Autor Thema: Kontrolle als notwendiges Übel?  (Gelesen 1037 mal)

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Offline Primordial

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Kontrolle als notwendiges Übel?
« am: 03. Mai 2012, 10:35:05 »
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Mich würde mal eure Meinung interessieren zu diesem ganzen sogenannten "Internet". Es wird ja viel darüber geredet, über Informationsaustausch, über Daten, über Sicherheit, über Bevormundung, über rechtsfreie Räume und vieles mehr. Was ich mich frage: was kann oder darf der Bürger fordern oder was sollte zumindest gewährleistet werden? Und ist dies dann überhaupt (objektiv betrachtet) sinnvoll? Wo muss die Freiheit aufhören, damit andere nicht zu schaden kommen? Wie definiert man gewisse Grenzen?

Als Einstieg diese News + Kommentare. Inwiefern muss der Staat eingreifen? Wie viel Freiheit wollen wir und wie viel Freiheit ist gut für uns? Viele fordern ja zB dass das Internet ein rechtsfreier Raum sein soll, wobei die Definition sehr variiert. Viele sind gegen Klarnamenzwang und Datensammelwut - gleichzeitig ist man exhibitionistisch. Weiß der User überhaupt was er will?

Braucht man Kontrolle im Internet? Wenn ja, wie viel und wo?

Offline Rico

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Re: Kontrolle als notwendiges Übel?
« Antwort #1 am: 03. Mai 2012, 13:56:35 »
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Im Internet ist ein Kommunikationsmedium. Und Kommunikation selbst kann niemanden in Gefahr bringen. Die Gefahr ist erst das Resultat aus der Kommunikation (körperliche Übergriffe, Produktverkäufe, Anschläge). Aus diesem Grund die Kommunikation zu überwachen ist folglich ein nachvollziehbarer Ansatz, jedoch ist Internet nicht das einige Medium, es lässt sich "gefühlt" ab am einfachsten belauschen. Dass dabei die eigentliche Zielgruppe der Straftäter regelmäßig außen vor bleibt, weil sich die Maßnahmen auch stets umgehen lassen, versteht keiner.

Kontrolle im Internet sollte per se also nur darauf abzielen, das Netz als solches Funktionsfähig zu erhalten. Das entspricht dann etwa dem Vergleich von "Lärmschutz" und "Sendefrequenzen". Da darf eben auch nicht gewildert werden, sondern das Medium ist organisiert. Was letztendlich aber kommuniziert wird, ist jedem selbst überlassen und sollte es auch weiterhin bleiben.
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"Es sieht so aus, als hätten wir in der Computertechnologie die Grenzen des Möglichen erreicht, auch wenn man mit solchen Aussagen vorsichtig sein sollte - sie neigen dazu, fünf Jahre später ziemlich dumm zu klingen." - John von Neumann, 1949

Offline Robert

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Re: Kontrolle als notwendiges Übel?
« Antwort #2 am: 03. Mai 2012, 15:36:09 »
0
Was letztendlich aber kommuniziert wird, ist jedem selbst überlassen und sollte es auch weiterhin bleiben.
Ist zwar etwas weit hergeholt aber zählen dazu auch DoS-Pakete? ;)

Was ist mit Beleidigungen, Mobbing, Aufrufen zu Straftaten u.ä.?
Hey, look! It's not my fault, it's some guy named "General Protection"!

Offline Byron

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Re: Kontrolle als notwendiges Übel?
« Antwort #3 am: 03. Mai 2012, 21:04:13 »
0
Da kann ich dir nicht zustimmen Rico. Das Internet ist weit mehr als nur ein Kommunikationsträger, wie es beispielsweise das Telefon ist. Hier werden handfeste Aktionen (Transaktionen etc.) getätigt, die im Gegensatz zu klassischer Kommunikation einen zählbaren Gegenwert haben. Übers Internet kannst du zudem Daten in Form von Bild und Ton oder jedwedem anderen digitalen oder digitalisierten Inhalt (ver)teilen. Diese haben ebenfalls einen Wert, der in barer Münze aufgewogen wird.

