Autor Thema: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit  (Gelesen 2522 mal)

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Offline Axel

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Halli Hallo Hallöle. Ich habe hier lange nur Mäuschen gespielt, aber wie einige vielleicht noch wissen, habe ich zu dieser Seite vor Äonen mal etwas beigetragen. Heute brennt mir ein Thema unter der Nägeln, bei dem ich mich dann doch einmal wieder äußern möchte.

Leider ist dieses Thema wie so viele andere auch, eines das stark polarisieren könnte, aber ich lasse es mal drauf ankommen :D.

Mir ist aufgefallen das in einschlägigen Hardwareseiten (und ich meine nicht unbedingt die 100 Seitenzugriffe Studentenspaßseiten) in den letzten Jahren ein starker Fokus auf High End Hardware gelegt wird. Hier werden Grafikkarten für 600 Euro, Motherboards für 300 und Prozessoren für 800 Euro durch Testparcours gejagt und da stelle ich mir die Frage, "Wer kauft überhaupt solche Hardware"?

Meiner Meinung nach ist das ein extrem verschwindend geringer Anteil von Leuten die überhaupt so etwas kaufen.

  • Wer braucht einen hochgezüchteten i7, dessen Leistung vielleicht für CAD Anwendungen schön wäre, aber nicht mal Grafikhungrigste Spiele davon wirklich profitieren, weil die Grafikkarte vorher der Flaschenhals ist ?
  • Wer braucht ein SLI oder X-Fire System, wenn er wahrscheinlich maximal Full HD oder 1920 x 1200 spielt ?
  • Wer braucht Big Tower in Zeiten von SSD und Gigantisch großen Festplatten, wenn speziell aus Lärm und Platzgründen Heute gerne ein NAS genommen wird, das dann irgendwo in einer Rumpelkammer verschwindet?
  • Wer braucht Overclocking in Zeiten von Turbo Mode und mehr als genug Power, selbst bei kleinsten Prozessoren?
  • Wer braucht gigantische, meist völlig überdimensionierte Netzteile um damit unnötig Strom in Wärme zu verwandeln und am Ende vom Jahr 2-3 stellige Beträge an Euros ins Klo zu spülen?
  • Wer braucht angesichts flüsterleiser Lüfter, passiv gekühlter Northbridges, Energieeffizienter CPU´s, massiver Tower Heatpipe Kühler und geräuschloser Komponenten wie SSD noch eine Wasserkühlung, oder 12 Lüftereinbauplätze im Tower?

Diese paar Beispiele sollen verdeutlichen wie unsinnig immer noch Produkte der Masse präsentiert werden, die vielleicht einen Marktanteil von 1 % haben und den Hardwarezugeneigten immer noch suggeriert wird, das sie sowas brauchen ...

Natürlich fühlen sich jetzt die Overclocker, Hardwareenthusiasten, WaKü-Besitzer, Hardwaresignaturinhaber und Performance-Proleten auf den Schlips getreten, was nicht meine Absicht war, aber leider unvermeidlich. Natürlich kann und darf jeder kaufen was er will, aber ich wäre anhand solcher Fakten dafür das mehr Vernunft gepredigt wird, in Foren als auch in Reviews (nicht auf HT4U bezogen, sondern ganz allgemein in der Szene).

Hier wird immer noch so viel Voodoo, Markenkult und Unvernunft betrieben, anstatt das Anliegen vieler, nämlich günstige, effiziente Hardware die zu ihren Bedürfnissen passt zu bekommen und als Tests präsentiert zu kriegen, nicht wahrgenommen. Stattdessen wird utopische Traumhardware getestet, die sich die meisten weder kaufen noch leisten wollen, aber ist ja schön zu wissen, was das völlig überteuerte Hardcorezeugs alles kann.

