AMD demonstrierte nun erstmals die neuen Opteron-Prozessoren mit Codename
Istanbul und sechs Kernen. Das Unternehmen stellte die neue Generation der Server-Prozessoren einem aktuellen Opteron
Shanghai gegenüber, der über vier Kerne verfügt und ließ damit erste Rückschlüsse auf die neuen 45-nm-CPUs zu.
Istanbul wird wie Shanghai in 45 Nanometern hergestellt und verfügt über ein DDR2-Speicher-Interface. Damit ist die CPU abwärtskompatibel und kann auch relativ leicht in aktuellen Systemen eingesetzt werden, sofern die Hersteller für das BIOS ein entsprechendes Update anieten. Erwartet wird Istanbul im
zweiten Halbjahr diesen Jahres.
Effiziente Kommunikation bringt mehr Performance
Für den Praxis-Eindruck bediente sich AMD neben einem Taskmanager-Einblick auf ein Server-System mit vier Opterons und damit 24 physischen Prozessoren auch einem Stream-Benchmark. Er skaliert vergleichsweise gut mit der verfügbaren Bandbreite und bietet sich damit für die Demonstration der Istanbul-Vorteile an. Wie
Tech-Report berichtet, erreichten technische bis auf die CPU gleiche Systeme einen Leistungsunterschied von rund 68 Prozent - 25.000 MB/s gegenüber 42.000 MB/s.
Während das Shanghai-System jedoch mit insgesamt 16 Kernen arbeitete, konnte Istanbul allerdings auf 24 Kerne zurückgreifen, was einem theoretischen Vorteil von 50 Prozent entspricht. Während üblicherweise aber die Zahl der Kerne sich nur in geringerer Stärke auf die Leistung auswirkt, konnte AMD mit dem Istanbul-System sogar einen überproportionalen Leistungszuwachs vorweisen.
AMD begründet diesen Unterschied mit einem verbesserten HyperTransport-Protokoll, das per "HT assist" die Kommunikation zwischen den einzelnen Kernen optimiert. Der sogenannte "probe filter" oder "snoop filter" reduziert den überflüssigen Datenverkehr, der bisher zur Abstimmung zwischen den einzelnen Cores angefallen war, weil jegliche Kommandos an alle Recheneinheiten gesendet wurden. Mit HT assist lassen sich nun viele Befehle direkt an ausgewählte Empfänger übermitteln, was Bandbreite auf dem HyperTransport-Bus spart und sich damit besonders bei zunehmender CPU-Anzahl deutlich auf die Gesamtbandbreite auswirkt.
HT assist soll lediglich den Istanbul-Prozessoren vorbehalten bleiben. AMD erhofft sich allerdings durch die gegebene Kompatibilität, dass viele System-Hersteller auf die neuen Opteron-CPUs umsteigen und damit die schnelle Verbreitung fördern.
[rl]