
Dienstag, den 17. Januar 2006
|
|
|
Der Kampf beginnt: AACS gegen John Lech Johansen
Für die Filmindustrie bedeutet der Name John Lech Johansen nur Ärger. So hat der norwegische Hacker im Herbst 1999 den bis Dato als sicher geltenden DVD Kopierschutz CSS geknackt und dadurch dem einfachen Kopieren einer DVD Vorschub geleistet. Die Filmindustrie zerrte den Hacker als Folge vor ein US-Gericht, welches Johansen aber freisprach.
DVD-Jon hat in seinem Blog nun bekannt gegeben, dass er sich die Domain DeAACS.com reserviert hat, was darauf hindeutet, dass sich der Hacker nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen will, sondern wohl auch aktiv an einer Möglichkeit arbeiten will, AACS zu knacken. AACS ist die Verschlüsselungstechnik, welcher die DVD Nachfolgeformate HD DVD und Blu-ray vor unrechtmässigen Kopien schütz soll. Für die Filmindustrie ist die Funktion des Kopierschutzes ein wichtiger Aspekt um möglichst schnell die Konsumenten von der geknackten DVD zu den – derzeit – noch sicheren Nachfolgeformate zu führen. AACS verwendet eine 128Bit starke Verschlüsselung nach dem Advanced Encryption Standard und ist somit einiges besser Verschlüsselt als die CSS Verschlüsselung, welche mit 40 Bit langen Schlüsseln arbeitet.
Johnson ärgerte sich in seinem Blog auch über den Zwang fast bei allen DVDs das Intro sehen zu müssen, weil das Überspringen gesperrt ist. Er ist der Meinung, dass die Verschlüsselung primär nicht zur Verhinderung einer unrechtmässigen Kopie verwendet wird, sondern dass die Filmindustrie dadurch in der Lage ist den Markt der Abspielgeräte zu kontrollieren und dem Benutzer eben „Features“ aufzwingen kann, die er eigentlich gar nicht will oder nur stören. [as]
Weitere Schlagzeilen | 
|