Wieso werden Dinge wie der Arctic Cooling Alpine 11 Plus oder auch die Sandy Bridge Celerons (nur zwei aus der Luft gegriffene Beispiele) nicht mehr in den Fokus gerückt? Dinge die gut und extrem preiswert sind, aber dennoch für viele Leute völlig ausreichen würden. Auch sonst wird wenig gesprochen über sinnvolle Wattdimensionierung von Netzteilen, um unsinnigen Leistungsoverhead zu vermeiden, oder die notwendige Anzahl von Gehäuselüftern oder deren optimale Platzierung um einen "sinnvollen Airflow" zu erreichen. Oder auch der Gedanke sich vorher zu überlegen ob man statt dem Fullsize ATX Motherboard nicht lieber ein mATX Board und einen passenden kleineren Tower (oder gleich MiniITX) kauft, um hier sinnvoll zu sparen, weil man eh nie ernsthaft von der SLI Option Gebrauch macht (Mikroruckler olè).

Man könnte so viel sinnvoller sparen, könnte sich mehr Gedanken um Lärmbelästigung und Energieverbrauch durch clevere Wahl der Grafikkarte machen, anstatt ernsthaft in Erwägung zu ziehen eine Grafikkarte im Bereich größer 300 Euro zu kaufen, die beides nicht wirklich sinnvoll beherrscht.

Oder das Thema Deluxe Motherboards. Kein Mensch braucht ein Board für 300 Tacken, wenn ein Marken Mobo mit demselben Chipsatz und sehr guten und stabilen OnBoard Audio und LAN Chips von z.B. Realtek bereits ab 70 Euro zu kriegen ist und Leistungstechnisch wenn’s hoch kommt 2% drunter liegt.

Ebenfalls hirnrissig sind mehr als 8 GB Speicher und dann noch Overclockingmodule mit Kühlkörper und schärferen Timings. Leistungszuwachs bei extremen Vergleichen von 1-3%, eventuell vorhandene Kompatibilitätsprobleme wegen Spezialkühlrippen und 1 1/2 bis 2 facher Preis oder mehr. Völlig unvernünftig und sinnlos so was zu kaufen, anstatt einfach auf Standard Value Speicher eines großen Herstellers zurückzugreifen.

Am Ende kann man sich wenn man clever zusammenstellt und auf die wirklich wichtigen Dinge achtet (Preis-Leistung, Energieeffizienz, Lautstärke und wirklich notwendige Erweiterbarkeit) ein System sein eigen nennen, das unwesentlich langsamer, aber viel kühler, leiser und energiesparender läuft als das was gerne prestigeträchtig als toll, wichtig oder sinnvoll angepriesen wird.

Mein Apell hier:

Lasst euch als Leser von Hardwaremagazinen und Seiten keine Bären aufbinden und blickt etwas hinter die Zeilen die da geschrieben stehen. Häufig ist der Redakteur, weil er selber das leuchten in den Augen hat bei so übertriebener Hardware nicht ganz so objektiv wie er sein sollte, oder was bei vielen nach wie vor vorzukommen scheint, durch Werbeabhängigkeiten nicht ganz unvoreingenommen, sprich es geht nur um Business und verkaufen.

Ihr seid zumeist junge Erwachsene, Schüler, Studenten, Familienväter, und bei den meisten hängt das Geld nicht so locker, als das ihr 1200 Watt Netzteile, Multichip Grafikkarten, Overclockingspeicher oder anderen sinnlosen Tand wirklich braucht. Lasst euch also bei vielen Dingen nicht einreden ihr müsstest das unbedingt haben, sondern seid kritischer und fragt nach „was bringt mir das WIRKLICH“ im Vergleich zu günstigeren Alternativen.

Und an die Hardwareredaktionen sei gesagt: Mehr Hyundai´s, Dacia´s und Kia´s testen und weniger Mercedes, BMW und Audi (um die Analogie mit der Automobilindustrie zu ziehen ;)).

P.S.: Deutlich anmerken möchte ich noch einmal das ich hier im speziellen HT4U nicht oder kaum damit meine, da ich weiß wie die Kollegen arbeiten und gerade Lautstärke, Energieeffizienz und allgemein auch bezahlbare Hardware deutlich mehr im Fokus stehen als bei anderen Seiten. Da ihr aber wohl fast alle auch woanders Infos einholt, war der Appell halt in diese Richtung gedacht.

