Von offizieller Seite gab es Informationen über die nächsten beiden Jahre bei AMD in Sachen Server-Roadmap-Planung zu erfahren. Demnach verkündete Randy Allen als Chef für den Server- und Workstation-Bereich grobe Details zur Roadmap bis 2010 und stellte Server-Prozessoren mit 12 Kernen in Aussicht. Damit hat AMD grundsätzlich erste bekannt gewordene Planungen etwas nach hinten geschoben, die bereits für 2008 Prozessoren wie den
Montreal mit acht Kernen
vorgesehen haben. Vielmehr reduziert der Prozessor-Spezialist die Zahl der Kerne auf einem Die auf maximal Sechs und baut auf dieser Basis dann nachfolgende Modelle aus mehreren Chips auf.
Zunächst steht für 2008 allerdings
Barcelona und
Budapest auf dem Plan: zwei Quad-Core-Prozessoren mit 2 MB L3-Cache und DDR2-Speicher-Interface auf Basis der 65-nm-Fertigungstechnik. Im ersten Halbjahr 2009 rückt schließlich
Shanghai nach, der endlich in der kleineren 45-nm-Fertigung hergestellt wird und zusätzlich mit der dreifachen L3-Cache-Größe von 6 MB daher kommt.
| H2 2008 | H1 2009 | H2 2009 | H1 2010 |
| Shanghai 4 Kerne 6 MB L3-Cache DDR2 45 nm | Istanbul 6 Kerne 6 MB L3-Cache DDR2 45 nm | MagnyCours 12 Kerne (6+6) 12 MB L3-Cache DDR3 45 nm |
Budapest 4 Kerne 2 MB L3-Cache DDR2 65 nm | | Suzuka 4 Kerne 6 MB L3-Cache DDR3 45 nm | Sao Paulo 6 Kerne 6 MB L3-Cache DDR3 45 nm |
Neu wird es tatsächlich erst im zweiten Halbjahr 2009 mit
Istanbul. Der Prozessor für den Sockel F1 verfügt erstmals über sechs Kerne und ist mit DDR2-Interface und 6 MB L3-Cache bestückt. Ebenfalls neu ist der im gleichen Zeitraum erwartete
Suzuka, der wie
Shanghai zwar nur über vier Kerne bei gleicher Cache-Größe verfügt, aber dafür erstmals mit einem DDR3-Speicher-Interface ausgestattet wird.
Ab 2010 stehen dann schließlich erstmals Prozessoren mit 12 Kernen auf dem Programm. Der
MagnyCours setzt sich dabei aus zwei
Sao-Paulo-Dice mit je 6 Kernen zusammen und erreicht dadurch eine L3-Cache-Kapazität von 12 MB. Wie
Sao Paulo selbst kommt auch hier wieder DDR3-Speicher zum Tragen. Weiterhin setzt hier AMD erstmals nach Jahren wieder auf einen neuen Sockel mit Bezeichnung G34, zu dem aber zum aktuellen Zeitpunkt noch keine weiteren Details bekannt sind.
In Schweigen hüllt sich AMD leider, wenn es um angestrebte Taktraten geht. Hierzu sind bisher noch keine offiziellen Aussagen vorhanden, sodass man sich in dieser Hinsicht wohl vom Geschick der Ingenieure und der Qualität der Fertigung überraschen lassen muss. In Anbetracht der Tatsache, dass man bisher allerdings nur schwerlich die 3 GHz erreicht hat, dürfte man zumindest für den Anfang auch bei den neuen Prozessoren mit geringeren Taktraten rechnen. Bei
Shanghai versprach man allerdings rund 20 Prozent höhere Performance gegenüber aktuellen CPUs. Ebenso hört man, dass die 12-Kern-CPUs mit deutlich geringerer Frequenz arbeiten sollen als die 6-Kern-Prozessoren — schon allein um die Thermal-Design-Power (TDP) von 130 Watt auch für den
MagnyCours nicht zu überschreiten.
[rl]