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Mittwoch, den 20. Juni 2007

AMD sucht Wege für eine verbesserte finanziellen Situation durch Fab-Verkauf

Die Advanced Micro Devices sind in jüngster Vergangenheit stärker bestrebt gewesen, ihre eigene finanzielle Situation wieder deutlich zu verbessern. Neben dem Kauf vom ATI, der neben den enormen Kosten auch für die Zukunft einige Chancen als kompletter Modul-Lieferant bietet, schlägt insbesondere der andauernde Preiskampf mit Intel unübersehbar auf die Kriegskasse. Neben einer verzögerten Fertigung der neuen Fab38 in Dresden, gab das Unternehmen bereits in der Vergangenheit bekannt, 500 Millionen US-Dollar an Investitionen einzusparen. Neue Gerüchte sprechen nun sogar von einem möglichen weiteren Schritt, die eigene Fertigung ganz an Fremdhersteller auszulagern.

Nach spekulativen Analysen könnte AMD scheinbar schon ab 2008 seine Fertigung stärker auf externe Unternehmen verteilen, um sich selbst ausschließlich um die Chipentwicklung zu kümmern. Hintergrund dieser Annahme ist, dass die Werke mit enormen Betriebskosten das Finanzergebnis belasten. Zudem drücken sie besonders in konjunkturell schlechteren Zeiten noch stärker auf die Tasche, weil der Betrieb trotz geringerem Umsatz weitergehen muss. Obgleich AMD gegenüber der InfoWorld bemerkte, dass die Gerüchte nur Spekulationen seien, bestätigte man, dass sich das Unternehmen zumindest deutlich stärker auf seine Kernkompetenzen der Chipentwicklung fokussieren wolle.

Bisher hat AMD ein Abkommen mit IBM, dass dem Unternehmen für Forschungszwecke Zugang zum Werk in East Fishkill, New York, gewährleistet und die Kosten einer eigenen Fabrik erspart. "Wir suchen Wege um das Modell über Forschung und Entwicklung hinaus auf die komplette Herstellungskette zu erweitern", äußerte sich AMD-Pressesprecher Drew Prarie. "Die Möglichkeiten reichen von einer größeren Zahl von fremdgefertigten Prozessoren bei Chartered bis hin zu weiteren Partnerschaften mit anderen Halbleiterherstellern."

Mit der Auslagerung der Produktion von Prozessoren auf Basis der 65-nm-Technologie an Chartered Semiconductor und die Aufträge für Taiwan Semiconductor Manufactoring (TSMC) zur Herstellung der neuen Grafikchips von AMD/ATI hat das Unternehmen bereits erste Schritte in eine externe Produktion unternommen. NVIDIA und auch VIA nutzen dieses System seit langer Zeit erfolgreich dieses System und lassen regelmäßig andere Hersteller die Chips fertigen. Laut Citigroup-Analysten plane AMD vorerst besonders die Auslagerung der Low-Cost-Prozessoren an TSMC, während man wohl die Highend-Produkte zunächst weiter fertigt. Ebenfalls im Gespräch sind Verkäufe von Anteilen der eigenen Fabriken in Dresden oder in Saratoga, New York.

Bereits 1999 erreichten erstmals Gerüchte über einen Verkauf der Fabriken die Öffentlichkeit, doch stoppte AMD-Chef Sanders das Bestreben und feuerte den damaligen Manager Atiq Raza, der auch als Wegbereiter des K7 gilt. Nun könnten die alten Pläne also wieder aufgerollt werden.

Dagegen spricht, das andere Halbleiterhersteller häufig nicht so weit entwickelt sind wie die Fabriken der Prozessor-Hersteller und noch nicht die nötige Technologie zur Verfügung haben. So will TSMC zum Beispiel erst ab Mitte 2008 45-nm-Strukturgrößen fertigen, während AMD und Intel bereits kurz vor der Produktion stehen. Ebenfalls fraglich ist die Verwendung des gemeinsamen Know-Hows mit IBM, dessen Weiterverkauf nicht unbedingt realistisch ist.

Dafür sprechen allerdings die durchaus guten Chancen, die laufenden Kosten erheblich zu reduzieren. Den Technologie-Rückstand könnte man dann zum Beispiel durch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen AMD und den Herstellern ausgleichen, die dadurch auch bessere Produkte für andere Kunden anbieten könnten. Die Kostenersparnis geht dann allerdings auf Kosten der Abhängigkeit von AMD von den Auftragsherstellern. Der Erfolg der neuen Prozessoren steht und fällt dann mit deren Entwicklungsgeschwindigkeit.
[rl]




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