Ebenfalls wichtig ist mir noch zu erwähnen dass ich hier niemandem seinen Spaß an Hardware vermiesen möchte. Natürlich könnt ihr den heftigsten Kram kaufen, wenn ihr Spaß dran habt oder wenn eure Bedürfnisse tatsächlich derart abgehoben sein sollten, jeder nach seiner Fasson. Ich kann auch sehr gut nachvollziehen wie es ist jünger zu sein und sich da in was rein zu steigern. Ich war selber Besitzer einer sehr übertriebenen Wasserkühlung (Northbridge, Southbridge, GraKa, HDD, CPU und NT Wassergekühlt) mehr oder weniger ohne Sinn und Verstand und hab da vor Jahren unendlich viel Geld reingepulvert. Allerdings waren das auch noch LAN-Zeiten und damals war das durchaus und nen Wettbewerb und es ging auch um ein gewisses Prestige.

Heute allerdings geht fast niemand mehr auf LANs, und außer der Hardcore Moddingszene und um Kumpels zu beeindrucken betreibt doch kaum jemand noch ernsthaft Modding oder?

Und zu guter Letzt sei noch gesagt, dass ich das hier einfach so aus der Hüfte heraus geschrieben habe, also sorry wenn ich das ein oder andere Mal den Faden verliere und später wieder aufhebe oder ich Dinge unschön miteinander vermische, aber ich denke das Grundprinzip ist erkennbar ;)
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Catweazle

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #1 am: 07. Mai 2012, 21:24:13 »
0
@Kategorie Grafikkarten

Hier ein paar Beispiele zum Thema Marktanteile der hochpreisigen Grafikkarten ab 200$ vom Marktforscher Mercury Research. Sie selbst kommentieren es zwar immer als "highly experimetal estimate", aber als anerkannte Experten auf dem Gebiet eine gute Orientierung.

Das Segment ist mit etwa 10% im Schnitt bei den Stückzahlen tatsächlich klein.Die Bedeutung für die Unternehmen beim Profit und auch was das Renommee betrifft, groß.

In dieser Preisklasse erzielen Nvidia und AMD Chip-Preise von 50$ aufwärts, bis in der Spitze bis etwa 120$ und damit fett auf der Gewinnseite. Um im GPU-Segment insgesamt profitabel zu sein, benötigt AMD meinen Schätzungen zufolge etwa wenigstens einen
Overall-GPU-ASP von ungefähr 23$. Da die Millionen Wald-und-Wiesen-GPUs der anderen Preissegmente den Overall-GPU-ASP stark absenken, sind die hochpreisigen GPUs natürlich von großer Bedeutung für den Mix und damit für das Gesamtergebnis.

Die Wirkung der hochpreisigen GPUs als Werbung für die Marke und auf die niedrigpreisigen GPUs ist schwierig zu messen, dennoch offensichtlich vorhanden.

Als jüngstes Beispiel Nvidias 690. Vermutlich eine verschindend geringe Stückzahl und dieser Hinsicht fast bedeutungslos, wird das Produkt mit Bedacht promoted, wohlwissend welche Reaktion damit bei geschmierten, wie auch nicht geschmierten Medienvertretern erzielt wird. Die verkürzte, weiterverbreitete Botschaft lautet dann erwartungsgemäß; Nvidia stellt die schnellste Grafikkarte der Welt.

Unabhängig von der Interessenlage des Lesers, wird versucht eine Assoziation der Marke mit überlegenen Eigenschaften zu bewirken, die damit der gesamten Produktpalette zugute kommen soll.

Was wohl angesichts den Gesamtmarktverhältnisse auch funktioniert.


Der HT4U-Leser "Kiso" schrieb gestern in Bezug auf die Microruckler bei der 690:
Zitat
Ich wünschte ich hätte dieses Problem.
Was wohl bedeutet, das er gern so eine Karte hätte. Mein Gedanke angesichts solcher Grafikmonster ist, das selbst wenn ich soetws geschenkt bekäme, keine Verwendung dafür hätte und mich eine Berichterstattung über diese Art Hardware so wenig interessiert, wie kaum etwas anderes.

