
Die Bombe - vor allem für AMD - dürfte aber sein, dass Intel eine Grafikeinheit in den Prozessor integrieren wird. Solche Spekulationen waren bisher unter dem Codenamen Larrabee bekannt geworden. Dass Intel diesen bereits mehr als ein Jahr vor AMDs Fusion-Chip auf den Markt bringen wird, dürfte in Sunnyvale für einige aufgeregte Diskussionen sorgen. Hauptsächlicher Anwendungszweck dafür ist natürlich das Mobil- und Low-End-Desktop-Segment. Aber damit noch nicht genug. Für eine schnelle Anbindung an den Speicher integriert Intel den Speichercontroller in die CPU, wie es bei AMD bereits seit den ersten Opterons der Fall ist. Unterstützt werden sollen sowohl gepufferte als auch ungepufferte Module, was die bisherige Strategie, einen Kern für alle drei Segmente - Server, Desktop & Mobil - zu verwenden, bestätigt. Die Anbindung des Prozessors an die restlichen Mainboard-Komponenten erfolgt mittels eines properitären seriellen Protokolls (CSI).

Weitere Details zum Nehalem behielt Intel aufgrund des frühen Entwicklungsstadiums noch für sich. So ist noch unklar, ob der integrierte Speichercontroller nur DDR3 unterstützt oder auch noch Support für DDR2-Speicher enthalten wird. AMDs Barcelona wird vermutlich nur mit den derzeitigen Core 2 Duo Prozessoren gleichziehen können und sich bereits ein halbes Jahr später mit Intels 45-Nanometer-Chips auseinandersetzen müssen. Die Einführung der Nehalem-Architektur mit einem komplett überholten Interface zum Speicher und den restlichen Komponenten, aber vor allem die Integration einer Grafikeinheit dürfte für AMD einiges Kopfzerbrechen bereiten. Vor allem im Wachstumsmarkt der mobilen Geräte dürfte Intel damit weiterhin seinen hohen Marktanteil sichern.
[ch]