
Freitag, den 14. Oktober 2005
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AMD eröffnet Fab 36 in Dresden und setzt Intel unter Druck
Heute wird AMD CEO Hector Ruiz zusammen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft das neue Werk mit Namen Fab 36 in Dresden eröffnen. Gleichzeitig lies sich Ruiz in einem Gespräch mit dem Handelsblatt einige Strategien gegen Intel entlocken.
Das neue Werk, welches rund 1.000 Menschen arbeitet bietet, wird nun langsam hochgefahren werden und vorerst 64-Bit Lösungen auf 300mm Wafern in 90nm Strukturgrösse fertigen. Ende 2006 soll dann die kontinuierliche Umstellung auf Strukturgrössen in 65nm erfolgen. AMD sieht in seiner Fab 36 ab zweiter Hälfte 2007 nur noch Produkte in 65nm Strukturgrösse vom Band laufen. Der Neubau hat 2,5 Mrd. US-Dollar verschlungen, dabei hat dabei die Wirtschaftsförderung des Staats Sachsen 500 Mio. Euro (rund 600 Mio. US-Dollar) beigesteuert. Durch die Fertigung mit 300mm Wafern können die Produktionskosten deutlich gesenkt werden, da weniger Abfall des teuren Siliziums anfällt, was sich letztlich wiederum auf den Ertrag des Unternehmens auswirkt.
Hector Ruiz freut sich über das neue Werk und schwärmt von Dresden und seinen Mitarbeitern. AMD erzielt an diesem Standort mit der Fab 30 die höchste Produktivität aller Werke weltweit, was der CEO auf seine Mitarbeitern und Ihr Know-How zurückführt und meint: Dresden ist hervorragende Werbung für Deutschland. Dabei hat der Texaner mit seinem Unternehmen noch viele Ziele: unter anderem will er innerhalb drei Jahren den Marktanteil von derzeit 20 Prozent auf 30 Prozent ausbauen. Er ist überzeug davon, dass die Produkte von AMD bei den Kunden gut ankommen, das Problem ist die hohe Marktmacht von Intel. Nicht zuletzt deswegen hat AMD eine Wettbewerbsklage gegen den Branchenprimus eingereicht und erhofft sich davon Signale für den Markt, denn Marktanteile – das weiss der CEO selber – sind mit der Klage dem Konkurrenten keine wegzuschnappen, dafür braucht es noch deutlich mehr Marketing und Überzeugungsarbeit.
Die Unternehmen sind der Pferdefuss für AMD, denn diese setzten vornehmlich auf Produkte die sie kennen und bisher ohne Probleme im Alltag laufen. Daher kommen meist die Produkte von Intel den Vorzug, auch wenn die Produkte von AMD – gemäss CEO – gleiches zu einem günstigern Preis leisten. Hier gilt es mit guter Aufklärungsarbeit die Einstellung der Unternehmen zu ändern und deren Vertrauen zu gewinnen – nicht eben einfach. Ein weiteres Problem ist der PC-Branchenleader Dell, welcher nach wie vor zu seinem Hauslieferanten Intel hält und keine – oder nur vereinzelt – AMD Produkte verbaut. Ruiz meinte dazu nur: es ist schade, dass Dell mehr auf seinen Chiplieferanten als auf seine Kunden hört, worauf Dell antwortete: wir haben nichts gegen AMD sind aber mit den Produkten von Intel sehr zufrieden.
AMD sieht aber schon weit mehr vom Horizont als auch schon, so wurden durch die Klage Signale ausgesendet, welche Regierungen dazu bewogen haben die Ausschreibungsrichtlinien zu ändern und die Klausel, ausdrücklich Intel zu berücksichten, gestrichen haben, bereits ein kleiner Teilsieg für AMD. [as]
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