AMD verkauft auf Basis der Phenom-Prozessoren aktuell Zwei-Kern- und Drei-Kern-Modelle und jeder weiß, dass es sich dabei schlicht um Prozessoren mit deaktivierten Kernen handelt. Vor einigen Monaten tauchten plötzlich erste Gerüchte auf, welche sich dann
bewahrheiteten, dass man - je nach Motherboard und CPU - die deaktivierten Einheiten solcher Prozessoren wieder aktivieren kann, sofern das entsprechende Mainboard-BIOS hier mitspielt. AMD scheint nun einen Riegel hier vorschieben zu wollen und Gigabyte findet den Umstand mehr als "it's not a Bug, it's a feature" und will den Tweak offenbar weitervermarkten.
Offizielles Statement von AMD bislang lautet, dass man eben in Modellen mit Teildefekten gewisse Einheiten deaktiviert. Es kann selbstverständlich hier weder im Interesse von AMD, noch im Interesse von Computeranwendern liegen, dass defekte CPU-Kerne oder Cache-Partien wieder reanimiert werden und eine potentielle Fehlerquelle darstellen, welche einerseits zu Datenkorruption führen können, andererseits zu einem negativen Image für AMD, was Systemstabilität betrifft.
Nun ist dies die eine Seite der Wahrheit und die andere Seite, gerne von manchen Enthusiasten vertreten, lautet darauf, dass AMD aktuell nicht defekte Einheiten deaktiviert und damit ist natürlich so mancher daran interessiert - die Neugier ist manches Mal eben kaum zu stillen - dies doch für sich selbst in der Praxis auszutesten. Und an dieser Stelle kommen die CPU-Tweaks, welche erst einmal ungewollt seitens mancher BIOS-Ingenieure in den Firmwares von einigen Hauptplatinen hinterlegt wurden, zum Tragen um die riesige Neugier zu befriedigen. Natürlich - auch wir waren als Tester neugierig, doch auf drei verschiedenen, aktuellen Boards von ASUS, Gigabyte und MSI gelang es mit unseren CPU-Mustern nicht.
Hatte AMD uns anfänglich mitgeteilt, dass man im eigenen Hause und in den Labs das geschilderte erst einmal gegenprüfen möchte, erreichen inzwischen Nachrichten den Markt, dass AMD diesem Tweaking einen Riegel vorschieben möchte. Und dieser Riegel scheint im Microprocessor-Code-Update zu liegen, welches über BIOS-Updates für die verschiedenen Mainboards von Zeit zu Zeit eingepflegt wird.
Angeblich will Gigabyte mit einem Trick das Ganze umgehen, basierend auf ihren Platinen mit zwei vorhandenen BIOS-Chips. So soll - technisch wollen wir das jetzt erst einmal nicht hinterfragen - das neue BIOS-Update zwar in den ersten Chip eingeflasht werden, das zweite BIOS grundsätzlich als Backup zur verfügung stehen und dennoch soll im zweiten Chip Platz behalten werden, für den alten CPU-Microcode. Das System, welches nach dem Flash dann bootet, soll prinzipiell mit den jüngsten Informationen arbeiten, jedoch auch weiterhin die Tweak-Möglichkeiten des alten Codes verwenden. Das Ganze hört sich an der Stelle erst einmal abenteuerlich an und könnte mitunter den eigentlichen Vorteil der beiden BIOS-Chips ad absurdum führen. Es bleibt also abzuwarten, ob sich dies alles so bewahrheitet. Sollte das der Fall sein, werden wir uns dann noch einmal im Detail mit der gesamten Problematik auseinander setzen.
[pg]