
Seit einiger Zeit ist nun schon inoffiziell die Nachricht über zu knappe Kapazitäten bei Intel in Umlauf. So habe der Halbleiterexperte seine Prioritäten abseits vom volumenträchtigen Entry-Level-Markt bei den teureren Mainstream-Chipsätzen gesetzt und kommt nun bei der Fertigung der Einsteigerchipsätze nicht mehr hinterher.
Das Unternehmen bestätigte nun im Rahmen einer Telefonkonferenz dieses Umstand und gestand weiterhin ein, dass auch die Produktion von Notebook-Chipsätzen vollständig ausgelastet sei. Um die Nachfrage auszugleichen scheint man in Zukunft verstärkt bei der Konkurrenz einkaufen zu wollen &mdash neben SiS sind nun auch Chipsätze von ATI im Gespräch.
Dies hat zur Folge, dass Intel seine Marktanteile nicht in der Form verteidigen und ausbauen konnte, wie man es sich eigentlich vorgenommen hatte. Die Konkurrenz aus Taiwan und Kanada dürfte ihre Gelegenheit der hohen ungedeckten Nachfrage nun beim Schopfe packen und für die nächsten Monate mit deutlich steigenden Absatzzahlen rechnen. Intel selbst rechnet damit, dass diese knappe Liefersituation noch bis ins nächste Jahr hinein reichen werde. Genügend Zeit für andere, sich wichtige Marktanteile zu erobern — sofern sie selbst der unerwarteten Nachfrage gewachsen sind.
Wie weit diese limitierende Fertigung sich auf die Umsätze auswirkt, kann nur schwer gesagt werden, auch wenn sicher ist, dass sie einem erfolgreichen Wachstum im Wege steht. Intel selbst musste seine Umsatzprognosen von bis zu 10,2 Milliarden US-Dollar nun um 200 Millionen US-Dollar reduzieren und erwartet für das dritte Quartal nun Ergebnisse zwischen 9,8 und 10 Milliarden US-Dollar.
[rl]