Vor kurzem veröffentlichten sechs Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich einen Forschungsbericht über die Gefahren, die von Googles Informationsmacht ausgehen. Die Wissenschaftler nennen das Problem
"Googlisierung" der Gesellschaft und halten es für notwendig, Google einer Regulierung zu unterwerfen.
So fordert Hermann Maurer, Leiter der Forschungsgruppe, ein Anti-Trust Verfahren von der EU gegen Google. Es sei notwendig, die Monopolstellung die Google als Suchmaschine inne hat, zu zerschlagen. Die Überlegungen der Forschungsgruppe gehen dahin, einzelne Suchmaschinen zu schaffen. Man könnte dann Suchmaschinen für Handwerker, Medizin, Sport und viele weitere Gruppen bilden und damit verhindern, dass ein Unternehmen alle Informationen über jeden Nutzer sammelt. In dem
Interview mit
Technology Review beklagt sich Maurer weiterhin darüber, dass die EU die Chance verpasst hat, mit der norwegischen Suchmaschine "Fast" ein adäquates Gegenstück zu schaffen, da sich die EU diese von Microsoft wegschnappen lies.
Weiterhin kritisieren die Forscher auch den viel zu schwachen Datenschutz in Ländern wie Österreich oder Deutschland. Während sich Polizei und andere Behörden an die bestehenden Datenschutzbestimmungen halten müssen, ist dies für Google nicht zwingend. Zwar sind bisher kaum Fälle, vor allem keine großen Fälle, bekannt, bei denen Google gesammelte Daten weiter gegeben habe. Die Möglichkeit sei aber da, schließlich gibt jeder Nutzer teilweise äußerst private Sachen in die Suchmaschine ein. Wenn nun eine entsprechende Organisation mit viel Geld kommen würde, dann ist nicht sicher, dass der Konzern um Google widerstehen könnte. Dabei würde Google nicht einmal gegen ein Gesetz verstoßen. Google sammelt und archiviert die Daten auf vollkommen legalen Weg. Die Gefahr für Google besteht nur darin, dass die Öffentlichkeit etwas davon erfahren würde, denn dann wäre das Vertrauen zu Google nicht mehr vorhanden.
Ein weiteres Problem sehen die Forscher in der Einflussnahme die Google nehmen könnte. So ist es Google möglich Suchergebnisse so zu manipulieren, so dass Gewisse Meinungen, Bewegungen, politische Rivalen oder Firmen nur am Ende der Ergebnisliste auftauchen. Dem entsprechend könnte man auch Ergebnisse voran stellen, auch wenn sie nicht wirklich zutreffend sind und so dann Einfluss auf die Meinungsbildung nehmen. Auch hier bestehe akute Gefahr des Missbrauchs, wenn eine entsprechend zahlungswillige Gruppierung an Google heran treten würde.
Natürlich gibt es noch andere Suchmaschinen, doch werden diese entweder deutlich schwächer frequentiert, sowie
Yahoo, oder sind noch in der Anfangsphase ihrer Entwicklung, wie
Wikia-Search. Aber fast jeder Internetuser hat schon mal
gegooglet. Allein dass der Name einer Suchmaschine sich zu einem Verb entwickelt hat, welches in der Sprache, gerade der jungen Menschen, schon fest verankert ist, zeigt die klare Vormachtstellung. So ist es auch nicht so sehr verwunderlich das Maurer und seine Kollegen Google in zehn Jahren als einen Machtfaktor sehen, der größer ist als jeder Staat und zudem als einen unannehmbaren Monopolisten.
Autor: Daniel[pg]