Aber die Ansichten und Interessen sind ja bekanntlich verschieden und was die Hardware für Enthusiasten betrifft, ist der Anteil der potentiellen Käufer hochpreisiger Komponenten unter der Leserschaft z.B. hier bei HT4U, vermutlich etwas höher als der Durchschnittswert bei den Absatzzahlen.Und diese Interessenten müssen und wollen sich ja irgendwo informieren.

Das beispielsweise HT4U deutlich mehr über Enthusiasten- als über Mainstream-Hardware berichtet, hängt vielleicht auch mehr davon ab, was ihnen von den Firmen so zugesendet wird.

Oder man befürchtet bei stärkerer Berichterstattung über "Brot-und-Butter"-Hardware einen Leserschwund? Weiß nicht.

Offline T061

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #2 am: 07. Mai 2012, 23:46:26 »
0
Also ich vermute ja, dass der Anteil solcher Highend-Hardware bei den Lesern hier höher ist als insgesamt auf den PC-Markt bezogen.

Natürlich sind das die Luxusprodukte, wo die hohen Gewinnmargen erzielt werden. Ich denke aber, eine Berichterstattung darüber ist zielgruppengerecht. Es geht ja in der Hardware-Szene ums basteln, und wer bastelt sich schon einen 300 Euro-PC aus Billigkomponenten? Die Billig-PCs werden doch eher fertig konfiguriert gekauft.

Offline Axel

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #3 am: 08. Mai 2012, 08:22:38 »
0
Ja der Anteil mag schon höher sein, aber mal davon abgesehen das ich zwei SEHR günstige Teile als Beispiel genommen habe, meinte ich eher das halt "mehr" vernünftige Hardware getestet werden sollte und weniger die übertriebene.

Ich behaupte mal, trotz Hardwarefreaks, haben die meisten hier einen i5 und keinen i7 und tendenziell sollte man halt eher vom Midend Segment mehr Ausflüge in die billig Ecke machen, anstatt in die High End Ecke. Ich vermute, es gibt genügend sehr junge Leser dieser Seiten, die versuchen das beste aus ihrem mageren Budget heraus zu holen und eben nicht zur Kategorie Luxusschrauber gehören, und die sind glaube ich ein wenig unterversorgt mit Reviews in der Szene.

Davon abgesehen war das ja am Ende auch ein Appell, allgemein mal mehr Vernunft bei der Komponentenwahl an den Tag zu legen, weil ich aus eigener Erfahrung sagen kann, das sich viele von bunten Verpackungen und hochtrabenden Werbeaussagen veräppeln lassen und am Ende nicht wirklich das kaufen was sie brauchen, oder Ihnen mehr nützt, und dies über alle Preiskategorien hinweg :D.
Loot tut gut

Offline Michael

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #4 am: 08. Mai 2012, 09:18:13 »
0
Naja - ist doch bei Automagazinen auch nicht viel anders. Die Leser lesen sich auch lieber Tests zu Ferraris, Lamborghinis oder Aston Martins durch, als den tausendsten Test zum VW Golf. Obwohl sich die meisten wohl nur Letzteres leisten könnten - wobei das mittlerweile auch so ne Sache ist. Über 20.000 € für nen ollen Golf, aber gut das ist eine andere Geschichte.

Ein Leser solcher Hardwaremagazine liest doch nicht zwingend nur Artikel zu Produkten die er auch kaufen würde. Ein Grossteil der Leser würde doch nie im Leben auf die Idee kommen sich eine GTX 690 zu kaufen - trotzdem ist es doch interessant wie sich die Karte schlägt und was NVIDIA da zusammengebastelt hat. Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass wir hier auf HT4U einen gesunden Test-Mix aus Hardware verschiedener Preisklassen offerieren. Wir haben uns bisher fast immer auch die kleinsten Grafikkarten einer Serie angeschaut, durchaus auch kleinere CPUs und Kühler und zuletzt vermehrt auch viele Budget Gehäuse die den Geldbeutel mit kaum mehr als 35 € belastet haben.

