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Re: Zu faul und zu doof für Linux? Seele für immer an MS verloren? 
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Zusammenfassung

Autor: Dennis
« am: 23. August 2011, 17:07:52 »

Es gibt nicht viel, was Linux kann was Windows nicht kann oder besser kann.

Linux ist immer noch Frickelsoftware, wenn mehr als surfen und ein Brief an Mutti schreiben ansteht. Ich arbeite seit Jahren täglich mit Linux und hatte auch 1,5 Jahre einen Linux Desktop. Mittlerweile bin ich wieder bei Windows, weil es einfach funktioniert. Es gab soviel Software die ich gewöhnt bin und die auch kostenfrei war, die es dann unter Linux nicht mehr gab. Fragt man dann nach kommen irgendwelche Alternativen die dann das Dateiformat nicht können und ähnliches... War mir dann irgendwann zuviel

Im Serverbereich hingegen gibt's nichts besseres, per SSH kann ich das ganze System konfigurieren und zwar wirklich alles und das recht schnell und effektiv. Wohin gegen bei Windows Server ich AFAIK immer eine Remote Desktop Verbindung brauche.

Linux auf dem Desktop ist meiner Meinung nach reine Eigengängelung. Für Sachen die es wirklich nur unter Linux gibt habe ich einen kleinen Homeserver zu stehen der 24/7 läuft mit Ubuntu Server drauf. Kmymoney nutze ich z.B. auch intensiv, da starte ich unter Windows Xming, verbinde mich dann per putty zum Server und setze den Haken bei X11 tunneln. Wenn ich dann im Konsolefenster kmymoney starte öffnet sich das Fenster wunderprima in meinem Windows ;D
Autor: Rico
« am: 22. August 2011, 17:35:46 »

Probier doch einfach mal, unter Linux Anwendungen zu finden, mit denen du die Aufgaben lösen kannst, die du bisher mit Windows machst. Ich hab zum beispiel immer noch Linux, weil es kein brauchbares Äquivalent für KMyMoney gibt.

Wenn ich deine Anwendungsliste so sehe, wüsste ich aber keinen Grund, warum du Linux verwenden solltest. Bei mir sieht das deutlich anders aus:

Browser, Mailclient, Bildbearbeitung, Musik-Wiedergabe, Instant Messaging und Office.
Alle Sachen kann ich sowohl unter Windows als auch unter Linux machen.
Autor: Philipp
« am: 20. August 2011, 12:05:05 »

In anderen Kreisen werd ich deswegen als Linuxverachter geächtet ;)

Zu recht?  ;D

Nee, jeder muss selber wissen, was er wo einsetzt. Man kann nur helfen, wenn es um konkrete und lösbare Probleme geht.
Autor: Rick
« am: 19. August 2011, 20:47:59 »

Naja, es gibt zwei Gründe für das nackte Linux, wovon einer auf der Hand liegt, der andere eher philosophischer Natur ist.

Erster Grund ist, dass ein System was nur genau eine Aufgabe hat, auf die es spezialisiert ist, und von Grund auf daraus ausgerichtet wurde, besser zu kontrollieren ist, als ein System, dass viele Dienste bereitstellt und vielen Schnickschnack mitbringt, den man nicht braucht.

Der zweite Grund, ist dass Linux (oder eines der BSDs) einem die Möglichkeit gibt das System von Grund auf zu erlernen. Das ist einer der wenigern Unterschiede die es zu Windows oder OS X hat, denn sonst sind die Plattformen alle relativ gleichwertig.
Wenn man diesen Vorteil des Systems ausnutzen will, ist der Weg bei dem man am ehesten die Motivation aufbringt sich damit auseinanderzusetzen, der Weg über das nackte System.
Meine Aussage soll ja auch nicht heißen "Linux ist besser als Windows, und nackt erst recht", sondern "nacktes Linux ist in manchen Fällen besser als Windows, aber Fertiglinux bringt gegenüber Windows nur den geringeren Anschaffungspreis und Probleme".


Vielleicht bin ich aber auch durch meinen Anwendungsfall 'Vielseitiger aber 'leichter' Desktop und Server für DAten, Routing und alles was man sonst auslagern kann" vorbelastet. In disem Scenario jedenfalls ist Linux wie gemacht für den Server, und ein 'Fertig-Linux' bringt mir wenig Vorteile. Genauso ist das Windows auf dem Desktop pflicht, da ich eben doch gern mal ein Spiel spielen möchte, ohne dabei die vielfältigsten Probleme zu haben. Zwischenzeitlich hatte ich auch immer mal colinux oder eine VM auf dem Desktop, aber in letzter Zeit habe ich die nicht mehr gebraucht. Auch weil mein Server um einiges leistungsfähiger geworden ist.

