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Celeron goes Willamette

HT4U.net | 22.05.2002, 14:25
Im Bestreben, auch seinen Budget-Prozessoren möglichst hohe Taktraten zu verpassen und zugleich auf den Sockel 478 umzustellen, hat Intel nun den Namen "Celeron" auf den 0,18µ-Willamette-Core des Pentium 4 übertragen und die Hälfte des L2-Caches deaktiviert, sodass der neue Celeron diesbezüglich mit 128 KB auskommen muß. Nach dem Launch in der vergangenen Woche ist der Willamette-Celeron mit Taktraten von 1,7 und 1,8 GHz inzwischen auch im Handel erhältlich - doch ist er eine gute Wahl?

Wohl eher nicht, wenn man sich die Reviews durchliest. Sofern die Software bereits Gebrauch von SSE2 macht, ist alles in Ordnung. Bei den normalen Alltagsanwendungen und den gängigen Spieletiteln muß sich der Willamette-Celeron trotz seiner formal höheren Taktfrequenz jedoch häufig seinem 1,2-GHz-Vorgänger mit Tualatin-Core und dem AMD Duron mit 1,3 GHz geschlagen geben. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, wird hier fündig, wer es gerne englisch mag, auch hier. Durch Overclocking ist natürlich eine deutliche Leistungssteigerung herauszuholen, doch das gilt letztlich für alle Prozessoren. Die geringe Pro-MHz-Leistung hat der Celeron-Willamette zwangsläufig von der zugrundeliegenden Prozessorarchitektur geerbt. Hier spielt der winzige L1-Datencache von 8 KB eine wesentliche Rolle, da sich der halbierte L2-Cache um so mehr negativ auswirkt. Wie wichtig ein großer L2-Cache für das Pentium 4-Design ist, erkennt man an der Leistungssteigerung der Northwood-Prozessoren durch den 512 KB großen L2-Cache. AMDs Duron wird durch seinen vergleichsweise kleinen L2-Cache von 64 KB wiederum nicht sonderlich gehandicapt, da alle Sockel A-Prozessoren über einen 128 KB großen L1-Cache verfügen.

Das Preis-Leistungs-Verhältniss spricht also nicht sehr für Intels Neuen - sowohl ein Duron 1,3 GHz als auch ein Celeron Tualatin 1,2 GHz sind für ca. 30 Euro weniger zu haben! Auch ist es interessant, sich die Leistungsaufnahme anzusehen: Der 1,7 GHz Celeron-Willamette verbrät im Vergleich zu seinem 1,2 GHz-Vorgänger, der dank seines 0,13µ-Herstellungsprozesses sehr sparsam daherkommt, mehr als doppelt soviel Energie und sogar immer noch etwas mehr als ein 1,3 GHz Duron.

Sowohl leistungsmäßig als auch technologisch mutet der Celeron-Willamette also eher wie ein Rückschritt an. Warum hat sich Intel darauf eingelassen? Der einzige Grund ist das von Intel gewollte Verlassen des Sockel 370 und der PC133-SDRAM-Technologie. Das konventionelle SDRAM ist fast tot, die Zukunft gehört eindeutig der DDR-RAM-Technologie. Ein Sockel 370-Prozessor macht mit DDR-RAM bandbreitenbedingt genauso wenig Sinn wie ein Sockel 478-Prozessor mit PC133-SDRAM. Daher mußte Intel einerseits seinen LowCost-Prozessor auf den Sockel 478 umstellen, durfte jedoch andererseits die noch reichlichst am Markt befindlichen Pentium 4-CPUs mit Willamette-Core nicht gefährden. Erst wenn die Northwood-Prozessoren mit 133 MHz FSB und 512 KB L2-Cache das alte Design komplett abgelöst haben, wird es deutlich leistungsfähigere (und dank 0,13µ-Herstellungsprozess auch sparsamere) Celerons geben. Gemäß der aktuellen Intel-Roadmap wird dies etwa zum 1. Quartal 2003 der Fall sein.

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