Wieso ist eigentlich da unten ein kleiner roter Pfeil? Ein Hinweis auf den ausgemachten Defekt und dann doch nicht instandgesetzt?

Hier auch noch ein scheinbar nagelneuer AMD-Graka-Kühler. Oder besser damals noch ATI.

http://shanghaiscrap.com/wp-content/uploads/2012/04/ATI_Radeon.jpg

In der e-Stewards-Liste ist interessanterweise auch Nvidia. http://e-stewards.org/recycle-responsibly/enterprises/current-e-stewards-enterprises/

Offline Primordial

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Re: Müllgestöber
« Antwort #1 am: 19. April 2012, 20:40:06 »
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Schöne Doku von arte, die das Thema ein bisschen anschneidet, ist hier zu finden:
https://www.youtube.com/watch?v=zVFZ4Ocz4VA

Meiner Meinung nach ist das ein wichtiges Thema, was ständig totgeschwiegen wird, weil keiner Lust hat sich damit intensiv zu befassen. In der Tat ist es aber, wie die Doku zeigt, ein total komplexes Problem, das man nicht eben mal kurz diskutieren und auch nicht über Nacht ändern kann.

Die Entsorgung von Elektroschrott zu verbessern wäre schon mal ein Anfang. Immerhin sind diese ganzen Teile voller Rohstoffe, die mit Hilfe eines sinnvollen Modells wiederverwertet werden könnten. Da diese Vorgehensweise aber teuer ist, wird das Problem an Entsorungsbetriebe weiter gegeben. Und die kommen damit auch nicht unbedingt besser klar. Viele vermeintlich entsorgten und teilweise sogar noch intakten Gerätschaften landen in Afrika. Und die sind sich nun mal für gar nichts zu fein und verbrennen einfach den ganzen Schrott, weil es für sie die billigste und einfachste Möglichkeit ist, an die wertvollen Rohstoffe zu kommen.

Und da fängt es ja schon an: wie soll man das Recycling-Problem angehen, ohne den Leuten dort unten noch mehr Lebensgrundlage zu nehmen? Am geschicktesten wäre es wohl, aus einigen Staaten dort unten Recycling-Nationen zu machen, indem man ihnen die Arbeit weiterhin überlässt, gleichzeitig aber dafür sorgt, dass die Emissionen nicht die komplette Natur verseuchen und die dort lebenden Menschen und Tiere von (arbeitsplatzbedingter) Kontamination/Erkrankung verschont bleiben.
Dazu müsste man eben auch die entsprechende Industrie dort unten ansiedeln. Nur wer will darin investieren?


 

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