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 AMD stabilisiert sich durch neue Strukturen — erneut Gerüchte um Trennung der Fertigung

Wirtschaft | 15.05.2008, 15:02
Nach dem regen Manager-Wechsel, setzt AMD nun den bisherigen Chef für den Server-Bereich, Randy Allen, an die Spitze der Prozessor-Entwicklung. Er war seit 24 Jahren für die Server- und Workstation-Sparte des Unternehmens verantwortlich. Unterstützung erfährt er durch Chekib Akrout und Jeff VerHeul. Gleichzeitig tauchen erneut Spekulationen über die Ausgliederung der Fertigung auf, die möglicherweise noch im zweiten Halbjahr der taiwanische Halbleiterspezialist TSMC übernehmen könnte. AMD steht aufgrund der schlechten Geschäftsentwicklung seit langer Zeit extrem unter Druck und arbeitet derzeit fieberhaft an der Optimierung der Unternehmensstrukturen.

Mit Chekib Akrout hat sich AMD in der Tat einen Experten an Bord geholt, der für die Entwicklung von Prozessoren wesentliche Erfahrungen beisteuern kann. Bisher arbeitete er bei Freescale und IBM, wo er für die Entwicklung des Cell-Prozessors verantwortlich war, der in Sony's Playstation 3 zum Einsatz kommt.

Die Gerüchte über die Ausgliederung der Fertigung halten sich beharrlich und sind regelmäßig neu im Gespräch, zuletzt bei der DigiTimes. Besonders, weil AMD die Grafikchips der übernommenen ATI bereits bei TSMC produzieren lässt, besteht durchaus die Möglichkeit, dass der taiwanische Spezialist auch für die Herstellung der Prozessoren in Frage käme. Derzeit unterstützt bereits das chinesische Halbleiterunternehmen Chartered die Fertigung der AMD-Prozessoren.

Die Spekulationen erhärten sich, weil TSMC bereits testweise die Produktion mit der SOI-Technologie durchführt, mit der AMD die CPUs üblicherweise herstellt. Bedenkt man, dass die Fabriken von AMD derzeit nicht ausgelastet sind, erscheint es recht unwahrscheinlich, dass der Prozessor-Experte weitere Unterstützung zum Ausbau seiner Kapazitäten sucht. Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass man bestrebt ist, die laufenden Kosten zu reduzieren, um das selbst gesteckte Ziel der operativen schwarzen Zahlen bis 2009 zu erreichen. Gerade die eigenen Fabriken stellen hier einen großen Kostenfaktor dar, der sich häufig nur rentiert, wenn die Werke auch zu einem hohen Grad ausgelastet sind. Das Geld, was AMD hier in den Unterhalt steckt, könnte theoretisch durchaus besser in der Entwicklung von Prozessoren und Grafikchips angelegt sein.
[rl]

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