Entsprechend kann ich den Gedankengang mehr Low-Cost-Produkten zu testen icht ganz nachvollziehen. Afaik sind nicht einmal die Chip-Hersteller selbst darauf erpicht dass ihre LowCost-Produkte getestet werden. Ich glaub es gibt nicht einmal offizielle Testsamples beim Launch der kleinen Chips - als Aushängeschild bleiben eben die Highend/Performance-Chips.
« Letzte Änderung: 08. Mai 2012, 09:20:07 von Michael »
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Offline Axel

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #5 am: 08. Mai 2012, 09:21:20 »
0
Ich glaub ich hab mehr als einmal erwähnt das ich NICHT ht4u meine :D
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Offline Byron

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #6 am: 08. Mai 2012, 17:18:07 »
0
Das Problem ist, dass die Hersteller für "kleinere" Modelle idR gar keine Muster rausgeben. Bei Prozessoren ist es so, dass meistens nur die High-End Modelle verschickt werden und dieses sind auch nur erhältlich, wenn es eine neue Generation gibt. Ist auch vollkommen verständlich. Finde ich auch nicht weiter schlimm, denn gerade bei Launches geht es doch gar nicht um das Produkt an sich, sondern um die Technolgie. Da sind es nunmal nur die High-End Komponenten, die technologisch unbeschnitten daher kommen. Im Laufe der Zeit gesellen sich natürlich weitere CPUs dazu, dann auch aus dem Mid-Range-Bereich.


Bei Grafikkarten verhält es sich ähnlich, wobei da auch der Mittelklasse-Bereich von den Herstellern gefördert und bemustert wird. Da ist der auch ziemlich interessant, weil die Unterschiede im Gegensatz zu den CPUs deutlich stärker ausfallen. Komplette Low-End-Karten sehe ich nicht als interessant an. Da lohnt der Aufwand für ein Review doch gar nicht. Leute die Low-End kaufen interessiert nur der Preis und nicht die Leistung. Insofern sehe ich das nicht so schlimm wie du Axel. Und das beziehe ich nicht nur auf HT4U sondern auch auf die anderen Seiten, die neben High-End durchaus auch Komponenten aus dem Mid-Range Bereich testen und vorstellen. Natürlich ist man hier recht stark auf die Hersteller und deren Muster angewiesen, denn jedesmal die Hardware selber kaufen könnte sich wohl selbst der Heise Verlag nicht leisten.

Gruß

Offline garfield36

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #7 am: 08. Mai 2012, 23:46:30 »
0
Ich würde zwar nicht alles unterschreiben, was Axel niedergeschrieben hat, aber grundsätzlich stimme ich ihm zu. Vor allem auf dem CPU-Sektor ist alles was über ca. € 300.- hinausgeht für den Desktop-Bereich eher unnötig.

Bei Grafikkarten sehe ich das etwas anders, da vor allem Spieler oft hohe Leistung benötigen. Karten mit Doppel-GPU, SLI oder Crossfire halte ich allerdings eher für entbehrlich. Vor allem wenn ich an Microruckler sowie eher laute Kühllösungen denke.  Bei Full-HD dürfte eine HD 7870 wohl fast alles auf dem Spielemarkt abdecken. Gebe aber zu, dass ich mir selber eine HD 7950 gegönnt habe, was vielleicht nicht vollständig auf Vernunftgründen basiert.

Bei Netzteilen kann ich immer wieder beobachten, dass User völlig übertriebene Vorstellungen über die benötigte Leistung haben. Viele informieren sich gar nicht und geben sich völlig übertriebenen Schätzungen hin. Allerdings muss auch gesagt werden, dass etliche NT-Hersteller zu völlig überzogenen Vorstellungen beitragen. Siehe auch diesen Beitrag: http://ht4u.net/forum/index.php/topic,55124.0.html

