
Mit dem heutigen Tag stellt Intel mit dem 955X Express Chipset seinen jüngsten Desktopchipsatz und mit dem Pentium Extreme Edition 840 den ersten Dual-Core Prozessor vor. Was den neuen Chipsatz angeht, ist unserer bisherigen
Berichterstattung nach den auf der
CeBIT verfügbaren Informationen eigentlich nichts Neues hinzuzufügen. Die MCH genannte Northbridge baut auf dem bekannten
925XE auf. Veränderungen gab es beim FSB, wo nun die neuen Dual-Core CPUs Anschluss finden, sowie beim Speicherinterface. Intel erhöht den Speichertakt des DDR2-Interface auf 333 MHz bzw. DDR2-667 im DualChannel Modus und kann nun bis zu 8 GB aufnehmen. Als Grafikschnittstelle bleibt es bei einem PCI Express x16-Port. Die neue Southbridge ICH7 bietet nun bis zu sechs PCI Express Lanes, gegenüber vier beim ICH6. Zum Anschluss von Massenspeichern unterstützen die vier Serial-ATA Ports wie beim
nForce4 SLI IE nun den SATA2-Standard für bis zu 3 GBit/s Datenübertragungsrate je Port, auch wenn Festplatten, die diese Bandbreite wirklich benötigen, noch in weiter Ferne liegen. Auch mit der Unterstützung von RAID5 in der ICH7R-Variante zieht Intel wieder mit NVIDIA gleich.
Der neue Prozessor besteht intern aus zwei Prescott Kernen mit je 1MB L2-Cache, die sich den gemeinsamen FSB teilen. Dieser taktet mit 200 MHz, stellt also den bekannten FSB800 dar. Natürlich sind auch EM64T und das Execute Disable Bit der
Pentium 4 6xx-Serie mit an Bord. Die heute vorgestellte Stufe 840 taktet mit 3.2 GHz, die HyperThreading Technologie ist aktiviert, womit im Betriebssystem vier virtuelle Prozessoren zur Verfügung stehen. Die Aktivierung des Merkmals HyperThreading ist ab sofort auch die Unterscheidung zwischen dem teuren Pentium Extreme Edition und dem "gewöhnlichen" Pentium D, bei dem durch fehlendes Hyperthreading nur zwei virtuelle CPUs im Taskmanager auftauchen. Die rund 230 Millionen Transistoren des Pentium Extreme Edition verbrauchen in der gewohnten 90 nm-Fertigungstechnologie rund 206 mm² Fläche. Der Pentium XE 840 wird zu einem Großhandelsstückpreis von 999$, der i955X für 50$ bei 1000er Abnahme ausgeliefert.
Sicher wird dem einen oder anderen verwundert aufgefallen sein, dass Hard Tecs 4U über einen neuen Chipsatz und Prozessor, noch dazu in dieser Größenordnung, nur mit einer Newsmeldung berichtet. Zwischen Hals über Kopf ausgelieferten
Beta-Systemen, kurzfristig angesetzten Launchterminen und erst am Tag der Vorstellung verfügbaren Testmustern war ein Test nach den Maßstäben von Hard Tecs 4U nicht zu realisieren und wir weigern uns eine in ein paar Stunden entstandene oberflächliche Betrachtung als "Hard Tecs 4U Review" zu überschreiben. Diese Art der Produktvorstellung, wie sie leider bei anderen Chipherstellern, gerade für Grafikkarten, schon fast üblich ist, ist für Intel-Verhältnisse mehr als ungewöhnlich. Wir werden uns die Testmuster in den kommenden Tagen mit gewohnter Sorgfalt ansehen und nach Abschluss der Tests einen Artikel veröffentlichen, der dem Ausdruck "Hard Tecs 4U Review" auch gerecht wird.
[tm]