
Mittwoch, den 14. April 2004
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NVIDIA prescht an die Spitze - der NV40 ist da
Es kündigte sich bereits in den letzen Wochen an, dass der kalifornische Grafikspezialist NVIDIA den heutigen Tag, sprich den 14. April 2004, zum NV40 Launch Datum erklärte. Um 15 Uhr hiesiger Zeit fiel dann der Vorhang für NVIDIAs neue Wunderwaffe.
Wer die News der letzten Wochen aufmerksam verfolgt hat, der sollte wissen, dass es um den NV40 von NVIDIA reichlich Spekulationsstoff gegeben hat. Schon lange war das Interesse an einem Grafikchip nicht mehr so hoch wie beim NV40 von NVIDIA. Doch sicherlich nicht ohne Grund. Der NV30 aka GeForceFX 5800 /Ultra liegt ab heute zwar im Keller von NVIDIAs Haupsitz in San Jose begraben, hat aber dennoch einen fahlen Nachgeschmack hinterlassen. Im vergangenen Jahr verlor man zum NV30 Launch im Grunde desaströs gegen den R300 aka Radeon 9700 /Pro von ATI. Dabei wurde in der Presse nicht nur die deutlich schlechtere Leistung bemängelt (und vor allem auch die schlechte Shaderleistung), nein, auch die Kühlkonstruktion FlowFX bekam als "Staubsauger" ihre Hiebe ab, zu recht müssen wir sagen. Erst mit dem Refresh Chip NV38 aka GeForceFX 5950 Ultra konnte NVIDIA im Herbst letzten Jahres zu ATIs Radeon 9800 XT aufschließen, obgleich die Shaderleistung immernoch nicht das gelbe vom Ei war.
Es scheint klar zu werden, dass NVIDIA mit dem NV40 unbedingt wieder an die Spitze möchte. Die GeForceFX ist vergessen, die 6. GeForce Generation geboren.
Der heutige Tag ist für die GeForce 6800 Ultra auserkoren. NVIDIAs jüngster Spross und zugleich letzte AGP Karte schickt sich an, die Machtverhältnisse wieder in richtige Bahnen zu lenken. Mit einem 222 Millionen Transistoren Chip kann man sich jedenfalls schonmal mit einer Ingeneurleistung rühmen. Soviel Transistoren kamen bisweilen in noch keinem 0,13µm PC-Consumer Chip zur Arbeit. Das Chipdesign bringt auch frischen Wind auf den Markt, denn mit dem NV40 stellt man den ersten Grafikchip vor, der pro Pass 16 einfach bilinear texturierte Pixel ausgeben kann. Der Einfachheit halber spricht man von einem 16x1 Design, obgleich hier nicht 16 Rendering-Pipelines vorliegen, sondern vielmehr 16 Pixel pro Pass ausgegeben werden können. Zudem ermöglicht das neue Design, statt 16 texturierte Pixel gleich doppelt so viele Stencil Werte, sprich 32, berechnen zu können. Dies sollte, auch wenn es beim NV30 schon als Beispiel genannt wurde, z.B. bei Doom III für eine erhöhte Leistung sorgen. Damit der Grafikspeicher nicht ausgeht, werden auf der GeForce 6800 Ultra 256 MB GDDR3 Speicherbausteine verbaut, welche mit 550 MHz arbeiten. Der Chip selber taktet mit 400 MHz, was regelrecht wenig ist und man möglicherweise auf geringe Ausbeuten zurückführen muss. Zukünftige Refresh Chips dürften wahrscheinlich dennoch an der 500 MHz Marke kratzen.
 Hinter den 222 Millionen Transistoren versteckt sich auch ein größerer Vertex Shader (6x ausgelegt). Dazu ist der NV40 als erster Chip Shader 3.0 (CineFX 3.0) konform. Infwiefern dies in zukünftigen Spielen von Nöten ist, bleibt abzuwarten. Einen Vorteil bringt Shader 3.0 dennoch: Shader 2.0 Code lässt sich zu Shader 3.0 portieren und läuft dann einfach schneller ab. Die weitere Technik im Chip wurde ebenfalls erweitert und verbessert, so wie man das von einem neuen Chip auch erwarten kann. Als Beispiel lassen sich hier Verbesserungen beim Memory-Controller nennen. Auch einen integrierten Videoprozessor bringt der NV40 mit sich. Dadurch soll die GPU die CPU beim Dekomprimieren von Videodaten entlasten. Auch die Kompression, also das Codieren von Videomaterial, soll der NV40 beschleunigen können.
GeForce 6800 Ultra Karten sind vom Referenz Design her außergewöhnlich leise, wofür wir ein großes Lob aussprechen wollen. So sollten leise Kühllösungen der Hersteller nicht zur Seltenheit werden. Das PCB ist allerdings nicht kleiner geworden, sondern weist die gleiche Größe auf wie NV38 Karten. Hinzugekommen ist ein zweiter Stromstecker. Dieser ist zwar nicht unbedingt von Nöten, sollte aber dennoch verwendet werden. Denn bei extremen Lastspitzen kann es mit nur einem Stecker zu Instabilitäten führen, da der Karte nicht mehr ausreichend Strom zur Verfügung steht. NVIDIA empfiehlt für GeForce 6800 Ultra Karten übrigends ein 480W Netzteil. Allerdings dürfte ein gutes Markennetzteil mit soliden Leistungswerten auch mit 350W auskommen, je nach PC Ausstattung.