Offline Michael

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #8 am: 09. Mai 2012, 09:20:54 »
0
Nunja was die Netzteile betrifft: in 90% der Fälle dürfte ein 400 W Netzteil mehr als genug sein - unglücklicherweise ist die Auswahl bei kleineren Netzteilen in den letzten Jahren geschrumpft. Zudem fällt der Preisunterschied eher gering aus - da ist der Griff zu einem 550 W Netzteil natürlich schnell getan.
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Offline Robert

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #9 am: 09. Mai 2012, 11:26:23 »
0
Bei Full-HD dürfte eine HD 7870 wohl fast alles auf dem Spielemarkt abdecken. Gebe aber zu, dass ich mir selber eine HD 7950 gegönnt habe, was vielleicht nicht vollständig auf Vernunftgründen basiert.
Da die Anforderungen der Spiele über die Zeit wachsen darf man sich eben nicht auf eine Lösung beschränken die für die jetzige Spiele ausreichend ist. Sie muss ausreichend für die Spiele sein, die du im Nutzungszeitraum der Grafikkarte hast.

Von daher ist eine 7950 nicht pauschal unvernünftig. Ihren höheren Preis muss sie jetzt halt durch längere Lebensdauer wettmachen.
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Offline garfield36

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #10 am: 09. Mai 2012, 16:17:57 »
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Von daher ist eine 7950 nicht pauschal unvernünftig. Ihren höheren Preis muss sie jetzt halt durch längere Lebensdauer wettmachen.

Das wird sie wohl müssen.  ;D

Offline Axel

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #11 am: 10. Mai 2012, 10:04:46 »
0
Ja insofern sie auch NACH den 2 Jahren Garantie noch klaglos ihren Dienst verrichtet ;).

Mir ist durchaus bewusst das viele Leser dieser und ähnlicher Seiten natürlich alleine schon weil sie zur Riege der Hardware-Enthusiasten zählen, eher etwas mehr Geld für Hardware ausgeben, aber genau wie Garfield geschrieben hat, werden viele Entscheidungen weniger Vernunftorientiert getroffen und dieses hier und da unnötig ne Schippe drauflegen, kostet am Ende bei nem kompletten PC durchaus ne Stange Geld.

Oder halt das nicht einberechnen von Folgekosten, gerade bei Energieverbrauch von Grafikkarten/ CPU´s oder auf die Effizienz von Netzteilen achten und sinnige Watt Leistungen kaufen, anstatt meilenweit über den geplanten Einsatzzweck hinaus zu kaufen :).

Hier wäre ein aufklärender Artikel, der den Leuten verdeutlicht wieviel Watt wirklich für entsprechend aktuelle Hardware notwendig sind, sicher ne gute Sache ;D.

Was mich mal interessieren würde, was ich mangels inzwischen längst nicht mehr vorhandener Testmöglichkeiten auch schwer selber raus finden kann, ist wieviel CPU Leistung bei entsprechenden Grafikkarten wirklich notwendig ist, sprich ab wann bei welchem Prozessor welche Grafikkarte den Flaschenhals darstellt und umgekehrt. Ebenfalls interessant fände ich, um beim Beispiel des 530er Celerons zu bleiben (der im Prinzip nen i3, nur erheblich billiger und unwesentlich abgespeckt ist), wie gut so ein Prozessor läuft, wenn man beispielsweise die Ersparnis die man durch den Kauf des günstigeren Prozessors erhält, in eine Grafikkarte größeren Typs steckt.
Loot tut gut

Offline garfield36

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #12 am: 10. Mai 2012, 10:37:18 »
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PCGH veröffentlicht immer wieder mal Tabellen, aus denen sich ergibt welche Grafikkarte zu welcher CPU passt und umgekehrt.

