
Freitag, den 20. April 2007
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AMD in tiefroten Zahlen
Wie sich bereits ankündigte, ist das erste Finanzquartal 2007 diesjenige mit dem schlechtesten Ergebnis für AMD seit 4 Jahren. Zwar bewegt sich der Umsatz mit 1,233 Mrd. US-Dollar nur minimal unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraum von 1,332 Mrd. US-Dollar (allerdings damals ohne ATI!), dafür steht aber ein dickes Minus von 611 Mio. US-Dollar als Nettoverlust zu Buche.
Die Übernahme von ATI und andere Sonderaufwendungen machen mit 113 Mio. US-Dollar aber nur einen geringen Anteil an dem Verlust aus. Nach eigenen Angaben ist der Rückgang durch deutlich geringere abgesetzte Stückzahlen bei Prozessoren, den niedrigen Verkaufspreisen und der Eingliederung von ATI geschuldet. So schrumpfte die Bruttomarge innerhalb eines Jahres von 58 auf 28 Prozent zusammen.
Betrachtet man einmal speziell die Prozessorsparte, so musste AMD vor allem bei den profitträchtigen Desktop- und Server-CPUs Federn lassen. Gegenüber Intels erfolgreicher Core-Architektur ist AMD derzeit nicht konkurrenzfähig, insbesondere bei den High-End-Prozessoren, deren Gewinnspanne am höchsten ist. Im Mobil-Markt konnte AMD hingegen Marktanteile gewinnen, allerdings liegt AMD dort wesentlich weiter hinter Intel zurück als im Desktop-Segment.
Ob sich AMD mit der Übernahme von ATI nicht finanziell überhoben hat, wird sich bald zeigen müssen. Bisher sind noch keine Synergieeffekte zu erkennen. Es ist zu befürchten, dass AMD eventuell anfängt bei der relativ teuren Grafikchip-Entwicklung zu sparen und dann in technologischen Rückstand gegenüber Hauptkonkurrent NVIDIA gerät. Das ehrgeizige Fusion-Projekt mit Grafikkern im Prozessor, bei dem AMD direkt von ATI-Know-how profitieren würde, wird durch die Ankündigung Intels bereits ein Jahr vor der geplanten Fusion-Einführung Ende 2009 mit dem Nehalem ein gleichartiges Produkt vorzustellen konterkariert. [ch]
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