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 Intel entfernt sich von OLPC

Notebooks | 04.01.2008, 11:38
Intel hat sich entschieden, das Projekt One Laptop per Child (OLPC) nicht weiter zu unterstützen und sich davon zurückzuziehen. Aus anfänglichen Bestrebungen gemeinsam einen erschwinglichen Laptop für die ärmeren Länder zu entwickeln, um ihnen auch die Möglichkeit zur Teilnahme im Informationszeitalter zu geben, filtern sich nun zunehmend wirtschaftliche Interessen heraus. So wollte OLPC-Initiator Nicholas Negroponte Intel überzeugen, auf den Vertrieb des eigenen Mini-Notebooks Classmate-PC zu verzichten, dass praktisch eine vergleichbare Zielgruppe anspricht.

Im Gegensatz zu OLPC-Projekt sieht Intel es als klaren Vorteil, wenn mehrere Notebook-Anbieter am Markt existieren. Zudem seien zahlreiche Hersteller im Ausland betroffen, die für den Classmate PC zuarbeiten. Konkurrenz drückt aber bekanntlich auch auf den Preis und der ist beim 100-Dollar-Laptop mit fast 200 US-Dollar doch deutlich höher ausgefallen, als ursprünglich angesetzt. Zudem profitiert Intel wohl nur in beschränktem Maße von dem Projekt, da dort AMD-Prozessoren zum Einsatz kommen.

Auch die Chefentwicklerin Mary Lou Jepsen versucht mit einem Spin-Out das besonders gute Display des OLPC auch in anderen Projekten unterzubringen. Im Gegensatz zu bisher üblichen Panels vermag es vergleichbar gute Resultate bei der Darstellung sowohl in besonders heller als auch dunkler Umgebung zu liefern. Sie will aber auch in Zukunft am OLPC-Projekt mitarbeiten und eigene Entwicklungen zum Selbstkostenpreis beisteuern.

Grundsätzlich ist die Frage nach der Konkurrenz für den 100-Dollar-Laptop eigentlich schon beantwortet, wenn man bedenkt dass bereits zahlreiche andere Hersteller wie ASUS oder Belinea in die gleiche Kerbe schlagen und ähnliche Systeme in den Industrieländern anbieten. Gerade hier hat das Projekt OLPC sich eventuell selbst ein Bein gestellt, als man durch die Initative "Zwei Notebooks für eines" auch Kunden in westlichen Ländern ansprechen wollte. Sie sollten zwei Geräte finanzieren, von denen sie eines selbst behalten und das andere an Entwicklungsländer spenden.
[rl]



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