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 Microsoft bietet 44,6 Milliarden US-Dollar für Yahoo

Wirtschaft | 01.02.2008, 15:11
Mit einem Übernahmeangebot von 44,6 Milliarden US-Dollar startet der Software-Spezialist Microsoft die Schlacht um die größten Marktanteile im Internet. Das Unternehmen bietet damit einen Aufschlag von rund 50 Prozent zum aktuellen Börsenwert des Suchmaschinenbetreibers. Erste Gerüchte dazu tauchten erstmals im November 2007 auf. Wie Yahoo auf das Angebot reagieren wird, ist derzeit allerdings noch offen.

Strategisch bietet sich für Microsoft durch den Kauf eine wichtige Chance, im Geschäft mit Online-Werbung mit Google gleichziehen zu können. Der Branchenprimus selbst hat weltweit lediglich einen Marktanteil von 10 Prozent und will sich besonders im US-amerikanischen Markt durch Yahoo mit 20 Prozent Marktanteil seine Basis deutlich verbreitern. Geringere Auswirkungen hat der Transfer für den europäischen Kontinent, wo Google einen erheblich größeren Einfluss hat.

Kritisch ist die Situation, wenn man betrachtet, dass Microsoft selbst eine Suchmaschine betreibt, die dann wahrscheinlich auf irgend eine Weise mit Yahoo verflochten werden müsste. Vorteilhaft bleibt allerdings, dass ein wichtiger Konkurrent vom Markt gefegt würde, Microsoft eine deutlich größere Reichweite erzielen könnte und für den Werbemarkt entsprechend attraktiver aufgestellt wäre. In Anbetracht der Marktstärke von Google dürfte zumindest aus Sicht der Kartellbehörden keine Gefahr zu erwarten sein.

Betrachtet man den gebotenen Preis für Yahoo, stellt sich die Frage, ob Microsoft für 44,6 Milliarden nicht zu tief in die Kasse greift. Ungeachtet der Tatsache, dass man mit einem jährlichen Gewinn von 16 Milliarden US-Dollar und 32 Milliarden US-Dollar Eigenkapital finanziell problemlos gerüstet wäre, muss man bedenken, dass Yahoo mit einem jährlichen Gewinn von einer dreiviertel Milliarde US-Dollar diesen Wert selbst bei Abzug des bilanziellen Unternehmenswertes von 11 Milliarden US-Dollar erst in über 40 Jahren einspielen könnte. Geht man von üblichen Größen vom 10- bis 20-fachen des jährlichen Gewinns aus, kann man sich leicht ausrechnen, welche Erwartungen Microsoft an den Kauf stellt.

Einsparungsmaßnahmen, die über die mittlerweile bestätigte Entlassung von rund 1000 Mitarbeitern hinaus gehen, dürften daher nicht nur naheliegend sondern auch notwendig sein. Klar wird damit aber auch, dass sich Microsoft neben dem reinen Geschäft mit Software auch in der Richtung Online-Services besser positionieren will und damit neben seinem stagnierenden Geschäft mit Software ein zusätzliches Standbein aufbaut. Der Kampf Google gegen Microsoft geht damit in eine neue Runde.
[rl]

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