Offline Axel

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #13 am: 10. Mai 2012, 10:46:47 »
0
really, gleich mal nachschlagen :), war mir nicht bewusst ;)
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Offline Robert

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #14 am: 10. Mai 2012, 10:57:26 »
0
Ist das nciht von Anwendung zu Anwendung verschieden? Die eine brauucht viel GPU und wenig CPU und die andere umgekehrt...
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Offline Axel

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #15 am: 10. Mai 2012, 11:00:27 »
0
Dafür kann man dann ja auch verschiedene Benchmarks und Anwendungen benutzen, um am Ende einen Durchschnitt zu haben bzw. zu sehen, in welcher Anwendung es stark bremst.
Loot tut gut

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #16 am: 13. September 2012, 13:07:11 »
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Ich habe das Thema gerade gefunden und möchte meine Meinung auch dazu kundtun. Ich schreibe parallel zum lesen der Beiträge (sonst hab ich wieder alles vergessen  :o)

Zu erst möchte ich noch ein weiteres Beispiel hinzufügen:
  • Wer braucht sehr sparsame Prozessoren, wenn er sich dann eine 300W Grafikkarte/ngespann in den PC hängt?
Womit will man soetwas rechtfertigen? Das betrifft ja auch die leidige AMD/Intel-Diskussion, die ich hier jetzt nicht lostreten will. Aber die Leute regen sich über etwas Mehrverbrauch beim PC auf, kaufen sich dann aber eine Grafikkarte für 500€, die gut und gerne das doppelte der CPU verbraucht. Dieses Effizienz-gehabe ist in meinen Augen Augenwischerei. Entweder ich kaufe eine entsprechende sparsame Grafikkarte zu meinem sparsamen Prozessor und lege mein System auf ein vernünftiges Verhältnis zwischen Energiebedarf und Leistung aus. Oder aber ich bin so ehrlich zu mir selbst und anderen und gestehe mir ein, dass die 20W mehr nun auch niemanden das finanzielle Genick brechen.

Zu mir muss ich sagen, dass ich eher ein Geizknochen bin und deswegen sehr gerne günstig einkaufe. Das trifft auch auf meinen Komponentenkauf zu. So habe ich mir bspw. immer nur dann ein Upgrade geleistet, wenn der alte PC defekt oder wirklich nicht mehr zu gebrauchen war (und da rede ich nicht davon, dasss Spiel XYZ nur grad so mit 30fps in mittleren Einstellungen lief). Hier kann ich auch meinen Vater als Beispiel anführen. Der hat sich vorhiges Jahr einen neuen PC gekauft, samt i7-2600k und 256gb ssd, HD6950 und teurem Intelboard etc. pp. Er als Infolehrer arbeitet ab und zu mal mit 3dsmax und noch weniger mit Magix Video Deluxe 17 - halt nur so für Familienvideos / musikuntermalte Diashows. Jetzt könnte man sagen, dass dies unvernünftig wäre, da gehe ich auch konform, denn für seine Anwendungen  hätte ein günstigerer PC vollkommen ausgereicht. Jetzt kommt aber das große ABER. Mein Vater kauft sich alle 5-7 Jahre einen neuen PC. Sein letzter war ein ...... Pentium 4 mit 2,8GHz (oder doch nur ein Athlon XP 2800+) ich weiß es nicht mehr genau - Alzheimer und so  [wtf]. Und seinen jetzigen PC wird er auf jedenfall wieder so lange benutzen.
Ich für meinen Fall, finde auch neuste Top-Hardware nicht so interessant. Ich finde es auch vernünftig auf gebrauchte Modelle zurückzugreifen, wenn meine Bedingungen noch erfüllt werden - aber die Bedingungen sind halt von Person zu Person unterschiedlich. Ich werd nie verstehen wieso man immer BF3 als Referenz für Spiele nimmt als gäbs nichts anderes und das dann mit 120fps in 3D mit "alles auf Ultra, alter!" spielen muss.

