Nachdem Microsoft am Wochenende ein
Ultimatum an Yahoo gestellt hat, hebt der Suchmaschinen-Betreiber nun hervor, dass man einer Übernahme nicht grundsätzlich entgegen stehe. Vielmehr sei man um das Wohl des Unternehmens und der Aktionäre bedacht. Damit Yahoo einer Übernahme zustimme, müsse Microsoft daher zu allererst das Angebot erhöhen.
Bisher bietet der Software-Riese 31 US-Dollar pro Aktie und damit 60 Prozent über dem entsprechenden Börsenwert. Yahoo hatte diesen Preis allerdings von Anfang an als zu niedrig zurückgewiesen. Beide Unternehmen haben grundsätzlich arg gegensätzliche Preisvorstellungen vom Übernahmewert. Während Microsoft noch drohte, das Angebot möglicherweise aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage zu reduzieren, sieht Yahoo eher steigende Preise, die auch mit der im dritten Quartal eingeführten neuen
Werbeplattform AMP begründet werden.
Fraglich ist, wie weit man die Drohung von Microsoft ernst nehmen kann, das Angebot zu reduzieren. Sollte sich Yahoo beharrlich dagegen stämmen, einer Übernahme zum aktuellen Preis zuzustimmen, dürfte für Microsoft nur eine feindliche Übernahmen über die Börse und über Großinvestoren möglich werden. Ob diese allerdings bereit sind, unter dem aktuellen Gebot zu verkaufen ist fraglich. Hier spielt besonders der Zugzwang von Microsoft eine Rolle, um endlich zu Google aufzuschließen. Man darf gespannt sein.
[rl]