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NVIDIAs Chipsatz-Schmiede lebt - Angeblich zwei neue Modelle für Intel-CPUs in Planung [Update]

Mainboards | 14.08.2009, 13:16
Um die Chipsätze von NVIDIA für Desktop-Rechner ist es in der Vergangenheit ziemlich ruhig geworden, was vor allem an den starken Positionen von AMD und Intel liegt. Dennoch trauern viele den Chipsätzen hinterher, besonders den Modellen mit integrierter Grafikeinheit. Wie es nun aussieht, hat das Unternehmen die Entwicklung jedoch noch nicht eingestellt, sondern arbeitet aktuell fleißig an zwei neuen Modellen für Intel-Platinen. Eines davon soll sogar für die kommenden Lynnfield-Prozessoren geeignet sein.

Dies berichten zumindest die in aller Regel sehr gut informierten Kollegen von HKEPC. Demnach arbeiten die Ingenieure bei NVIDIA gerade an einem MCP89 und einem MCP99 genannten Single-Chip-Chipsatz. Während der Erstgenannte sich an Sockel-775-Mainboards richtet, zielt das zweite Modell auf den Sockel LGA1156 und damit auf die kommenden Lynnfield-Prozessoren. Beide Ableger sollen noch im ersten Quartal 2010 in Produktion gehen und dürften somit auf der CeBIT im nächsten Jahr zu sehen sein.

Dies ist erst einmal recht erstaunlich, denn bis heute sind die Streitigkeiten zwischen NVIDIA und Intel über diverse Lizenzfragen im Zusammenhang mit den Prozessoren, die einen integrierten Speichercontroller besitzen, nicht offiziell geklärt. Möglicherweise lenkt der Chip-Gigant nun jedoch ein, nachdem NVIDIA den Mainboard-Herstellern die SLI-Lizenzierung ermöglicht.

Der MCP89-Chipsatz unterstützt gemäß HKEPC alle Sockel-775-Prozessoren mit einem Frontsidebus (FSB) von bis zu 1333 MHz und bringt einen integrierten Speichercontroller für DDR3-1333 mit. Ob auch eine Unterstützung für DDR2-RAM vorgesehen ist, ist aktuell nicht bekannt. Ebenfalls mit dabei ist ein integrierter DirectX-10-Grafikkern, welcher den klangvollen Namen GeForce 200M besitzt. Damit ist zu erwarten, dass die iGPU mindestens die Leistung des ION-Chipsatzes mit seiner integrierten GeForce 9400 erbringt und somit alle aktuellen Intel-Lösungen abhängt.

Auch der MCP99 soll über eine integrierte Grafikeinheit verfügen, was ihn somit zum einzigen Chipsatz für den Sockel 1156 machen würde, der eine iGPU besitzt. Um was für einen Pixelbeschleuniger es sich dabei handeln soll, verrät HKEPC allerdings nicht.

Genauere Details über den Funktionsumfang der beiden Chipsätze sind bisher nicht bekannt, was allerdings angesichts des frühen Stadiums auch nicht weiter erstaunlich ist. Schlussendlich muss man sowieso den Ausgang der Streitigkeiten zwischen Intel und NVIDIA abwarten, denn erst dann dürfte klar werden, was an den Informationen dran ist und was nicht.

Update: 16.08.2009, 09:47


Wie die Digitimes nun berichtet, handelt es sich bei den vorgenannten Modellen wohl um Notebook-Chipsätze. Ob diese auch im Desktop-Segment zum Einsatz kommen, ist somit unklarer denn je. Gemäß der Digitimes kommt zudem auch eine Abwandlung des MCP89 für AMD-Prozessoren auf den Markt, welche dann MCP85 heißen soll.
[fo]







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