
Die augenfälligsten Änderungen sind die Unterstützung der bald kommenden Core-2-Duo Prozessoren mit FSB1333 und des neuen DDR3-Speichers. Intel wählt dabei einen flexiblen Weg, der Speichercontroller kann sowohl mit dem bisherigen DDR2 als auch mit DDR3 umgehen, so dass ein Update auf den neuen Chipsatz nicht notwendigerweise den Einsatz des anfangs teureren DDR3-RAMs erfordert. Nach offizieller Aussage seitens Intel wird für den Betrieb der für das Jahresende geplanten 45-nm-Prozessoren (Penryn) aufgrund von Änderungen an der Stromversorgung (VRM 11.1) ein Chipsatz der 3er-Familie benötigt. Es steht den Mainboard-Herstellern natürlich frei für den Penryn Boards mit älteren Chipsätzen zu entwickeln - eine Funktionsgarantie dafür übernimmt Intel natürlich nicht.

Ebenfalls neu ist die Betätigung von Intel im Bereich Overclocking. So wird es für den P35 und X38 ein im BIOS integriertes automatisches Übertaktungsprogramm namens "Intel Performance Auto-Tuning" geben, dass dynamisch den maximal stabil zu betreibenden Takt des FSB ermittelt und das System entsprechend übertaktet. Dies wurde sogar live vor Ort mit einem Testsystem demonstriert. Zum Einsatz kam ein P35-Chipsatz im A0-Stepping mit einem noch nicht vorgestellten Core 2 Duo E6850 Prozessor mit FSB1333, welcher auf FSB1681 übertaktet wurde. Der Speicher bestand aus 1 GByte DDR3-1333, welcher sich laut CPU-Z allerdings nur im Single-Channel-Modus befand. Dass das Ganze trotz Vorserienstatus stabil lief, bewies eine interaktive Demo, bei der eine nach dem Intel-Geschäftsführer benannte Spielfigur namens "Commander Otellini" gegnerische Einheiten beschoss.



Was Intel allerdings nicht auf dem Meeting erwähnte, ist der Fakt, dass es sich beim G35 um eine Weiterentwicklung des G965 handeln muss. Darauf deuten mehrere Dinge hin, so kann der G35 nur mit den älteren ICH8-Southbridges und nicht mit der für die 3-Chipsätze vorgesehenen ICH9-Familie gekoppelt werden. Weiterhin unterstützt der G35 keinen DDR3-Speicher, obwohl er als Grafikchipsatz von der größeren Bandbreite am ehesten profitieren würde. Eigentlich waren zwei Bearlake-Chipsätze mit Grafikfunktionalität geplant, der Bearlake-G+ mit DirectX10-Fähigkeit (eigentlicher G35) und der für die weniger komplexen Chipsätze (G33, G31, Q35, Q33) vorgesehene Bearlake-G, welcher nur über DirectX9-Fähigkeiten verfügt.

Über die Gründe, warum der Bearlake-G+ gecancelt wurde, kann man an dieser Stelle nur spekulieren, unsere japanischen Kollegen von PCWatch geben an, dass der Stromverbrauch und damit die Wärmeentwicklung des Bearlake-G+ zu hoch war. Der Bearlake-G+ ohne Grafikeinheit soll dann die Basis des künftigen High-End X38 darstellen. Durch das Unified-Shader-Design der GMA X3000 Grafikeinheit des G965/G35 sollte es aber für Intel kein Problem sein, entsprechende DirectX-10-Treiber zu entwickeln, die auch die beworbenen ClearView Videoverbesserungsalgorithmen beinhalten, die beispielsweise für das Deinterlacing von Videos genutzt werden können oder die Wiedergabe von High-Definition-Inhalten beschleunigen.


[ch]