
Donnerstag, den 27. Juli 2006
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Kampagne: "Wir haben bezahlt!"
Die Kampagne "Wir haben bezahlt" wurde von Gulli.com am 25. Juli ins Leben gerufen.
Die Kampagne richtet sich klar gegen die Praktiken, die die Musikindustrie momentan betreibt, wie Verfolgung von Familien, die gar keinen Computer besitzen, die Einforderung des Rechtes, ohne begründeten Verdacht Computer beschlagnahmen und durchsuchen zu dürfen, oder gar die Verfolgung der Toten. Der IFPI forderte die Abschaffung der Privatkopie - wo kommen wir denn hin, wenn man weiterhin aus seinen gekauften CDs eine Best-Of erstellen darf! Natürlich richtet sie die Kampagne auch dagegen, daß Audio-CDs nur noch auf einigen Geräten lesbar sind. Die angeblichen Kopierschutzmaßnahmen, die ein Lesen und Abspielen auf dem PC verhindern sollen, verhindern eher das Abspielen auf Autoradios oder DVD-Playern, denn Hersteller von PC-Laufwerken passen sich der Situation an, wie die Reviews des BenQ DW1655, des LiteOn SHW-16H5S oder auch das schon ältere Roundup 2 zeigten.
Die Musikindustrie wundert sich seit Jahren, daß diese Art von Service beim zahlenden Kunden nicht ankommt, und dieser lieber kostenlos Alben herunterlädt, die er auf eine CD brennen und dann in jedem CD-Player abspielen kann, anstatt für bis zu 17€ ein Original zu erwerben, welches dann in einigen seiner Abspielgeräte nicht funktioniert.
Auch Personen, die sich für Experten halten, sorgen für Unmut: So behauptete Christine Tantschinez in einem Chat der ARD, in dem sie sich als Expertin ausgab, es sei illegal, freie Software per Peer-to-Peer herunterzuladen, und behauptete allen ernstes, Musikshops wie Bleep und Independent Music Shop existierten nicht, denn sie behauptete, DRM (Digital Rights/Restrictions Management) sei die Grundlage aller legalen Musikshops.
Mit einem Messer kann man Nahrung schneiden, oder auch einen schweren Raub begehen. Ginge es nach dem Willen von Vivendi Universal, müßte man folglich Messer verbieten. Denn Peer-to-Peer kann sowohl zum preisgünstigen Verteilen kostenloser Software oder freier Musik als auch zum illegalen Verbreiten geschützter Werke genutzt werden, weswegen Vivendi Universal versuchte, in Frankreich generell Peer-to-Peer zu verbieten. Dieses Vorhaben ist bekannt als "Amendement Vivendi", was jedoch scheiterte, da das Parlament einen zusätzlichen Änderungsantrag beschloß, welcher praktisch jede Möglichkeit nimmt, die Klausel gegen eine Software anzuwenden (siehe DADVSI: Noch einmal lesen oder nicht noch einmal lesen). Sylvie Forbin, die diesen Änderungsantrag für Vivendi verteidigte, wurde trotzdem dafür ausgezeichnet.
"Genug ist genug" sagten sich die Gründer der Kampagne Wir haben gezahlt! und fordert günstige, legale und DRM-freie Musik. Besonders die Forderung nach DRM-freier Musik ist verständlich, nachdem bereits mehrere DRMs aufgetaucht sind, deren Funktionalität eher an Malware und Viren erinnert.
Mit der Forderung "Stoppt Kopierschutz!" steht die Kampagne nicht alleine da, denn Sänger wie Avril Lavigne sehen das genauso, "Ihr werdet verlieren", ist ihre Prognose an die Musikindustrie. [an]
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