Autor: Fermat
« am: 24. April 2009, 20:30:22 »
Was in der News völlig fehlt - und womit sich auch die Frage nach dem Controller erübrigt - ist der nicht unwesentliche "Hinweis", dass dieses ... Ding ... natürlich kein einzelnes Laufwerk, sondern ein RAID-0 aus 4 Vertex SSDs ist.
Controller ist in den einzelnen SSDs entsprechend der Indilinx Barefoot, auf der Platine selbst ist dann nur noch ein RAID-PCIe-Controller, weshalb das Teil wohl unter Linux nicht läuft bisher.
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Ach, da ich schon dabei bin mich zu ärgern: wieso werden auch von euch immer diese unsinnigen Sequential-Read / Write-Werte hände- und schenkelklatschend sowie offensichtlich vom Hersteller übernommen und nichtmal als Seq-werte gekennzeichnet an jeder Stelle wie die letzte Wahrheit niedergerotzt? Dass bei vielen SSDs (besonders mit JMicron-Controller) in der Vergangenheit controller- wie firmwarebedingt die iOps-Rate bei random-write-Zugriffen und kleineren Datenblöcken jenseits von gut und böse war ist nun echt keine Neuigkeit mehr.
Ergebnis waren bekanntlich Schreibraten, die auf niedrigem DSL-Niveau lagen und für ein "Arbeitsgefühl" wie auf Diskette gesorgt haben, mit Schreibverzögerungen von >200ms.
Die Vertex ist jetzt zwar wirklich brauchbar und in ihrem Preissegment sogar eine gute Wahl, aber bricht bei (Random)-Writes (also dem, was man den Tag über nunmal zwangsläufig auch so macht bei einem Desktopsystem) immernoch ein, wie jede SSD, besonders, wenn sie Daten modifizieren, also statt eines simplen page-writes einen blockweisen read-modify-write vornehmen muss und ganz besonders, wenn das Laufwerk schon eine Weile in Benutzung war, die Pages also mit alten/"gelöschten" Daten prall gefüllt sind und die SSD nicht anders kann als Blocks zu löschen. Nicht umsonst gibt's von Intel ein Erase-Tool für SSDs, das das komplette Laufwerk bis auf die letzte Page leerräumt.
TRIM "ändert" an dieser Schwäche was (wenn es denn mal irgendwann in Windows 7 kommt und sofern man seine SSD nicht komplett zumüllt), spare areas "ändern" daran was (und schieben das unvermeidliche nach hinten), aber insgesamt bleibt es aktuell dabei, dass dieses Laufwerk ein netter (Werbe-)Gag ist mit demselben Malus, den RAID-0 auch mit konventionellen Laufwerken hat: die Vorteile sind gerade für Heimanwender selten spürbar, aber die Nachteile der Einzellaufwerke erhöhen sich exponentiell.