Für mich ist das Problem mit dem Linux-Desktop, dass er meistens versucht zu replizieren was es bei Windows so gibt, und das leider ohne hinreichendes Review durch Usability-Experten.

In anderen Kreisen werd ich deswegen als Linuxverachter geächtet ;)
Autor: Michael
« am: 19. August 2011, 20:34:30 »

Ich denke nicht, dass es a priori falsch ist sich so ein graphisches Dosenlinux hinzusetzen, aber ich denke der Nutzen ist einfach nicht da - also genau das Problem des urspruenglichen Beitrags. Der Nutzen entsteht erst wenn man unter die Haube schaut und sich mit dem Kram auseinandersetzt. Das faengt an beim Kernel kompilieren und fuer die Platform optimieren und geht dann relativ schnell weiter zum profilen und debuggen. Das sind die einzigen tatsaechlichen Vorteile, die ein offenes System gegenueber Windows hat. Wer sich aber dafuer nicht interessiert, hat keinen besonderen Nutzen von so einer Plattform. Die eierlegende Wollmilchsau wird von Windows weiter am besten bereitgestellt.

Ich versteh immer noch nicht so ganz, wo der Nutzen einer solchen nackten Linux-Distro sein soll - wieso soll ich zeilenweise Text/Code in eine Kommandzeile eingeben, wenn es eine Freeware gibt, die das selbe mit zwei Mausklicks macht?  ???

Irgendwie laufen solche Diskussion immer wieder darauf hinaus, dass irgendein Profi in jedem Post sein nacktes Linux als vorteilhaft und super verteidigt. Wer es mag soll das bitte tun, aber ich finde es falsch Windows per se als schlecht darzustellen. Es macht (meistens) was es soll - dass es hin und wieder Security-Probleme gibt ist einfach auf die Verbreitung zurückzuführen. Solche Probleme lassen sich aber mit aktuellen Updates, einem Virenscanner und Gehirn 2.0 weitestgehend vermeiden.
Autor: T061
« am: 19. August 2011, 15:05:02 »

Naja,

bei Open Office oder Opera könnte ich tatsächlich auf Linux umsteigen, weil ich dann vom Look and Feel kaum Unterschiede habe. Leider ist das nur ein Teilaspekt und geht nur bei Internet und Office.
Autor: Philipp
« am: 19. August 2011, 14:25:34 »

Und ich hätte gerne noch eine Salamipizza mit extra Zwiebel und Senfsoße und das ganze umsonst.

Sorry, aber wenn du Linux nutzen willst und Windows erwartest, dann kann dein Versuch nur scheitern. Du solltest wirklich das Konzept von Rick ausprobieren.
Autor: T061
« am: 19. August 2011, 11:57:41 »

Mal schauen was mir so einfällt...

1x Corel Draw Clone, der Corel auch ähnlich ist und demnach nicht Inkscape heisst
1x eine schöne Sprachausgabe wie liguatec Voice Reader
1x Landkarten-Allesfresser wie Touratech QV
1x AutoCAD-Ersatz
1x Treiber für CanoScan 3000 Ex Scanner
1x Patternsequencer wie FL mit einigermaßen Ausstattung (also nicht LMMS)
1x Direkte Syncmöglichkeit Nokia-Handy<->Thunderbird/Lightening
1x Ersatz für Winamp mit Streamripper (sollte sich machen lassen)
Autor: Philipp
« am: 19. August 2011, 11:20:39 »

Es ist auch nur solange bequemer mit dem Programm installieren, so das benoetigte Programm vom Paketmanager verwaltet wird. Ab und an gibt es aber Software die das nicht tut. Dann ist die Bequemlichkeit so schnell verflogen, dass es keinen Spass macht - schon weil es keinen zentralen Ort fuer "uninstall information" gibt, ausserhalb des Paketmanagers.

Wenn man PPAs oder bei debian-basierten Distributionen debs nutzt ist das Problem auch nicht gegeben. Es gibt Tücken, aber für mich überwiegt ganz klar der Vorteil...

