
Sonntag, den 9. Oktober 2005
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ATI mit Verlust im vierten Quartal aber 11 Prozent mehr Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr
Der kanadische Grafikkartespezialist ATI musste an der Verspätung seiner neuen Grafikprozessorfamilie um die High-End GPU R520 finanzielle Rückschläge hinnehmen. So erreichte der Umsatz im vierten Quartal 470 Mio. US-Dollar, was an der unteren Grenze der Ende August angekündigten Umsatzkorrektur ist. Um total 11 Prozent ist der Umsatz im Geschäftsjahr 2005 gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Im abgelaufenen Quartal musste ATI auf seine Lagerbestände 67 Mio. US-Dollar abschreiben, was bedingt durch den tiefen Umsatz für den Nettogewinn nicht förderlich war und somit ein Nettoverlust von 104 Mio. US-Dollar resultierte. Die Bruttomarge sankt auf 9 Prozent, wenn die Abschreibung weggerechnet wird, bleibt die Marge auf 27,6 Prozent stehen. Der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg gegenüber 2004 um 11 Prozent auf 2,22 Mrd. US-Dollar, wobei der Nettogewinn 17 Mio. US-Dollar beträgt. Im Vorjahr konnten mit 205 Mio. US-Dollar noch deutlich mehr Nettogewinn ausgewiesen werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug die Bruttomarge 27,6 Prozent. Die Abschreibungen und die Lagerausgleichskosten sowie den Steuern darauf setzten dem Nettogewinn deutlich zu.
Als Highlights des abgelaufenen Quartals bezeichnet der Hersteller die Ankündigung der X1000 Familie, der Beginn der Auslieferung der X200 Crossfire Chipsätze und die Einführung von Avivo. Jedoch habe alle drei Highlights wenig Einfluss auf das abgelaufene Quartal und Geschäftsjahr, die Auswirkungen werden sich erst im ersten oder zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2006 zeigen.
Regional betrachtet war im vierten Quartal der pazifisch-asiatische Raum mit 402,76 US-Dollar Umsatzanteil das grösste Zugpferd. In den USA erwirtschaftete ATI 53,8 Mio. US-Dollar Umsatz, während Europa mit 9,9 Mio. und Kanada mit 3,7 Mio. Umsatz abgeschlagen die Plätze drei und vier ausmachen. Vor allem in Europa musste ATI gegenüber dem Vorjahr beinahe 50% Umsatzrückgang hinnehmen (4Q, 2004: 17,3 Mio. $), offensichtlich sind einige Käufer aus dem eigenen Lager in die Arme der Konkurrenz gelandet oder aber warteten sehnsüchtig auf den R520 und kauften eben keine andere ATI Karte.
Für die Zukunft sieht ATI aber gute Zeiten kommen. Zum einen hat man auf den Markt eine neuen Grafikkartengeneration eingeführt zum anderen werden aggressive Massnahmen vorgenommen um die Liefersituation, die Produktionskosten und die operative Effizienz deutlich zu verbessern. Die neuen Produkten und die Massnahmen sowie das Konsolengeschäft positionieren den Hersteller gut für die Zukunft, dies die Meinung des CEO David Orton. In Zahlen ausgedrückt soll der Umsatz im ersten Quartal 15 Prozent höher liegen als im abgelaufenen, daher bei etwa 540 Mio. US-Dollar liegen. Die Bruttomarge soll bei etwa 29 Prozent liegen, was ebenfalls eine deutliche Steigerung gegenüber dem abgelaufnen Quartal sein wird.
ATIs Geschäftsjahr dauert jeweils vom September bis August des folgenden Jahres, derzeit befinden wir uns im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2006. [as]
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