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Social-Networks vernetzen sich

Internet | 15.05.2008, 14:06
Nachdem soziale Netzwerke wie MySpace, Facebook oder StudiVZ zu großer Beliebtheit erlangt sind, beginnen die virtuellen Treffpunkte für Freunde und Bekannte nun damit, ihre Daten auch untereinander zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen der OpenSocial-Initiative — losgetreten von Suchmaschinen-Primus Google — beginnen die Plattformen nun, ihre Daten über standardisierte Schnittstellen auch für externe Entwickler bereitzustellen. Im Ergebnis sollen die privaten Informatinen auch auf anderen Seiten eingebunden werden können, die sich primär nicht dem Zweck der sozialen Netzwerke verschrieben haben. Für den Nutzer heißt das, sich noch genauer zu überlegen, welche Daten er überhaupt in diesen Netzwerken preisgibt.

Nützlich dürfte das System insbesondere im Zusammenhang mit Foren oder weiteren spezialisierten Portalen sein. Im Endeffekt ermöglicht OpenSocial es dem Anwender, seine Daten an einer zentralen Stelle abzulegen, und sie auf Wunsch in vielen anderen Internet-Bereichen mit einzubringen. Indirekt gelang dies bereits etwa durch die Gruppen im StudiVZ, in denen sich Nutzer mit ähnlichen Interessen finden konnten. Diese Suche entfiele dann praktisch, weil sich gleich auf der entsprechenden Plattform alle Hinweise auf die sozialen Netzwerke finden lassen.

Nützlich könnte dieser Weg auch in Communities wie etwa großen Foren sein, wo die Anwender dann direkt ihre Social-Network-Daten mit einbringen können. Vorteil wäre, dass es weniger Anonym zugeht und die Plattformen sich immer stärker zu Diskussionsplätzen wandeln, wie man sie auch im realen Leben finden kann.

Das dürfte wohl aber auch gleichzeitig der größte Nachteil des System sein. Es wird immer schwerer für die Netzwerker, die Verbreitung ihrer Daten zu kontrollieren. Tauchen sie erst einmal öffentlich in anderem Kontext auf, können auch immer mehr Fremde darauf zugreifen, die bisher durch platforminterne Mechanismen noch weitestgehend ferngehalten wurden.

Im Endeffekt bedeutet dieser Weg, dass die Nutzer sich einmal mehr überlegen sollten, welche Daten sie tatsächlich preisgeben und ob sie wirklich wollen, dass die ganze Welt sehen kann, was sie zum Beispiel am letzten Party-Abend getrieben haben.
[rl]







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