Ich meine, wir können diese Diskussion bis zur Unendlichkeit führen. Beides hat Vor- und Nachteile. Für mich überwiegen die Vorteile, um Linux als Hauptdesktop zu nutzen, für dich nicht. Ich denke, dass das ein Punkt ist, auf den man sich einigen kann.

Das mit der VM ist allerdings eine gute Idee.
Autor: Rick
« am: 19. August 2011, 11:07:15 »

Es ist auch nur solange bequemer mit dem Programm installieren, so das benoetigte Programm vom Paketmanager verwaltet wird. Ab und an gibt es aber Software die das nicht tut. Dann ist die Bequemlichkeit so schnell verflogen, dass es keinen Spass macht - schon weil es keinen zentralen Ort fuer "uninstall information" gibt, ausserhalb des Paketmanagers.

Was ich T061 empfehlen wuerde, ist Linux in einer VM zu benutzen, so hat er das Windows immer zur Hand, kann aber zum Beispiel den Internetbrowser in der VM benutzen, um sich vor Drive-By downloads und ActiveX exploits zu schuetzen. Dank samba kann man ja die Benutzerdaten recht transparent zwischen VM und Windows-Host teilen, so dass man kein System irgendwelche Dateien als "Geiseln" nehmen kann.
Fuer das schreiben von laengeren Texten, eignet sich eine "richtige" Latex-Distribution nativ unter Linux auch schon mehr als die Windowskruecken, die einem angeboten werden. Die funktionieren zwar meistens auch, aber spaetesten wenn man Makefiles benutzen will, wird es schon schwieriger....
Autor: Philipp
« am: 19. August 2011, 10:48:19 »

Naja, du hast sicherlich einige gute Punkte. Aber was den Nutzen betrifft muss das jeder für sich selbst entscheiden. Bei mir läuft Gnome2, der Catalyst tut was er soll und im Allgemeinen arbeite ich eigentlich noch lieber unter Gnome2 als unter Windows 7, obwohl letzteres überhaupt nicht schlecht ist. Allein schon die Art Programme zu installieren ist viel bequemer als unter Windows, um nur einen einzigen Punkt zu nennen.

Vielleicht meldet der T061 ja nochmal wieder und lässt uns wissen, welche Programme ihm fehlen?
Autor: Rick
« am: 19. August 2011, 10:23:03 »

Ich hab erst vor fuenf Jahren mit Linux angefangen, damals auf nem geschenkten Celeron 333 mit 32 MB RAM und 1.7 GB HDD.
Hatte keine echte Ahnung von nix als ich anfing, allerdings war ich als Informatikstudent natuerlich umgeben von Linuxspezialisten, die ab und an mal mir helfend untter den Arm greifen konnten. Aber nur ab und an. Das Linux-Credo ist RTFM, und da kommt man so und so nicht dran vorbei.
Deshalb sollte man die Distribution auch nach der vorhandenen Dokumentation waehlen. Das Gentoo-Handbuch ist da eine echte Schatztruhe.

Fuer alles was graphisch ist, benutz ich Windows, weil ab dem noetigen Komplexitaetsgrad den man fuer ein graphisches Interface mit Desktopmanager braucht, Open Source nicht mehr so wirklich zu funktionieren scheint. Entwickler sind nunmal Entwickler, und die Zahl an Designern und Usability Profis, die von Managern dazu gebracht werden zu einem gemeinsamen Nenner zu finden, wie es fuer so komplexe Projekte notwendig ist, findet man nur in grossen Unternehmen.
Das fertig benutzbare Linux bringt einen naemlich einfach nicht voran, im Vergleich zu Windows. da ist es wirklich sinnvoller schnell ein Cygwin zu installieren, fuer die Pakete die man braucht, als ein Linux auf's bare metal zu installieren.
Meine mails schreib ich auch nicht in der Kommandozeile, aber meine Musikbibliothek update ich ueber sie, mein irc client laueft in einer, und mein torrent client auch.

Wer sein Betriebsystem nicht kontrollieren will, der ist mit Windows oder MacOS besser bedient. MacOS bringt ne brauchbare shell mit, und unter Windows bekommt man per cygwin auch ne bash zum laufen. Die ganzen KDE's, Unity's und Gnomes sind alle den Stress nicht wert, den man mit Treibern, X-windows und so weiter hat, selbst wenn man eine "Fertig-Distro" benutzt.