Deshalb kann das Internet nicht bloß dazu missbraucht werden um kriminelle Aktivitäten abzusprechen sondern sie können konkret vollzogen werden. Darüber hinaus sehe ich das Internet gerade nicht als ein einfach zu überwachendes Medium. Im Gegenteil vergleicht man es mit den klassischen Kommunikationswegen (mal den persönlichen Kontakt ausgenommen) ist es das am schwersten kontrollierbare. Zum einen weil es so unendlich groß ist und zu anderen, weil es so vielseitig ist, dass man sich zu fast 100% absichern könnte. Auch hinken die rechtlichen Richtlinien der Zeit maßlos hinterher.


Zum Anfangspost. Die aufgeworfenen Fragen zerbrechen nicht erst seit dem Internet die Köpfe zahlreicher Menschen. Das sind Grundsatzfragen, die über die man nur philosophieren kann, weil sie so tiefreichend sind, dass man nicht jede Lebenseinstellung befriedigen kann. Was aber imho komplett ausgeschlossen werden kann und muss ist die Forderung, dass das Internet ein Rechtsfreier Raum ist. Diese Denke ist grundsätzlich falsch und ignorant. Rechtsfreie Räume darf es überhaupt nicht geben, denn bestimmte Taten dürfen nirgends und unter keinen Umständen geduldet noch gut geheißen werden.

Was die Frage angeht wieviel Freiheit man opfern muss/möchte damit niemand zu Schaden kommt ist es schlichtweg eine Frage der Sichtweise. Zumindest am Anfang. Wenn ich jetzt Aktivitäten von Pädophilen in den Raum werfe, die übers Internet ihre Medien austauschen, sich gegenseitig pushen und gar zu konkreten Aktivitäten verabreden bzw. diese planen ist das eine Sache, die das Opfer so schwerwiegend machen, dass man kaum seine eigene "Freiheit" beim Surfen auf Youtube und Bild als Argument in die Waagschale werfen kann. Aus diesem Grund würde ich mich auch nicht auf eine "soviel muss sein" Aussage festlegen.

Imho ist das auch überflüssig, denn das Internet ist in seiner Architektur so frei und unkontrollierbar, dass alle derzeitigen Bemühungen ein Lufthauch gegen den Orkan darstellen. Es müsste komplett neue Strukturen geben, um das Internet bzw. es geht ja gar nicht ums Internet an sich, sondern um die verfügbaren Daten mit einer eindeutigen Signatur, kontrollieren zu können. Und ganz wichtig, um es bei Notwendigkeit zensieren zu können. Es ist doch eine Farce, dass Seiten mit Kinderpornos bisher nur gesperrt wurden (innerhalb der BRD) aber die Daten weiterhin im Netz (verfügbar) blieben. Es ist eine kaum zu bewältigende Hürde, dass sich wirklich schlimme illegale Aktivitäten in ein Darknet abgesondert haben, dass noch viel schwerer wenn nicht sogar überhaupt nicht zu kontrollieren ist geschweige denn eine Nachverfolgung zulässt. Es ist bezeichnend, dass die Aktivisten von Anon (oder wars Lulsec?) diejenigen waren, die eine komplette Kinderporno-Plattform im Onion-Netzwerk plattgemacht haben. Ganz einfach indem sie die Server blitze blank gelöscht haben.

Stattdessen stürzen sich alle (Politik und Medien) auf die bösen Raubkopierer, die verglichen dazu die Lächerlichkeit eines finanziellen Schadens anrichten. Aber hier sieht man, dass Geld eben doch die Welt regiert. Zumindest lässt es die Mühlen schneller mahlen, wenn man die notwendige Lobby hinter sich hat. Dort wo die Gesetzeshüter viel dringender aufdecken und schützen müssten passiert nur bedingt etwas. Wenngleich ich darüber erfreut bin, dass sich die Nachrichten gehäuft haben, dass irgendwelche Kinderporno-Ringe ausgehoben wurden. Aber naja, wenn man nur einen Schritt weiter denkt, dann muss man ganz einfach attestieren, dass die Welt mittlerweile zu einem nicht geringen Teil total krank und abstoßend geworden ist. Immer mehr Leute sind so verroht und abstoßend, dass es einem Tränen in die Augen treibt, wenn man Minimum einmal die Woche davon liest, dass Eltern ihre Kinder in jedweder Form missbrauchen oder sie gar töten. Die Meldung von der Frau und dem Mann, die ein Kind gezeugt haben nur mit dem Ziel, es dann zu missbrauchen ist doch der Höhepunkt einer Ekel erregenden Entwicklung.

