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Montag, den 10. September 2007

AMD stellt seinen ersten Vier-Kern-Prozessor offiziell vor

Wie nicht anders erwartet hat AMD auf seinem heutigen Event in Barcelona den ersten Vier-Kern-Opteron Prozessor vorgestellt. Und wie die Gerüchte im Vorfeld bereits prophezeiten, starten die neuen Opterons mit Barcelona tatsächlich erst einmal nur mit Taktraten von 1,7 bis 2,0 GHz - weitere Modelle sollen folgen, doch zu genauen Daten gibt AMD bislang noch nichts bekannt.

Damit deckt AMD erst einmal vorrangig den Einsteigerbereich bei Server-Prozessoren ab. Durch die ebenfalls vorgestellten HE-Modelle, welche mit einer TDP von lediglich 68 Watt genannt werden, bietet AMD mit den neuen Vier-Kern-Opteron zusätzlich noch die Alternative, sehr energiesparende Serversysteme zu bauen. Im Detail hat der Hersteller ab heute offiziell die folgenden Opteron-Modelle ins Angebot mit aufgenommen:

ModellTaktL2-CacheL3-CacheTDPGroßhandelspreis
Opteron 2344 HE1.7 GHz4×512 KByte2 MByte68 Watt209 US-Dollar
Opteron 2346 HE1,8 GHz4×512 KByte2 MByte68 Watt255 US-Dollar
Opteron 2347 HE1,9 GHz4×512 KByte2 MByte68 Watt377 US-Dollar
Opteron 23471,9 GHz4×512 KByte2 MByte95 Watt316 US-Dollar
Opteron 23502,0 GHz4×512 KByte2 MByte95 Watt389 US-Dollar
Opteron 8346 HE1,8 GHz4×512 KByte2 MByte68 Watt698 US-Dollar
Opteron 8347 HE1,9 GHz4×512 KByte2 MByte68 Watt873 US-Dollar
Opteron 83471,9 GHz4×512 KByte2 MByte95 Watt786 US-Dollar
Opteron 83502,0 GHz4×512 KByte2 MByte95 Watt1019 US-Dollar


Die Preisgestaltung für das 8350er Modell mit 2 GHz, vier Kernen, 3 HT-Links und 95 Watt TDP liegt allerdings bei beachtlichen 1019 US-Dollar. Das entspricht in etwa der derzeitigen Preisgestaltung eines Opteron 8222, welcher mit zwei Kernen zu 3 GHz Takt daherkommt. Das derzeit schnellste Vier-Kern-Modell der 2xxx-Serie bietet AMD zu einem Preis von 389 US-Dollar an. In dieser Preisgruppe spielt bislang der Opteron 2218 mit zwei Kernen zu 2,60 GHz.

Prozessoren mit 68 Watt TDP bietet AMD derzeit auch nur bis 1,9 GHz an. An dieser Ecke wird AMD mit Sicherheit in den kommenden Monaten ebenfalls noch arbeiten.

Seitens heise erfährt man, dass das vorhandene Testsystem nur kurz im Hause war und man konnte sich bei dem Vorserienmuster lediglich mit wenigen Benchmarks befassen. Dabei beschränkte man sich auf die SPECCpu-Suite 2006. Auffällig dabei sind die Single-Kern-Auswertungen welche zeigen, dass der neue K10 hier nur knapp besser steht, als ein gleich getakteter Opteron 2212 und man einem Xeon X5365 gar um 50% unterlegen ist. Die Vier-Kern-Auswertungen sehen dann aber schon deutlich besser aus. Zeigt man sich in der integer Leistung dem Xeon mit 3 GHz noch unterlegen, schlägt man diesen dann aber in der floating Leistung deutlich. AMDs Prognosen scheinen sich zu bewahrheiten - ein nativer Vier-Kern-Prozessor dürfte der derzeitigen Intel-Lösung im Server-Bereich in einigen Fällen durchaus überlegen sein.

Anandtech klagte ebenfalls über zu wenig Zeit in seinen Tests, bietet dafür aber ein paar Vergleiche mehr. Dort hat man den Opteron 2350 einem Xeon mit 2,33 GHz gegenüber gestellt. In durchaus einigen Bereichen kann sich der Opteron auf Niveau des Intel Xeon bewegen und diesen auch in einigen Bereichen überbieten - ein Zeichen für die gesteigerte Rechenleistung des K10, bzw. dessen native Vier-Kern-Umsetzung.

Das wirft allerdings eine bislang nicht beantwortete Frage auf: wie werden sich Zwei-Kern-Modelle des K10 gegenüber der derzeitigen Intel-Core-Technologie verhalten? Die oben, im heise-Test auffällige, angesprochene Single-Kern-Leistung zeigt keine deutliche Steigerung gegenüber bisheriger AMD-Rechenleistung. Und wenn der "native" Vorteil wegfällt, was bei Zwei-Kern-Modellen (insbesondere bei kommenden Desktop-Modellen) der Fall sein wird, wie wird die Leistung dann aussehen?

AMD hat heute in ihrer Ankündigung zu den aktuellen Server-Modellen lediglich mitgeteilt, dass der Phenom-Prozessor für das Desktop-Segment im Dezember erscheinen wird. Vermutlich werden wir unsere Frage dann beantworten können.

Interessanterweise hat AMD nun noch die Average CPU Power (ACP) als zusätzliche Angabe mit eingeführt. Diese durchschnittliche CPU-Power ermittelt der Hersteller anhand Messungen unter gewissen Benchmarks im Last-Bereich, welche den Kunden einen fassbaren Wert zum Praxis-nahen Verbrauch liefern sollen. Dennoch will man damit die TDP-Nennung nicht abschaffen. Diese soll weiterhin Entwicklern von Zubehör-Produkten zur Verfügung stehen um entsprechende Produkte auf ein maximales Limit designen zu können.

AMD stellt hier einer TDP von 120 Watt einen ACP-Wert von 105 Watt gegenüber, bei 95 Watt sind es 75 Watt ACP und bei 68 Watt TDP nennt AMD einen Average CPU Power Wert von 55 Watt.
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