Ich denke nicht, dass es a priori falsch ist sich so ein graphisches Dosenlinux hinzusetzen, aber ich denke der Nutzen ist einfach nicht da - also genau das Problem des urspruenglichen Beitrags. Der Nutzen entsteht erst wenn man unter die Haube schaut und sich mit dem Kram auseinandersetzt. Das faengt an beim Kernel kompilieren und fuer die Platform optimieren und geht dann relativ schnell weiter zum profilen und debuggen. Das sind die einzigen tatsaechlichen Vorteile, die ein offenes System gegenueber Windows hat. Wer sich aber dafuer nicht interessiert, hat keinen besonderen Nutzen von so einer Plattform. Die eierlegende Wollmilchsau wird von Windows weiter am besten bereitgestellt.
Autor: Philipp
« am: 19. August 2011, 09:30:10 »

Nun, ich bin über Ubuntu zu Linux gekommen und habe mir auch (danach!) ein NAS selbst zusammenkonfiguriert mit Debian auf der Kommandozeile.

Ich denke, du musst das ganze etwas praktischer sehen und vor allem weniger von der Seite eines "Profis", der schon seit droelfzig Jahren mit Linux, Compilern und Rechnern im Allgemeinen hantiert. Du kannst von einem Neuling nicht erwarten, direkt mit dem Kernel kompilieren anzufangen.

Die von dir genannten Klicki-Bunti-Distributionen bieten alle den Vorteil, dass sie ein fertig benutzbares System anbieten. Auf dieser Basis kann der Nutzer dann Schritt für Schritt in die Möglichkeiten von Linux eintauchen. Dass Ubuntu und so nicht des Profis letzter Schluss sein können ist klar, aber das liegt weniger am Vorhandensein einer grafischen Oberfläche, sondern an ziemlich kruden Vorstellungen von gewissen UI-Designern (Beispiel Unity bei Ubuntu und Gnome3 sowieso).

Also ich für meinen Teil bin nicht so nerdig, als dass ich meine Mails von der Kommandozeile aus schreiben wollte. Und sowieso: Das Vorhandensein einer guten und intuitiven Oberfläche schließt ja die Nutzung der Kommandozeile mit all ihren Vorteilen nicht aus!
Autor: Rick
« am: 19. August 2011, 07:28:48 »

Gentoo hat ein wunderbares Installationshandbuch, das einen an die Hand nimmt, man sitzt also definitiv nicht vor schwarzem Bildschirm un d weiß nicht wohin. Grade wenn man entweder eine dedizierte Maschine oder eine VM hat, und weiter recherchieren kann, geht die Installation relativ gut von der Hand.

Und, wenn man eben nicht mit einer Distribution arbeitet, die einen gleich von Anfang an mit der Kommandozeile in Berührung bringt, hat Linux kaum einen Vorteil gegenüber Windows. Denn die Vorteile liegen, meiner Meinung nach, primär in der guten Konfigurierbarkeit über Dateien, die relativ mächtige Kommandozeile die einem erlaubt praktische Skripte zu entwerfen, und schließlich die Möglichkeit sich im Zweifel den Quellcode von etwas, was nicht funktioniert anzuschauen, um es bei kleineren Problemen flugs selbst zu reparieren, oder dem Entwickler einen möglichst hilfreichen Bugreport zu liefern. Manchmal hat man auch den Vorteil besserer Dokumentation, aber das ist leider nicht immer so. Die meisten großen Pakete geben sich zumindest Mühe, dass alles dokumentiert ist.

Wenn man nur in der graphischen Oberfläche bleibt, sollte man bei Windows bleiben. Wenn man nix produktives macht, ist es fast sinnvoller Steve-O' nen paar hundert euro zu Spenden und sich nen Mac zu kaufen, als sich an Ubuntu zu probieren, wenn'S denn mal was anderes als Win sein soll.

Schließlich: Wer aufgibt, gibt halt auf. Demjenigen ist Linux/Unix nicht von Nutzen, und es hat keinen Sinn wenn er sich auch nur ein Ubuntu oder SuSE oder Fedora aufsetzt.
Autor: Philipp
« am: 18. August 2011, 23:49:50 »

Rick, sich vorzustellen, einen Linux-Neuling mit Arch oder Gentoo an die Materie heranzuführen ist völlig absurd.

Er würde vor einem schwarzen Bildschirm sitzen, keine Verbindung zum Internet haben und nahezu in allen Fällen direkt aufgeben.