
Sonntag, den 9. Oktober 2005
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Der Leidensweg Microsofts mit der XBox
Als Microsoft die erste Generation seiner XBox im Jahre 2001 herausbrachte, startete man ins Spielkonsolengeschäft mit großen Ambitionen. Und in der Tat konnte die XBox im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten von Sony und Nintendo zumindest technisch zunächst überzeugen, war die Konsole in ihrer Rohleistung den Kontrahenten doch teils deutlich überlegen. Dennoch dürfte rückblickend die XBox Microsoft die letzten vier Jahre mehr Magenschmerzen als Freudentränen beschert haben. Laut eines Artikels des Forbes Magazines fuhr Microsoft mit seiner XBox Sparte stolze 4 Milliarden Euro Verlust ein.
Die Gewinnkalkulation bei Spielekonsolen gleicht von der Grundidee her der von Druckern. Die Hardware wird gesponsert an den Mann gebracht (im Fall der XBox geht man von ca 100 Dollar pro Konsole aus, die Microsoft beim Verkauf draufzahlt), während mit dem nötigen Zubehör - primär in Form von Spielen - gut verdient wird, was letztlich auf lange Sicht das anfängliche Sponsoring des Herstellers mehr als ausgleicht. Dieses Konzept schlug bei der XBox jedoch in doppelter Hinsicht fehl.
Zum einem fehlten für die XBox schlichtweg die namhaften Zugpferde an der Softwarefront, wie sie Sony z.B. in Form der Final Fantasy Reihe, oder Nintendo mit den seit etlichen Jahren beliebten Super Mario Derivaten hat. Es fiel somit troz begehrter Spiele wie Halo schwer die Konsolengemeinde von den Vorzügen der eigenen Konsole zu überzeugen, denn was hilft einem überlegene Technik ohne die passende Software dazu? Zum anderen dürfte für Microsoft das, was für Druckerhersteller nicht originale Patronen bzw Nachfüllsets sind, der Modchip geworden sein. Denn mit diesem war es ohne Probleme möglich Spielekopien auf der XBox zum laufen zu bewegen, waren die Spiele selbst doch auf handelsüblichen DVDs untergebracht. Die integrierte Festplatte tat ihr übriges, diese wurde zum Teil ausgetauscht und durch eine Platte ersetzt, die randvoll mit nicht original erworbenen Spielen war.
Und auch die für Dezember angekündigte XBox 2 steht bisher unter keinem guten Stern. So häufen sich Nachrichten, nach denen die XBox 360 - so der Name der nächsten Konsolengeneration - bisher beim geneigten Fachpublikum eher mäßige Haltungsnoten bekam. Zusätzlich wurden auch noch zehn Prototypen, die auf dem Weg in Spieleschmieden zum Abgleichen der Software waren, von unbekannten entwendet, woraufhin nur wenig später erste Bilder der Konsole im Internet kursierten.
Wie der Markt letztlich auf die XBox 360 reagieren wird bleibt abzuwarten. Man kann aber davon ausgehen, dass Sony und Nintendo auch nicht untätig bleiben und versuchen werden ihre hart erkämpften Anteile am Spielemarkt zu halten. [bf]
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