just my 2 cents.

asdf

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Re: Kontrolle als notwendiges Übel?
« Antwort #4 am: 04. Mai 2012, 09:26:41 »
0
Da kann ich dir nicht zustimmen Rico. Das Internet ist weit mehr als nur ein Kommunikationsträger, wie es beispielsweise das Telefon ist. Hier werden handfeste Aktionen (Transaktionen etc.) getätigt, die im Gegensatz zu klassischer Kommunikation einen zählbaren Gegenwert haben. Übers Internet kannst du zudem Daten in Form von Bild und Ton oder jedwedem anderen digitalen oder digitalisierten Inhalt (ver)teilen. Diese haben ebenfalls einen Wert, der in barer Münze aufgewogen wird.

Das geht mit einen klassischen Analog-Telefon genauso. Nennt sich klassisches Analog-Modem. Transaktionen kann man auch per Sprache ausführen (Telefon-Banking, mündliche Abmachungen) und Inhalte kann ich auch per Sprache übermitteln, indem ich jemanden Anrufe und ihm den Inhalt erzähle.

Es bleibt trotzdem Kommunikation -- Übertragung von Information zwischen zwei Kommunikationspartnern.

Offline Sleepwalker

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Re: Kontrolle als notwendiges Übel?
« Antwort #5 am: 04. Mai 2012, 22:19:21 »
+1
Man beschäftige sich mit Geschichte und lerne. Die Freiheit des Volkes wird so lange eingeschränkt, bis das Volk es sich nicht mehr gefallen lässt. Uns gehts zu gut, dementsprechend wird es länger dauern. Aber am Ende ist es nur eine Frage der Zeit, bis zur nächsten Revolution.

Die Ami´s haben schon versucht das WWW per Gesetz zu beschränken (das in dieser Form nicht durchgegangen ist), die Briten sind dabei es zu tun. Es wird niemals aufhören, weil hinter diesen Beschränkungen nicht die Politik steht, sondern Corperations, welche die Politik unter Druck setzen oder sie sogar schmieren.

Das Internet ist für diese Corporations nur gut um unsere Daten zu sammeln und uns mit Werbemüll zu torpedieren, aber sobald mal ihre Produkte "gratis" im WWW landen, ist das WWW plötzlich böse und gehört überwacht und kontrolliert.

Schlimmer noch, wenn sich das Volk über das WWW organisiert um gegen ein Regime zu kämpfen, dann muss das natürlich unterbunden werden. Siehe China bzw. überall, wo es Diktaturen gibt. Aber auch in unseren Möchtegern-Demokratien, wird es für die Regierungen bereits unangenehm und das muss ja unterbunden werden... oder? ;)

Witzig finde ich, dass viele Menschen sogar bereit sind ihr Privatleben auf verschiedenen Social-Networks zu veröffentlichen und sich dann darüber wundern, wenn sie ihren Job verlieren, oder keinen bekommen nachdem Firmen im WWW nach ihnen gesucht haben.

Es wird noch viel schlimmer werden, bevor es besser wird.
Das grösste Problem mit Computern sitzt zwischen Tastatur und Sessellehne

Offline garfield36

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Re: Kontrolle als notwendiges Übel?
« Antwort #6 am: 09. Mai 2012, 21:35:27 »
0
Es wird noch viel schlimmer werden, bevor es besser wird.

Daran fehlt mir irgendwie der Glaube. Das es besser wird meine ich.

 

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