Vor ungefähr drei Wochen setzte Microsoft dem Internetkonzern Yahoo
eine Frist sich zu dem Übernahmeangebot von fast 45 Millionen US-Dollar positiv zu äußern, ansonsten würde die feindliche Übernahme erfolgen. Die Frist ist Gestern ohne eine Reaktion Seitens Yahoo abgelaufen und nun stellt sich die Frage, ob sich die Redmonder wirklich direkt an die Aktionäre wenden werden, um Yahoo doch noch in den Konzern einzugliedern.
Die Manager von Yahoo bezeichneten das Angebot stets als
zu niedrig und setzten im Verlauf der Frist
neue Akzente die dem Preis in die Höhe treiben sollten. Dabei betonte man stets, dass es dem Konzern nur um das Wohl der Aktionäre ginge. Doch erscheint diese Aussage bei einem gebotenen Preis von 31 US-Dollar pro Aktie, welches 60 Prozent über dem damaligen Börsenwert lag, eher fragwürdig.
Aber auch Microsoft stellte im Verlauf der Frist die Übernahme in Frage. So betonte man in Redmond, dass man nicht auf eine Übernahme von Yahoo angewiesen sei und auch interne Stimmen, so
berichtet der Spiegel, haben sich mittlerweile gegen eine Übernahme ausgesprochen. Allerdings würde die Übernahme für Microsoft den zweiten Platz hinter Google im Online-Werbemarkt bedeuten. Google besitzt hier einen Marktanteil von 30 Prozent, während Microsoft nur auf sieben Prozent kommt. Zusammen mit Yahoo würde man zwar immer noch hinter Google bleiben, aber zumindest die Position mit knapp 19 Prozent festigen.
Microsoft hat mit dem Amtsantritt von Steve Balmer verkündet, dass man offensiver auf dem Markt agieren wird, doch ist der Konzern zur Zeit durch vermehrt verhängte Strafen und ständige Klagen stark gebeutelt worden, woran zuletzt auch der Umsatz des Unternehmens leiden musste. Somit ist die Übernahme von Yahoo noch nicht vom Tisch und es bleibt abzuwarten, was in den nächsten Wochen passieren wird.