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John Carmack hält PhysX für eine schlechte Idee

Grafik | 24.08.2009, 17:12
Auf der Quakecon 2009 stellte sich John Carmack, Technical Director von id Software, Fragen der Anwesenden. Auf die spezielle Frage wie er zu dem Thema Hardware-PhysX stünde, bezeichnete er dies als "really bad idea" – eine wirklich schlechte Idee also.

Ob dies letzten Endes bedeutet, dass id Software keine Titel mit PhysX-Support in den Markt bringen wird, darf man wohl in diese Aussage erst einmal hinein interpretieren – zumindest aktuell. Carmack glaubt an noch genügend Ressourcen in aktuellen Systemen und meinte abschließend süffisant, dass er nicht hoffe, dass NVIDIA zuviel Geld bei der Aquise gezahlt habe – eine Anspielung auf die Ageia-Übernahme seitens NVIDIA 2008.

Die entsprechende Passage des Interviews ist in einem Youtube-Video festgehalten:



Dass NVIDIAs PhysX, bei entsprechendem Spiel-Support, durchaus in der Lage ist die Optik eines Spiels deutlich zu steigern, haben wir in einem Artikel aufzeigen können und die Zahl der Spiele, welche zumindest teils PhysX-Effekte umsetzen wächst stetig, wie auch die Ankündigungen um kommende Titel. Allerdings spricht diese NVIDIA-Liste eben auch nur die halbe Wahrheit, denn die überwiegende Anzahl dieser Titel nutzt Software-PhysX, welche an die CPU übergeben werden und nicht durch die GPU oder eine separate PhysX-Karte berechnet werden.

Die aktuelle Zahl der Titel, welche Hardware-PhysX nutzt ist bedeutend kürzer – wir sprechen von etwas mehr als 20 Titel – was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass sich diese PhysX-Implementierungen deutlich schwerer umsetzen lassen, als die Aufhübschung gewisser Szenen in den Spielen durch Software-PhysX. Und vermutlich ist es genau dies, was John Carmack mit seinen Ausführungen meinte.
[pg]







Stichworte zur Meldung: Physx John Carmack Software Nvidia
 
10 Kommentare

Re: [News] John Carmack hält PhysX für eine schlechte Idee

Gast
(vom 24.08.2009 um 18:12)
Wundert mich nicht, zählt Carmack doch zu den wenigen Leuten, die es schaffen auch komplexe Engines möglichst flexibel und so hardwarenah zu progammieren, daß selbst die momentan teuerste Hardware bis ins Schleudern skaliert werden kann. Der benötigt diese Baukasten-Systeme nicht im Gegensatz zu den Konsolen-Proggern, die immer die gleiche Hardware haben, oder den ganzen EA-Spieleschmieden, die Quadcores für Mehrfach-Pentium3 halten und komplett an modernen Optimierungscodes vorbei programmieren. Ja, von dem könnten alle etwas lernen, egal ob Hardwarehersteller, Spieleprogrammierer oder die Softwaredistribution. Der Mann ist einfach eine Koryphäe, der manchmal etwas gnadenlos über die halbherzige Arbeit anderer urteilt.

Re: [News] John Carmack hält PhysX für eine schlechte Idee

Gast
(vom 24.08.2009 um 18:54)
Solang sein nächstes Spiel nicht wieder eine so miese Grafikumsetzung hat wie D3 ist mir das eigentlich sehr egal, was er von Techniken hält und welche er verwendet.

Re: [News] John Carmack hält PhysX für eine schlechte Idee

Robert
(vom 24.08.2009 um 19:40)

Doom3? Das war doch seinerzeit nicht allzu schlecht?

Re: [News] John Carmack hält PhysX für eine schlechte Idee

Michael
(vom 25.08.2009 um 00:24)

Doom3 war Anno 2003, ja selbst 2004, noch das Spiel der Top-Grafik schlechthin.

Ich finde es schade, dass Carmack seine Meinung nicht wirklich argumentiert hat. Im übrigen glaube ich auch, dass der Fragesteller sich nicht explizit auf PhysX beziehen wollte sondern Physikberechnung in Spielen auf Hardwareebene meinte. Ich persönlich bin der Meinung, dass in Zeiten wo Quadcores für etwas über 100? zu bekommen sind zusätzliche Hardware zur Physikberechnung unnötig ist, während sich mind. 2 von vier Kernen langweilen.

Re: [News] John Carmack hält PhysX für eine schlechte Idee

Gast
(vom 25.08.2009 um 01:25)
Ich bemängle weniger, dass D3 schlecht aussähe, ich bin zu der Zeit eher von dem Verhältnis zwischen FPS zu Details und Auflösung enttäuscht gewesen - dazu hats ne Mordsmaschine gebraucht (und den Parallax Mapping Mod), ansonsten war D3 kein schöner Anblick, meine Radeon 8500 hat zu der Zeit nicht für Spass gesorgt :(. Seine Superdisziplin Schattendarstellung hatte auch nur die Silberkrone verdient, Gold geht eindeutig an Riddick: Escape from Butchers Bay, auch auf der XBox.
HL2 im Gegensatz sah zwar nicht zwangsweise besser aus, und da will ich auch keinen Streit (erneut) losbrechen, hatte aber deutlich bessere FPS bei höheren Grafikeinstellungen geliefert - das sorgt dann für Spass.
Das ist das, was ich mit Grafikumsetzung meinte, als sehr gutes Beispiel hab ich da noch Serious Sam The 2nd Encounter in Erinnerung:
wirklich riesige Sichtweite, super implementierte NPatches, sehr gute Texturen.

Carmack ansich ist ein echter Künstler und mit Sicherheit einer der Besten seines Fachs, Fehler macht aber auch er ;)