
Freitag, den 20. September 2002
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VIA lizensiert QBM-Technologie als Alternative zu Zweikanal-DDR-RAM
Über die QBM-Speichertechnologie der Firma Kentron hatten wir erstmals im März 2001 berichtet. Während das Dual-Channel-DDR-RAM-Interface des nForce-Chipsatzes von nVidia oder der kommenden Intel-Pendants zwei 64bittige Speicherkanäle zusammenschaltet, um unter Verwendung von DDR-RAM zwei Datenwörter je Taktzyklus und Kanal zu übertragen, nutzt QBM (Quad Band Memory) weiterhin ein herkömmliches, einkanaliges 64bit-Speicherinterface, kann jedoch aufgrund der doppelseitigen Chip-Bestückung der QBM-DIMMs und dem speziellen Taktungsschema mit 90 Grad Phasenversatz pro Taktzyklus vier Datenwörter übertragen, was eine identische Speicherbandbreite ergibt. Auf den Speichermodulen sind dafür einige zusätzliche Bausteine erforderlich - ein Bild dazu und weitere technische Einzelheiten findet Ihr in einer früheren HardTecs4U-Newsmeldung.
Anders als in besagter Newsmeldung berichtet, ist von Mainboards mit P4X333- oder P4X400-Chipsatz und QBM-Unterstützung weit und breit nichts zu sehen, die bisher erhältlichen Boards tragen den P4X400-Chipsatz mit einkanaligem 64bit-DDR-RAM-Speicherinterface. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben, hat VIA zusammen mit seiner Tochterfirma S3 nunmehr doch eine Lizenz zum Einsatz von QBM erworben. Erste Mainboardchipsätze sollen bereits auf dem im Oktober stattfindenden VIA Technology Forum vorgestellt werden.
Man darf gespannt sein, was aus der QBM-Technologie werden wird - schließlich hat nicht nur VIA seine diesbezüglichen Entwicklungen weit zurückgestellt, auch SiS hatte für seinen Intel-Chipsatz SiS645 und den AMD-Chipsatz SiS745 bereits Ende 2001 den Einsatz von QBM angekündigt, woraus bekanntermaßen ebenfalls nichts geworden ist. Dabei bietet QBM gegenüber zweikanaligen DDR-RAM-Lösungen durchaus Vorteile - so wäre neben niedrigeren Materialkosten der Platzbedarf für die Verlegung von Leiterbahnen und Speicherslots deutlich geringer und ließe somit für andere Komponenten mehr Platz auf dem Mainboard. Die Speicherriegel selbst würden über die gleichen Timings wie DDR-RAM verfügen und trotz der zusätzlich erforderlichen Bausteine kaum teurer sein - zumindest auf dem Papier. Weiterhin wird QBM anders als RDRAM nicht durch Lizenzgebühren belastet, da Kentron sich bereits im Vorfeld für den völligen Verzicht auf entsprechende Zahlungen entschieden hatte. Sollte es nun noch gelingen, die QBM-Technologie als offenen Standard durch die JEDEC verabschieden zu lassen, stünde einer Etablierung im Markt eigentlich nichts entgegen. Eine wesentliche Erleichterung wäre es, falls auf QBM-Mainboards auch herkömmliches DDR-RAM verwendet werden könnte. Die technische FAQ zu QBM läßt diesen Schluß jedenfalls zu, da QBM-RAM über eine identische Pin-Zahl von 184 verfügt. [vw]
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