
Samstag, den 1. November 2003
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Intels kleiner Prescott mit großen Problemen?
Die Nachrichten verdichten sich. Eigentlich ging die Gerüchteküche vom 3. Dezember als offiziellen Erscheinungstermin für den neuen Pentium 4 mit Prescott-Kern ausgegegangen. Die darauf folgenden Spekulationen sprachen von Januar/ Februar 2004 und letzte Gerüchte berichten nun sogar schon von Terminen bis ins zweite Quartal hinein.
Genau wie die Launch-Termine wechseln auch die vermuteten Gründe für die Verspätung. Machte man zu Beginn noch die hohe Leistungsaufnahme bei der 90nm-Fertigung für die Probleme verantwortlich, scheint sich nun als Problem die Inkompatibilität mit der aktuellen Busgeschwindigkeit von 800 MHz heraus zu kristallisieren. Letzten Berichten zufolge sei man nur in der Lage, den neuen Core mit FSB533 stabil zu betreiben. Wie steht es also wirklich um den Prozessor-Giganten? Die Konkurrenz schläft nicht und steckt mitten in den Vorbereitungen für den Angriff auf den Thron mit Hilfe seiner 64bittigen Schäfchen.
Zunächst einmal scheint die Ursache aller bisher genannten Gründe noch immer in der kleineren Fertigungsgröße zu liegen. Die Umstellung von 0,13 µm auf 0,09 µm scheint sich doch problematischer zu gestalten, als man es vorher angenommen hatte, obgleich der vorherige Sprung von 0,18 µm auf 0,13 µm bei Intel seinerzeit ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen war. AMDs Wechsel auf die kleinere Strukturgröße hatte dagegen beim Thoroughbred anfängliche Schwierigkeiten gezeigt. Also ist es durchaus nicht abwegig, dass auch einmal Prozessorgigant Intel bei der Umstellung auf eine neue Fertigungstechnologie mit gewissen Schwierigkeiten konfrontiert wird.
Dennoch sollen zumindest niedriger getaktete Modelle auf Basis des B0-Steppings mit FSB533 lauffähig sein, was Gerüchte über die Zwischenlagerung großer Mengen von Prescott-Celeron Prozessoren belegen würden. Hier spielt angeblich der Einsatz auf den Sockel 478 Mainboards mit Intels 865/875 Chipsätzen eine Rolle, auf denen ein Betrieb mit FSB800 wegen der Referenzspannung (GTLREF) nicht möglich war. GTLREF ist die Grundlage für den Signalempfänger auf dem Motherboard, um eine logische Null von einer Eins unterscheiden zu können. So musste das Design der CPU-Cores deshalb -- obwohl auf dem zukünftigen LGA775 Sockel angeblich lauffähig -- mehrfach geändert werden. Folglich besteht die Möglichkeit, dass vom Prescott geringfügig unterschiedliche Varianten für Sockel 478 und 775 erscheinen werden, die aber vom Funktionsumfang her nur minimal voneinander abweichen sollten.
Sollte sich der Sprung in den Handel tatsächlich noch bis ins zweite Quartal hinein verzögern, könnte es sein, dass Intel zeitgleich die Modelle für beide Sockel in den Handel bringt. Denn damit stünde dem geplanten Release des Grandsdale Chipsatzes im Q2 2004 nichts im Wege. Außerdem wagen wir, den Verzicht der Abwärtskompatibilität seitens Intel auszuschließen.
Sprach Intel uns gegenüber noch kürzlich davon, dass der Prescott noch in diesem Jahr in bilanzrelevanten Stückzahlen erscheinen wird, so passt dies eigentlich recht gut ins Bild der Spekulationen um den Produktionsausschuss. Die lediglich mit FSB533 stabil zu betreibenden Cores des Prescott könnte man ohne weiteres als Pentium 4 in OEM Rechnern verbauen -- dahingehend spekulierten uns gegenüber zumindest Hersteller nahe Kreise. [rl]
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