Mit einer Kündigungswelle haben zahlreiche Mobilfunk-Anbieter in den letzten Wochen für Unmut bei der Kundschaft gesorgt.
Medienberichten zufolge haben sogenannter Power-User von Flatrate-Angeboten bei Arcor, Base und zuletzt auch beim Telekom-Ableger Congstar ihre Kündigungen erhalten. Obwohl Gründe nicht angegeben wurden, geht man mehrheitlich davon aus, dass die Unternehmen diese aufgrund des "exzessiven Verhaltens" versandten. Offenbar haben sich die Mobilfunkbetreiber in ihren Preisschlachten um mehr Kunden deutlich verkalkuliert.
Im Allgemeinen basieren die Kalkulationen für derartige Flatrate-Angebote auf einer sogenannten Misch-Kalkulation, die von dem optimistischen Fall ausgeht, dass nicht jeder Nutzer sein internes Kontingent ausschöpft, sodass im Endeffekt die Anwender, die weniger telefonieren diejenigen mit finanzieren, die über den kalkulierten Verbrauch hinaus gehen.
Der Preiskampf legt nun nahe, dass die erwartete Nutzungsdauer aller Kunden deutlich zu gering angesetzt wurde, um überhaupt konkurrenzfähige Preise anbieten zu können. Wahrscheinlich ist dieser Umstand, weil man davon ausgehen kann, dass gerade die "Nicht-Power-User" in der Mehrzahl lieber bei günstigeren Minuten-Preisen oder Inklusiv-Paketen bleiben. Wer jedoch zum Beispiel auch über das Handy mobil im Internet surfen will, freut sich eher über das Angebot.
Dunkel werden sich viele Anwender an ähnliche Vorfälle erinnern, als die ersten Internet-Flatrates für IDSN und DSL angeboten wurden. Auch hier wurde mit häufig nervenden Mitteln versucht, die Anwender daran zu hindern, die beworbene Leistung "unbegrenztes Surfen" im gewünschten Umfang zu nutzen.
Nun muss man sich nur noch fragen, welche Kunden die Telefonanbieter denn suchen, wenn sie Pauschalangebote anbieten? Halten sie den mündigen Verbraucher wirklich für so naiv, dass er teure Pauschaltarife verwendet, ohne sich gewiss zu sein, dass sie sich wirklich rechnen?
[rl]