Nachrichten

Geldverdienen mit Youtube? Rätselraten um die Kosten

Internet | 20.06.2009, 17:32
Allgemein ist das Videoportal Youtube eher als Kostentreiber denn als Goldgrube bekannt. Zwar verdient Betreiber Google mit Werbeeinnahmen durch seine Suchmaschine sehr gut, doch hüllt sich das Unternehmen in Schweigen, wie es um die Profitabilität der Einzelprojekte bestellt ist. Hier bietet sich Raum für Spekulationen und Theorien: Kann man mit Youtube Geld verdienen oder nicht?

Analysen der Credit Suisse gingen von Infrastrukturkosten in Höhe von 711 Millionen US-Dollar für das aktuelle Jahr aus, was nach allen Einnahmen einen Verlust von 470 Millionen US-Dollar zur Folge hätte. Analysen von RampRate kalkulieren die Kosten deutlich geringer, was mit Sparfaktoren wie individuellen Preisverhandlungen und Mengenrabatten begründet wird. Demnach ergeben sich nur noch Kosten von 415 Millionen US-Dollar. Schätzungen der New York Times über Einnahmen von bis zu 500 Millionen Dollar ermöglichten sogar einen Gewinn für das Portal.

Der Nebel rund ums Geld


Dass Google sich über die Einzelergebnisse der Geschäftsbereiche bedeckt hält, dürfte vielfältige Gründe haben. Das Unternehmen schaffte es die vergangenen Jahre stets mit hohen Gewinnen in die Schlagzeilen und weckt damit natürlich auch Begehrlichkeiten von Wettbewerbern. Es ist daher für den Branchenprimus durchaus von Vorteil, wenn wichtige Geschäftszweige, die langfristig zweifelsfrei an Bedeutung gewinnen dürften, allgemein als teure Verlustbringer eingestuft werden – es lockt weniger Konkurrenz auf den Markt.

Wie hoch die Einnahmen nun tatsächlich sind, steht auf einem ganz anderen Blatt. "Wir wissen über unsere Kostenposition Bescheid – sonst aber niemand", heißt es zum Beispiel von Google-CFO Patrick Pichette gegenüber Pressetext. Tatsächlich ist es für Google wohl derzeit eher zweitrangig, welche Geschäftsfelder nun Gewinne abwerfen und welche nicht. Wichtig ist, dass insgesamt die Einnahmen des Konzerns die Ausgaben übersteigen.

Insgesamt wird der Markt mit Internet-Angeboten nach der Dotcom-Blase immer noch weitgehend gemieden. Die meisten Geschäftsmodelle basieren auf Werbeeinnahmen, weil nur wenige Nutzer tatsächlich bereit sind, für die Nutzung Geld zu bezahlen. Um so spannender ist es, einem der innovativsten Unternehmen der Branche auf die Finger zu schauen, wie es seine Abhängigkeit von Werbeeinnahmen reduziert und alternative Einnahmequellen generiert. Der Schritt, professionelle Inhalte wie Trailer, Filme oder Fernsehsendungen bei Youtube anzubieten, ist da sicherlich erst der Anfang.
[rl]







Stichworte zur Meldung: Google Youtube Wirtschaftlichkeit