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Donnerstag, den 27. April 2006

Kanadische Künstler gegen Jagd auf Privatkopierer

Bereits vor einiger Zeit hatte ein kanadischer Musikriese einen Kampf gegen die RIAA finanziell unterstützt: Er finanzierte die Verteidigung einer Familie, die beschuldigt war, Songs unter anderem von Avril Lavigne heruntergeladen zu haben. "Diese Aktionen der RIAA sind nicht im besten Interesse meines Künstlers", so die Begründung, und weiter: "Rechtsstreits sind keine künstlerische Weiterentwicklung" und "Gerichtsverfahren sollten als Schild dienen, nicht als Schwert".
Eine neue Vereinigung erhebt nun ihre Stimme, darunter auch Avril Lavigne, gegen die Kontrolle, die Rechteverwerter mittels DRM einführen wollen. Hier die komplette Aussage:

Eine neue Stimme


Wir sind eine größer werdende Vereinigung von kanadischen Schöpfern von Musik, deren gemeinsames Ziel es ist, uns in Belangen wie Gesetzen oder Politik, die für unsere Existenz wichtig sind, Gehör zu verschaffen. Wir sind diejenigen, die die kanadische Musik erschaffen. Ohne uns gäbe es keine Musik, die durch Urheberrechte geschützt werden könnte.

Bis jetzt hat vor allem eine Gruppe multinationaler Plattenlabels das Wort ergriffen, wenn es um die Nöte kanadischer Musiker bezüglich des Urheberrechtes ging. Plattenlabel und Herausgeber von Musik sind nicht unsere Feinde, aber wir sollten das klar sagen: Die Vertreter der großen Musikhäuser arbeiten für ihre Aktionäre; sie reden selten im Namen der kanadischen Künstler. Die Gesetzesvorschläge, deren Ziel es ist, die Verfolgung unserer Fans zu erleichtern, oder die Kontrolle zu verstärken, die die Musikhäuser auf den Genuß von Musik ausüben, werden nicht in unserem Namen gemacht, sondern im Namen der ausländischen Mutterunternehmen der Plattenlabel.

Die Regierung hat die Verantwortung, kanadischen Künstler gegen Ausbeutung abzusichern. Das erfordert ein starkes Engagement für Programme, die kanadische Musiktalente fördern, und eine Reform des Urheberrechtes mit einer neuen Sicht der Dinge. Kanadische Musiker haben drei Prinzipien erkannt, welche den Prozeß der Urheberrechtsreform leiten sollten:

1. Die Verfolgung unserer Fans ist destruktiv und heuchlerisch:

Künstler wollen Musikfreunde nicht verfolgen. Die Labels haben unsere Fans gegen unseren Willen verfolgt, und Gesetze, die das ermöglichen, können nicht in unserem Namen gerechtfertigt sein. Wir sind gegen jede Urheberrechtsreform, die den Plattenlabeln das erleichtern würde. Die Regierung sollte Maßnahmen des Urheberrechtes wieder abschaffen, welche Plattenlabels erlauben, Fans auf unfaire Weise mit Strafen zwischen $500 und $20.000 pro Song bei nicht kommerzieller Nutzung zu belegen.

2. Digitale Schlösser sind riskant und kontraproduktiv:

Künstler unterstützen keine Sperrvorrichtungen, die die Kontrolle des Plattenlabels über die Verbreitung, Verwendung und Genuß von Musik verstärken, und auch keine Gesetze gegen das Umgehen solcher Maßnahmen. Die Regierung sollte nicht einfach blind jahrzehnte alte Verträge umsetzen, deren Ziel es war, den Plattenlabels Macht zu geben und den Konsumenten und Künstlern Wahlmöglichkeiten zu nehmen. Gesetze sollten Künstler und Verbraucher schützen, aber nicht restriktive Technologie. Verbraucher sollten in der Lage sein, Musik, die sie gekauft haben, in andere Formate umzuwandeln, ohne zweimal bezahlen zu müssen, nach einem "fair use" - Recht.

3. Kulturpolitik sollte richtige kanadische Künstler unterstützen:

Der größte Teil neuer kanadischer Musik wird nicht von Plattenlabeln beworben. Diese konzentrieren sich stark auf ausländische Künstler. Die Regierung sollte andere politische Mittel einsetzen, um richtige kanadische Künstler und eine blühende Musik- und Kulturszene zu unterstützen. Die Regierung sollte sich über lange Zeit der Aufgabe widmen, Hilfsmechanismen wie den "Canada Music Fund" und "FACTOR" aufzubauen, sollte in musikalische Ausbildung investieren, sollte begrenzte Steueroasen für Urheberrechtsabhaben aufbauen, sollte Künstler gegen Ungleichheiten in der Verhandungsposition schützen und sollte "Sammlergesellschaften" transparenter machen.
[an]




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