 Für Gamer dürften wohl die nachfolgenden Punkte mit am interessantesten sein. NVIDIA hat endlich auch für ihren 4x Mulisampling-AntiAliasing Mode ein rotierendes Muster eingeführt, so wie dies bei ATI schon seit dem R300 der Fall ist. 4x RGMSAA (Rotated Grid Mulisampling-AntiAliasing ) bietet im Gegensatz zu dem bisherigen 4x Mode eine verbesserte Bildqualität. Auch ein neuer 8x AA Mode hat Einzug in den Testtreiber gehalten. Dieser kann momentan als Mix aus Multi/Supersampling allerdings noch nicht überzeugen, die Geschwindigkeit sinkt einfach viel zu stark ab. Auch am anisotropen Filter wurde gefeilt. Genauso wie die Konkurrenz bietet man nun ein Maximum von 16x Filterung an. Lobenswert ist auch die Tatsache, dass man nun per Control Panel für sich selber entscheiden kann, ob man sich mit einer brilinearen Filterung zufrieden gibt oder ob man volle trilineare Filterung genießen möchte. Allerdings, und das ist in unseren Augen der vollkommen falsche Weg, hat NVIDIA die Filterqualität beschnitten, so dass die Qualität zwischen 45° Winkeln und deren Vielfaches abnimmt. Der anisotrope Filter der GeForce Vorgänger bietet damit eine bessere Qualität, wenn auch nur bis 8x. Es wäre löblich, hier ebenfalls einen Schalter einzubauen, mit dem man die Winkelabhängigkeit des anisotropen Filters wieder deaktivieren könnte.
Kommen wir nun zur Leistung der Karte. Wir wollen kein Blatt vor den Mund nehmen und gleich folgendes klar stellen. Der NV40 übertrumpft die bisherige Konkurrenz deutlich und vermag sogar Ausbrüche von über 100 Prozent Mehrleistung zu realisieren. Dazu gesellt sich eine exzellente Shaderleistung, wovon sich die GeForceFX Serie eine Scheibe von abschneiden könnte. Wir wollen mit den nachfolgenden Benchmarks nur eine kleine Übersicht über die Leistung der GeForce 6800 Ultra darstellen. Die Benchmarks wurden mit 16xAF und 4xAA getätigt, bei Halo kam kein AA zum Einsatz. Bei der GeForceFX 5950 Ultra wurde mit 8xAF gemessen, da keine größeren Modi möglich sind.
| Unreal Tournament 2004 | 1024x768 | 1280x960 | 1600x1200 | | GeForce 6800 Ultra | 30,1 | 24,5 | 19,8 | | Radeon 9800 XT | 22,8 | 15,7 | 11,3 | | GeForce 5950 Ultra | 26,7 | 20,8 | 13,8 | | | | | | Far Cry | 1024x768 | 1280x960 | 1600x1200 | | GeForce 6800 Ultra | 37,5 | 31,4 | 22,1 | | Radeon 9800 XT | 34,7 | 25,2 | 17,6 | | GeForce 5950 Ultra | 19,0 | 13,5 | 9,2 | | | | | | Max Payne 2 | 1024x768 | 1280x960 | 1600x1200 | | GeForce 6800 Ultra | 61,4 | 60,9 | 58,1 | | Radeon 9800 XT | 58,7 | 54,9 | 41,1 | | GeForce 5950 Ultra | 37,6 | 27 | 18,9 | | | | | | Halo | 1024x768 | 1280x960 | 1600x1200 | | GeForce 6800 Ultra | 50,9 | 47,2 | 39,7 | | Radeon 9800 XT | 42,2 | 32,0 | 22,6 | | GeForce 5950 Ultra | 38,4 | 29,1 | 20,7 | Vor allem unter höheren Auflösungen entfaltet die GeForce 6800 Ultra ihre wahre Kraft. Auch die Verwendung vom anisotropen Filter und Anti Aliasing bietet sich mit dem NextGeneration Beschleuniger NV40 geradezu an. Im Gesamtpaket macht sich der verschlechterte anisotrope Filter allerdings nicht gut, was auch durch den verbesserten 4x Anti Aliasing Mode nur ein wenig ausgeglichen wird.
Insgesamt ist die GeForce 6800 Ultra eine ausgezeichnet schnelle Karte, welche als NextGen Beschleuniger (fast) alles richtig gemacht hat. Für knapp 450 Euro dürfte die Karte hierzulande demnächst auf dem Markt auftauchen, was nicht zu viel für eine Grafikkarte dieser Klasse ist.
Derjenige, bei dem jetzt das Interesse geweckt wurde, kann bei den Kollegen vom 3DCenter vorbeischauen. Die Kollegen haben keine Mühen gescheut die GeForce 6800 auf Herz und Nieren zu testen. Dabei schleifte man die Karte durch unzählige Benchmarks und stellte, wie üblich, umfassende Bildqualitätsvergleiche dazu auf. Zusätzlich hat man sich in einem seperatem Artikel "Inside NV40" der Technik gewidmet, welche im NV40 Chip schlummert. [mg]
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