
Donnerstag, den 19. Januar 2006
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AMD überrascht mit erfolgreichem Jahr 2005
Der Prozessorexperte Advanced Micro Devices überraschte 2005 mit einem weiteren erfolgreichen Finanzquartal. Das Unternehmen konnte seinen Umsatz deutlich auf 1,84 Milliarden US-Dollar anheben und verbessert sich damit im Vergleich zum vierten Quartal 2004 um 45 Prozent. Auch der Nettogewinn überstieg den Vergleichszeitraum 2004 deutlich, wo AMD noch mit Verlusten von 30 Millionen US-Dollar zu kämpfen gehabt hatte. Nunmehr streicht der Halbleiterexperte netto rund 95,6 Millionen US-Dollar ein. Bezogen auf das dritte Quartal verbesserte sich der Umsatz um rund 21 Prozent.
Hauptgrund für diese Entwicklung sehe man in den deutlichen Hinzugewinnen an Marktanteilen in allen Bereichen, im Speziellen im Server-, Desktop- und Mobile-Sektor. AMDs schärfster Konkurrent Intel hatte in diesem Zeitraum vor allem im Enterprise-Geschäft deutlich Boden verloren, konnte jedoch beim Verkauf von Mobiltechnologie ebenfalls deutlich zulegen. Einzig die Flashspeichersparte Spansion von AMD musste weiterhin mit einer rückläufigen Entwicklung vorlieb nehmen und erreicht einen 4 Prozent niedrigeren Umsatz als im dritten Quartal.
Für die nähere Zukunft blickt das Unternehmen weiterhin recht optimistisch drein und rechnet mit weiteren Gewinn- und Umsatzsteigerungen. Verschiedene Kommentare sähen bei AMD die "kritische Größe" überschritten, sodass sich langsam auch Kunden mit größeren Auftragszahlen an das Unternehmen heranwagen könnten. In jedem Fall scheint der Rückwärtstrend vorerst gebrochen zu sein. Der Prozessorhersteller konnte seine neuen innovativen Produkte überdurchschnittlich gut an den Markt bringen und nutze gleichzeitig die Lieferschwierigkeiten bei Intel gekonnt zu seinem Vorteil. Mit starken Partner wie Hewlett-Packard steht man zudem recht stabil im Markt. Sollte Dell als weiterer großer PC-Lieferant den Gerüchten folgen und in Zukunft ebenfalls Computer mit AMD-Technik anbieten, dürfte die Lage für Intel durchaus noch kritischer werden.
Dennoch darf man langfristig gespannt sein, ob AMD seinen Vorteil weiterhin halten kann. Intel verfügt über einen mächtigen finanziellen Spielraum und dürfte durchaus in der Lage sein, auch in Zukunft mit innovativen Ideen und Produkten zu überzeugen. Zudem steht bei AMD der Wechsel auf die 65-nm-Technologie in der Fertigung erst noch bevor, während Intel hier nach letzten Informationen bereits in großen Stückzahlen produziert. Wären die Advanced Micro Devices zu einer problemlosen Umstellung nicht ohne weiteres in der Lage, könnte der kurzfristige Vorteil schnell wieder verspielt sein. [rl]
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