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 NVIDIA forciert den "Optimalen PC"

Grafik | 29.04.2008, 22:02
Am heutigen Dienstag sammelte NVIDIA die Journallie für einen Workshop zum Thema "Optimaler PC" in München zusammen. Vice President Bernhard Gleißner sprach in seiner Präsentation davon, dass die Zeit reif dafür sei, dass man sich von althergebrachten Denkstrukturen in der Rechnerkonfiguration trenne. Dabei seien neben den Käufern aber in erster Linie auch die Hersteller von Komplettsystemen und die Händler gemeint.

Mit dieser Thematik zielt NVIDIA vor allem auf Intel. Das Unternehmen ist bekanntlich durch seine chipsatzintegrierten Grafiken der größte Hersteller von Grafikchips weltweit. Das Marketing, das Intel für seine Quad-Core Prozessoren als "ideale Speielplattform" positioniert, bezeichnete Gleißner wörtlich als "Brainwash". Gerade in einem Spielerechner ist bekanntlich ein vorhandenes Budget besser in einer höherwertigen Grafikkarte angelegt als in einem Quad-Core Prozessor. Damit seien deutliche Leistungszuwächse möglich.

Doch auch unabhängig von der Spielewelt sei die Wahl einer höherwertigen Grafikkarte einem teureren Prozessor in vielen Situationen vorzuziehen. Während CPUs derzeit vier parallele Rechenwerke zur Verfügung stellen, die von der Software dazu oft schlecht ausgelastet werden, bieten Grafikkarten im Falle NVIDIAs bis zu 128 identische Recheneinheiten, die durch die CUDA-Technologie auch für Aufgaben außerhalb der Grafikwelt genutzt werden können. Hierfür bieten sich v.a. gut parallelisierbare Aufgaben an. Eine der vielfältigen Aufgaben sei im wissenschaflichen Umfeld, wo NVIDIA nach eigenen Angaben auf großes Interesse der Forschergemeinde stößt. Wenn mit der nächsten Generation Berechnungen auch in doppelter Genauigkeit möglich werden, sollen Simulationen auf GPU-Hardware mit deutlichen Zeiteinsparungen auch höchsten Ansprüchen genügen. Daneben soll dies auch im Consumerumfeld genutzt werden können. Als Beispiel nannte NVIDIA das Transcodieren von Videoinhalten, das um einen Faktor 50 bis 100 schneller auf einer Grafikkarte als auf einer CPU ausgeführt werden könne. Insgesamt sieht NVIDIA die Performanceskalierung bei CPUs der bei Grafikkarten deutlich unterlegen.

Durch das Hybrid SLI Feature sollen so auch Nichtspieler eine sinnvolle Verwendung von potenten (und für NVIDIA profitablen) Grafikkarten haben, die keine Energie verbrauchen, so lange sie nicht benötigt werden.

Dass dies der Weg der Zukunft sei, sei auch daran zu erkennen, dass AMD sich durch den Zukauf von ATI im Bereich der Rechenlastverteilung zwischen CPU und GPU zielgerichtet verstärkt habe und Intel verbissen am Larrabee arbeite und sich dabei in NVIDIAs Einschätzung schwer tue. Derzeit versuche der große Mitbewerber noch jede Aufgabe für x86 zurechtzubiegen, auch wenn diese dort keinen Sinn machen.

Die Crux an der Sache ist aber, dass entsprechende Applikationen erst entsprechend dafür angepaßt bzw. umgeschrieben werden müssen, wenn auch CUDA als C++-Implementierung leicht erlernbar sei. Ohne eine einheitliche API, die für jede Grafikhardware, auch von anderen Herstellern, funktioniert, sehen wir NVIDIA hier aber auf einem langen Weg die Programmiergemeinde in nennenswerter Zahl zu überzeugen.

Als Fazit kann man ziehen, dass NVIDIA die Zeit, bis Intel mit Larrabee etwas in welcher Form auch immer konkurrenzfähiges in diesem Bereich hat, nutzen will, um sich mit CUDA sowohl im Forschungs- als auch PC-Umfeld mit Performance bei diversen Berechnungen zu etablieren. Interessant war zu erkennen, dass es im gesamten Verlauf der Präsentation keinen einzigen Seitenhieb auf die AMD/ATI-Konkurrenz gab, sondern deren Kurs sogar lobend erwähnt wurde. Reichlich Giftpfeile flogen dagegen in Richtung Intel, denen NVIDIA sich derzeit überlegen fühlt. Wie die Sache ausgeht, wird die Zukunft zeigen.

[tm]





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