Ok, ich will dann mal versuchen Stellung zu dieser Thematik zu nehmen, da die Diskussion hier im Forum aufgenommen wurde. Und erst einmal muss man bitte festhalten, dass es nicht um die MSI GTX 650 Power Edition geht, sondern um die MSI GTX 660 Ti Power Edition aus diesem Test hier:
http://ht4u.net/reviews/2012/msi_geforce_n660_ti_gtx_power_edition_test/Ich versuche es so simple wie möglich darzustellen.
Feststellung1. Mehrere GTX 660 Ti Karten im Test und obwohl MSI mit beispielsweise 1019 MHz Boost-Angabe langsamer scheint als andere mit höherer Boost-Angabe, hält die MSI-Karte den Boost länger und fährt teils bessere Ergebnisse ein.
2. Eine nicht vorschriftsmäßige Schaltung wird festgestellt, welche dazu führt, dass ein Richtek-Chip statt mit der üblichen 5 Volt, mit
satten 9 Volt Spannung angesteuert wird. Der Vorwurf: dadurch liegen höhere Spannungen an, dadurch gibt es einen länger anhaltenden, hohen Boost.
3. Das Umlöten dieser Fehlschaltung führt dazu, dass die MSI-Karte danach mit 10 MHz weniger boostet - so die Informationen wie ich sie verstanden habe.
KommentarEs ist schon verwunderlich, dass diese Fehlschaltung dem Betrieb überhaupt stand hielt und das Richtek-Bauteil nicht schon kurz nach Inbetriebnahme das zeitliche segnete. MSI würde also absichtlich eine schlechte Presse für einen 10 MHz höheren Boost in Kauf nehmen, welcher in
der Summe aller Benchmarks nicht mal mit einem Prozent in Vorschein treten dürfte, sondern vielmehr als Messtoleranz durchgehen würde.
MSI hat zwischenzeitlich bereits die Produktion umgestellt und Karten in den Markt geschickt, welche diesen Fehler nicht besitzen. Dabei bleibt natürlich die Frage, ob sich da nicht wirklich versehentlich ein Fehler eingeschlichen hat, den man im Headquarter in Asien natürlich nicht zugeben würde / will.
Warum bleibt der Boost tatsächlich länger oben?Ich kann leider nicht nachvollziehen, wieso bei all der reißerischen Darbietung abermals die grundsätzliche Funktion des NVIDIA-GPU-Boost wieder außer Acht gelassen wird.
Die Karten mit GPU-Boost erhalten einen maximalen Takt zugewiesen. Dieser maximale Takt kann nur gehalten werden, solang das NVIDIA Power Target - verankert im Video-Bios und überwacht durch drei Ina-Chips auf den Platinen - nicht überschritten wird.Beispiel: Der maximale Boost einer Karte beträgt 1000 MHz, das Power Target ist mit 120 Watt festgelegt. Durch anliegende 3D-Auslastung, den hohen Takt und die damit verbundene Spannung erreicht die Karte ihr soll und überschreitet es für einen kleinen Moment. Die Taktrate wird dann automatisch von 1000 auf beispielsweise 985 MHz zurückgezogen - die Spannung von beispielsweise 1,175 V auf 1,165 V gesenkt. Genügt das noch immer nicht um das PT zu halten, wird weiterhin Spannung und Takt gesenkt, bis das Limit passt.
Eine höhere Spannung - an dieser Stelle mal eingeworfen - wäre also kontraproduktiv und würde schneller für ein erreichen des Power Targets und damit zur Reduzierung der Taktraten führen.
Der entscheidende Umstand in diesem Roundup bei THG dürfte wohl das gesetzte Power Target sein, denn wie wir in unserem Test dargelegt haben, liegt dies bei der MSI-Karte bei fast 160 Watt. (
http://ht4u.net/reviews/2012/msi_geforce_n660_ti_gtx_power_edition_test/index11.php).
NVIDIAs typisches Power Target für die GTX 660 Ti GPUs liegt bei zirka 124 Watt (
http://ht4u.net/reviews/2012/evga_geforce_gtx_660_ti_sc_3_gb_test/index14.php). In diesem Bereich bewegte sich die EVGA-Referenzkarte, aber auch die übertaktete ASUS Top-Version. Bei der EVGA 660 Ti SC mit 3 GB lag es beispielsweise bei 140 Watt - dies aber nur als Anmerkung am Rande.
Welche Freiheiten die einzelnen Boardpartner haben, dieses Power Target zu erhöhen, das haben NVIDIA bzw. die Partner bislang offiziell nicht kommentiert. Festzuhalten bleibt aber nach unserer Erfahrung, dass die MSI-Umsetzung das bislang höchste Power Target vorzuweisen hat.
Daraus ist abzuleiten, dass diese Karte auch grundsätzlich länger auf höchster Boost-Stufe arbeiten kann und wird, während andere Ableger auf Default-Target schon innerhalb von Minuten oder gar Sekunden unter den maximalen Boost abfallen.
Abschließende WorteIch sehe die Sache von ihrem Inhalt her also recht unverbissen (Hauptinhalt: MSI ist schneller und hat absichtlich "etwas Böses" getan um das zu erreichen). Ich unterstelle einen Fehler, welcher vom Hersteller bereits beseitigt ist und nach Rücksprache mit MSI, können sich Kunden mit der betroffenen falschen Schaltung, gerne beim Hersteller melden.
Auch gehe ich nicht davon aus, dass NVIDIA jetzt schimpfend um die Ecke kommen wird. Letzten Endes müsste NVIDIA MSI in seiner Umsetzung gar erlaubt haben, dass man das hohe Power Target umsetzt. Dass die fehlerhafte Schaltung in einigen Fällen zu Boot-Problemen führt ist ein ganz klarer Mangel, auf Grund dessen man beim Hersteller reklamieren sollte.