Freitag, den 4. März 2005
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Intels Vision sieht Prozessoren mit hunderten Kernen
Neben dem Vorstellen aktueller und in naher Zukunft geplanter Produkten, nutzt Intel sein Developer Forum auch um die neusten Vision des Halbleiterriesen der Öffentlichkeit vorzustellen. Justin Rattner, Intel Senior Fellow und Direktor der Intel Corporate Technology Group stellte in seiner Rede die Vision der Mehrkernprozessoren vor, welche gegenüber den kommenden Mehrkernprozessoren mit zwei Kerne weit über hunderte Kerne beinhalten sollen. Damit die Prozessoren nicht die Fläche eines Billardtisches einnehmen, ist neben weiteren Strukturverkleinerungen auch die Ausnutzung der dritten Dimension nötig. Einerseits wurde das "Wafer Stacking" als Möglichkeit angesehen, bei dem der CPU und DRAM Wafer direkt über hunderte von Kontakte elektrisch verbunden werden. Damit sind enorme Bandbreiten zwischen den zwei verbundenen Wafern möglich. Andererseits wird von Intel das "Die Stacking" untersucht, bei dem die fertigen Dies übereinander aufgestapelt werden.

Das Hauptproblem, neben den hohen Fertigungskosten, ist gemäss Rattner aber vor allem die enorme I/O Bandbreite, die ein solcher Multikernprozessor benötigt um effizient arbeiten zu können. Eine Lösung ist die Integration des Speicherkontrollers direkt im Prozessor, so wie es AMD mit seinen Athlon 64 vormacht. Damit die Multicorearchitektur wirklich Effizient arbeiten kann, müssen die Kerne von der Software direkt angesprochen werden. Hierfür braucht es Compiler- und Softwarearchitekturen, welche Domain-speficic Parallel Programming beherrschen, um je nach vorliegendem Multicoreprozessor darauf optimierten Code bereitzuhalten.
Solche geballte Rechenleistung ist nötig um in Zukunft "intelligente" Computer herzustellen. Rattner nannte zum Beispiel eine Software, welche Bilder nach der Suchvorgabe des Users analysiert. Wird in der eigenen, umfangreichen Bildersammlung nach einem Bild gesucht, welches z.B. einen Kind mit einem Ball abbildet, muss jedes Bild darauf untersucht werden. Dies erfordert sehr viel Rechenleistung und viel Intelligenz seitens Hard- und Software. Als weitere Möglichkeit nannte Rattner eine Software, welche das Telefongespräch in Echtzeit übersetzt. Damit wären die Kommunikationsprobleme auf einen Schlag aus der Welt geschafft und unsereiner könnte ohne Probleme einen Eskimo nach dem Wetter fragen, beide würden einander verstehen. Voraussetzung ist natürlich, dass der Eskimo auch eine entsprechende Ausrüstung hat, was wiederum ein anderes Problem darstellen wird.

Die Vision ist interessant, stellt aber auch ein, zwei weitergehende Fragen. Wie kann ein solches Prozessorgebilde vernünftig gekühlt werden? Selbst ein 100 Kern-Prozessor, bei dem ein Kern nur 4 Watt verbraucht, kommt Total auf 400 Watt und von vier Watt pro Kerne ist man zuzeit meilenweit entfernt. Wie sieht das Zusammenspiel zwischen Hardware und Software aus, muss sich dann jeder Anwender noch merken, wie viel Kerne er benutzt und die entsprechende Software kaufen? Sind dann bei einem Hardwareupdate entsprechende Software-Lizenzen nachzukaufen? Antworten darauf können natürlich Heute keine gegeben werden, Intel selber ist ja noch voll mit der Forschung beschäftigt. Bis diese Visionen tatsächlich umgesetzt und solche Prozessoren für den Endkunden erhältlich werden, haben wir alle einige Jahre mehr auf dem Buckel und noch viele aktuelle IT Probleme zu lösen.
Ein Vorteil hätte so ein würfelförmiger Prozessor, geht der Strom aus, kann der Gamer sein Prozessor ab dem Sockel ziehen, auf allen Seiten mit Punkten versehen und eine runde Würfeln… :-)
[as]
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