Weiterführend am Beispiel von meinem Vater. Nicht nur Magazine sind in der Verantwortung vernünftiger bei Beratungen/Test/etc. zu agieren. Ich sehe auch Computerläden hier in der Pflicht. Beispiel "PapaPC". Bei meinem Vater steckt ein Intel irgendwas-Board drin, was man im gleichen Umfang von Asrock oder Asus wesentlich billiger bekommen hat. Aber der PC-Händler des Vertrauens ist der Meinung, dass nur Intel und gerade noch so Gigabyte vernünftige Mainboards herstellt. Gleiches habe ich anhand meines Laptop-Kaufes erlebt. Ich wollte den direkt vom Händler, wegen dem Service - dafür zahle ich auch mal 50€ mehr. Habe mich im Internet schlau gemacht und dann trotzdem noch von denen beraten lassen. Da wurden Notebooks von Sony und Toshiba in den Himmel gelobt, Dell gerade so noch verkäuflich und Appel ist sowieso das non-plus-ultra. Aber Acer, Samsung, Packard Bell, MSI? Lächerlich - gleich in die Tonne damit - so die "landläufige" Meinung im PC-Laden. Ich hab dann, schon fast aus Protest, ein MSI-Notebook gekauft und das tat seine Dienste ganz gut, bis der Kampf Wasser gegen Notebook - 1:0 endete.

Was mir persönlich bei Zusammenstellungs-Beratungen auffällt, dass mit unter ziehmlich unnötiger Mist empfohlen wird. So wollten sich Leute des öfteren einen i5-2300-2500 kaufen und denen wurden dann empfohlen "Ja und hier, nimm noch Kühler XYZ für 50€ dazu, brauchst, musst du haben!" - und das mit unter bei Leuten die aufs Geld achten wollten/mussten. Diese 50€ sind in meinen Augen unsinnig verschwendet, da der Intel boxed Lüfter sehr leise ist. Wie ich darauf komme? Mein Vater hat in seinem Rechner mit dem i7-2600k nur den Intel-Lüfter verbaut. Das Ding ist nicht zu hören und die Grafikkarte ist im Idle lauter. War jetzt nur das Lüfterbeispiel - Grafikkartenbeispiel hab ich auch noch. Person wollte PC kaufen und spielt hauptsächlich - ausschließlich Guildwars 2. Ihm wurde dafür eine GTX670 (nach einigen Updates war noch Platz im Budget) bzw. eine GTX 680 empfohlen. Wofür braucht man diese beide Karten bitte?

Aber ich will mich nicht als Vernunftsheiligen hinstellen. Letztes Weihnachten habe ich mir gebraucht ein Upgrade gegönnt. Phenom X3 720 (freischaltbar), DDR1600er RAM und SLI-Board. Der Prozessor okay, der RAM gerade noch so vernünftig, aber das Board - dabei hatte ich die Auswahl zwischen nvidias 980 SLI und amds 880g. Das AMD-Board wäre billiger und vernünftiger gewesen, naja - nobody's perfect.

Das natürlich Magazine hauptsächlich die beste Hardware testen ist ja logisch. Als Hersteller würde ich auch nur das beste Verteilen. Allerdings ist nicht jeder nur den "Supertests", genauso wie ein Großteil der Auto-Zeitschrift-Leser auf einen Ferrari-vs-Lambo-Test verzichten kann. Ich würde z.b. viel lieber was über den neuen Skoda Rapid wissen bzw. dessen Combi-Version.

Zu guter Letzt möchte ich T061 noch widersprechen. Billig-PC's werden sicherlich vorkonfiguriert. Aber es heißt ja nicht, dass nur billig (!= günstig) = vernünftig ist. Man kann sich auch eine PC aus Vorgängermodellen günstig zusammenbasteln. Genauso wie ich, wird es sicherlich noch etliche andere Leute geben, die sich sagen "Hey das reicht doch noch vollkommen aus." und sich daraus einen PC zusammenbasteln.

Liebe Grüße,
Schü

Offline Philipp

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Re: Sinn oder Unsinn - Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
« Antwort #17 am: 19. September 2012, 14:14:15 »
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im großen und ganzen hast du wohl recht. gibt aber auch gute Beispiele.

Hier werden ja auch häufiger mal die günstigen Grafikkarten unter die Lupe genommen und Planet3DNow, unserer gut bekannten Partnerseite, macht regelmäßig Tests nach dem Motto: Was kriege ich, wenn ich billig kaufe?
Linux Mint Debian Edition/Windows-7-Dualboot
Wie konfiguriert man ein Linux? ==> Geri: From textfiles and mythical codelines of cthulhu

With great power come great heatsinks

 

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