Auf der aktuell in San Francisco stattfindenden Halbleiterkonferenz ISSCC gab Intel heute einige Einblicke in die nahe Zukunft. Neben einem forcierten Umstieg auf die 32-nm-Fertigung sprach der Hersteller auch über die kommenden Prozessormodelle für Server, Notebooks und das Desktop-Segment. Zu den Varianten mit integrierter Grafikeinheit sind zudem die ersten Preise durchgesickert.
Auf der ISSCC (International Solid-State Circuits Conference) demonstrierte Intel die ersten lauffähigen Prozessoren, welche in der neuen
32-nm-Technologie gefertigt wurden. Passend dazu gab der Hersteller bekannt, dass man von nun an den Fokus stärker auf diese Fertigung richten wird. In der
Tick-Tock-Strategie des Unternehmens entspricht die Einführung der neuen Fertigung einem Tick, d.h. abgesehen von den kleineren Strukturbreiten bringen die kommenden CPUs nur wenig interne Verbesserungen mit.
Alle Modelle mit der feineren Fertigung laufen unter dem Namen Westmere und werden nach und nach in allen Markt-Segmenten Einzug halten. Dazu zählen insbesondere die ersten Prozessoren, welche eine integrierte Grafikeinheit besitzen. Ursprünglich wollte Intel diese bereits in der 45-nm-Fertigung herstellen, hat diese Pläne wie heute morgen
berichtet nun jedoch verworfen. Der Hauptgrund dafür dürften wohl die niedrigere Leistungsaufnahme und Wärmeentwicklung gewesen sein.
| Segment | Nehalem (45nm) | Kerne | Threads | Westmere (32nm) | Kerne | Threaads |
| Desktop | HighEnd | Bloomfield | 4 | 8 | Gulftown | 6 | 12 |
| Mainstream | Lynnfield | 4 | 8 | Clarkdale inkl. iGPU | 2 | 4 |
| Notebook | | Clarksfield | 4 | 8 | Arrandale inkl. iGPU | 2 | 4 |
| Server | Hochleistung | Nehalem-EX | 8 | 16 | zukünftige Westmere-CPU | | |
| Performance | Nehalem-EP | 4 | 8 | zukünftige Westmere-CPU | | |
| Einsteiger | Lynnfield | 4 | 8 | Clarkdale inkl. iGPU | 2 | 4 |
Ende diesen Jahres wird Intel dennoch die Nehalem-Architektur erst einmal noch in der 45-nm-Fertigung für das Mainstream-Segment und Notebooks auf den Markt bringen. Der Lynnfield (Desktop) und der Clarksfield (Mobil) können dabei beide mit vier physikalischen Kernen, einem gemeinsamem L3-Cache und Hyperthreading aufwarten. Die Mobil-Varianten dürften allerdings mit einer Thermal Design Power (TDP) von unter 50 Watt deutlich sparsamer, allerdings auch deutlich langsamer als ihre Desktop-Pendants sein.
2010 steht dann die große Umstellung auf die 32-nm-Fertigung an. Mit Hilfe deren Vorteile sollen die aktuellen HighEnd-Modelle mit vier Kernen ihre Nachfolger in der ersten Sechskernprozessoren finden. Da diese ebenfalls Hyperthreading unterstützen sollen, ist es dann möglich bis zu 12 Threads parallel abzuarbeiten. Ob dies allerdings für das Desktop-Segment wirklich Sinn macht, muss aktuell angezweifelt werden.
Ebenfalls 2010 stehen dann die ersten Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit (IGPU) an. Die IGPU soll allerdings erst einmal noch in einer 45-nm-Techologie gefertigt werden. Solche "Kombi"-Prozessoren möchte Intel sowohl im Desktop- und Serversegment (Clarkdale) als auch in Notebooks (Arrandale) einsetzen. Wie
Fudzilla zu berichten weiß, sollen dabei die billigsten Clarkdale-CPUs bereits für 84 US-Dollar über den Ladentisch gehen. Das schnellste Modell kostet demnach 133 US-Dollar. Damit sortieren sich die Clarkdale-Prozessoren in das Value-Segment ein und lösen die Pentium E und billigeren Core 2 Duos ab.
Außerdem gab Intel auf der ISSCC weitere Details zu ihrem ersten Octa-Core mit dem Codenamen
Beckton bekannt. Wie
PC-Watch berichtet, kommt der Achtkern-Prozessor mit einer Kernspannung von lediglich 1,1 Volt aus und erreicht damit eine TDP von 130 Watt. Die Taktraten dürften somit allerdings auch nicht sehr hoch ausfallen, sehr wahrscheinlich liegen sie deutlich unter 2,5 GHz.
Weiterhin bringt der Prozessor einige sehr interessante Details zur Fehlerkorrektur mit. So kann der Cache Fehler mit einer Länge von 3 Bit erkennen und beheben, der Datenbereich ist redundant ausgelegt und sollten im Cache oder in einem CPU-Kern Mängel auftreten, so können diese Bereich deaktiviert werden um die CPU weiterhin betriebsbereit zu halten. Bisher konnte lediglich IBMs SystemZ mit solchen Funktionen aufwarten.
Damit Intel auch in den nächsten Jahren trotz der aktuellen Wirtschaftskrise gut aufgestellt ist, plant das Unternehmen zusätzlich zu den hier aufgelisteten Prozessoren Investitionen in der Höhe von 7 Milliarden US-Dollar zu tätigen. Mit diesen Mitteln möchte der Konzern Entwicklungs- und Fertigungsstellen in den USA in den nächsten zwei Jahren ausbauen.
[fo]