Die diesjährige Computex strebt langsam ihrem Ende entgegen und Intel nutzte die Messe, um die Medien und Kunden ein weiteres Mal auf die sich langsam am Horizont abzeichnende Nehalem-Architektur einzuschwören. Dem Vernehmen nach sind inzwischen erste Samples bei den Hardwarepartnern eingegangen, für die damit die Zeit der Entwicklung passender Mainboards begann. Einer dieser Hardwarepartner ermöglichte es den Kollegen von
Anandtech erste Benchmarks auf einem Nehalem-Prozessor zu machen - mit überraschenden Ergebnissen.
Für die Tests standen zwei mehr oder weniger stabile Nehalem-Systeme mit 2,66 GHz Takt auf Vorserien X58-Mainboards zur Verfügung. Der Quad-Core Nehalem meldet sich aufgrund der Multithreading Technik mit acht virtuellen Kernen im Gerätemanager. Der Prozessortakt wird auf Basis eines 133 MHz Referenztakts berechnet - ähnlich AMDs K8/K10-Architektur, da der Nehalem bekanntlich ja aufgrund des integrierten Speichercontrollers keinen Front Side Bus im klassischen Sinne mehr kennt. Für die Nehalems mit drei DDR3-Speicherkanäle scheint sich der LGA 1366 Sockel zu bestätigen.
Für die
Performancevergleiche zog
Anandtech einen ebenfalls mit 2,66 GHz getakteten Penryn Quad-Core in Form des Core 2 Quad Q9450 hinzu. Hier kann sich der Nehalem in den angegebenen Grafiken stellenweise überdeutlich absetzen und laut nicht näher spezifizierten Messungen sogar punktuell bis auf 20 % an ein Skulltrail-System mit zwei 3,2 GHz Quad Cores herankommen. Im Valve Map Compilation Benchmark benötigte Nehalem gar nur 40 % der Zeit verglichen mit dem Q9450.
Quelle: Anandtech.com
Im Multimediabereich kann sich Nehalem unter DivX 6.8 trotz der Beschränkung auf 4 Threads noch 27% Vorsprung erarbeiten.
Quelle: Anandtech.com
Im klassischen Cinebench R10 bleiben noch 20 % Mehrleistung, selbst bei nur einem Thread noch gute 2% Takt-für-Takt. Auch bei der Leistungsaufnahme bleibt der Nehalem hinter Penryn zurück, zumindest erwecken die Messungen des Gesamtsystems mit unterschiedlichen Plattformen bei
Anandtech diesen Eindruck.
Auch wenn bis zur finalen Vorstellung im vierten Quartal noch einiges passieren kann, so wecken die gezeigten Ergebnisse durchaus hohe Erwartungen. Intel hat, diesen Eindruck erwecken die gezeigten Daten, wieder einmal signifikante Fortschritte im Design gemacht. Erstaunlich ist dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass der Wettbewerb eigentlich keine Eile beim Erreichen neuer Performancerekorde erfordern würde. AMDs Phenoms sind schon gegen Penryn nicht konkurrenzfähig und die nächsten großen Architekturänderungen sind bei AMD gar erst
2010 zu erwarten.
[tm]