Im Prinzip ist es allen bekannt und trotzdem sieht es noch erschreckender aus, wenn man es mit Zahlen sehen kann. Denn wie stark die Umsätze bei den DRAM-Herstellern fallen zeigen die aktuellen Marktforschungsergebnisse von iSuppli. Diese ergeben, dass der gesamte Umsatz in diesem Marktsektor von 9.748 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2007 auf 5.925 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2008 gefallen ist. Das ist ein Rückgang von ca. 39 Prozent und freut nur noch die Kunden, denn die Preise für Arbeitsspeicher sind günstiger als jemals zuvor.
Das zeigt dieses kleine Rechenbeispiel: Kaufte man Ende November 2007 das 2-GB-Kit DDR2 800 MHz Arbeitsspeicher der Extreme Vitesta Edition von
A-DATA, so musste man ungefähr 55 – 60 Euro bezahlen. Mittlerweile bekommt man dieses Kit bereits für knapp
40 Euro, was einen Verfall des Preises von ca. 33 Prozent bedeutet. Dieses Beispiel lässt sich mit jedem Hersteller durchführen und so ist es kaum verwunderlich dass man bei 2 GB DDR2 Arbeitsspeicher schon mit etwas mehr
als 20 Euro einsteigen kann. Auch bei dem DDR3 Arbeitsspeicher ist dieser Verfall
zu spüren.
Was den Kunden freut, hat schlechte Auswirkung auf die Hersteller. Dies zeigen auch die jüngsten
Berichte von
Qimonda, welche ihren dritten Platz bei den Herstellern hinter Samsung und Hinyx einbüßen mussten. So zogen Elpida, als neuer Dritter, und Micron trotz sinkender Umsätze an Qimonda vorbei. Doch die sinkenden Umsätze zeigen sich bei wirklich allen DRAM-Chips, wie die nachfolgende Tabelle von iSuppli zeigt.
| Hersteller | Umsatz Q1 2007 (in Millionen US-Dollar | Umsatz Q1 2008 (in Millionen US-Dollar) | Marktanteil Q1 2008 (in Prozent) | Verhältnis Q1 07 zu Q1 08 (in Prozent) |
| Samsung | 2503 | 1814 | 30,6 | -28 |
| Hynix | 2182 | 1103 | 18,6 | -49 |
| Elpida | 1171 | 857 | 14,5 | -27 |
| Micron | 880 | 675 | 11,4 | -23 |
| Qimonda | 1283 | 616 | 10,4 | -52 |
| Powerchip | 597 | 255 | 4,3 | -57 |
| Nanya | 500 | 236 | 4 | -53 |
| ProMos | 393 | 168 | 2,8 | -57 |
| Etron | 84 | 74 | 1,2 | -12 |
| Winbond | 45 | 40 | 0,7 | -11 |
| Andere | 110 | 88 | 1,5 | -20 |
| Gesamt | 9748 | 5925 | 100 | -39 |
Und so fordert der Preisverfall weitere Opfer. Denn nun verkündet SMIC, dass man sich aus der Produktion von DRAM-Chips zurück ziehen wird. SMIC erfreut sich insgesamt an steigenden Umsätzen in allen Bereichen, eben bis auf die Produktion von DRAM-Chips. So sind die Umsätze im nicht DRAM-Bereich im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 25 Prozent auf über 318 Millionen US-Dollar gestiegen. Doch auf Grund der fallenden DRAM-Preise fiel der Gesamtumsatz trotzdem um fast 7 Prozent auf etwa 362 Millionen US-Dollar. Dieses Beispiel zeigt deutlich wie schlecht es um den DRAM-Sektor steht und macht die Entscheidung von SMIC verständlich.
Die Marktforschungsergebnisse zeigen deutlich, dass die Grenze der Belastbarkeit für die DRAM-Hersteller schon längst erreicht ist, aber dennoch ziehen die Preise nicht an. Grund könnten Preisgarantien und der Drang überhaupt DRAM-Chips abzusetzen sein. So sind die Hersteller gezwungen trotz Verluste mit den Preisen runter zu gehen, damit man auf dem Markt im Geschäft bleibt. Doch auch Subventionen einzelner Firmen zur Förderung der DDR3-Absätze waren in der letzten Zeit häufig zu hören. Dies würde zur Folge haben, dass nicht subventionierte Firmen auf der Strecke bleiben. Wohin der Preisverfall führen wird, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Vielleicht werden einige Hersteller auf der Strecke bleiben, was dazu führt, dass andere ihre Absätze mitnehmen könnten. Zu hoffen wäre aber, dass sich die Preise langsam einpendeln und etwas anziehen, damit der Verfall nicht noch mehr Arbeitsplätze kostet.