Seagate
liefert in Zukunft viele Festplatten standardmäßig mit aktivierter Verschlüsselungstechnik aus. Dadurch sollen Daten gar nicht mehr in Klartext auf die Magnetscheiben geschrieben werden. Der Controller übernimmt direkt die Verschlüsselung bevor er die Daten schreibt. Bis auf die Eingabe eines Passworts ist der Vorgang für den Nutzer transparent.
Zunächst richtet man sich mit diesem Schritt allerdings an
professionelle Nutzer. Die Festplattenserien Cheetah, Constellation und Savvio fallen zuerst unter die Änderung. Auf diese Weise erhofft man sich eine höhere Aufmerksamkeit von Unternehmen, die regelmäßig mit kritischen Daten umgehen – etwa aus der Gesundheits oder Finanzbranche.
Technisch setzt Seagate auf 128-Bit-AES-Verschlüsselung, die von der NSA zertifiziert wurde – also für sicherheitskritische Einsätze der Regierung akzeptiert wurde. Da die Daten stets verschlüsselt abgelegt werden, erscheinen für sie nicht authentifizierte Nutzer als "Byte-Salat", der sich nicht mehr entziffern lässt. Auswirkungen auf die Performance sollte der Vergang nicht haben, da die Codierung in Echtzeit durch den Controller vorgenommen wird.
Nicht vergessen darf man an dieser Stelle aber, dass die Daten auf diese Weise zwar physikalisch geschützt sind, im Betrieb aber weiterhin durch sicherheitskritische Anwendungen wie Viren oder Trojaner gefährdet sind. Auch Mitarbeiter, die während des Betriebs zugriff haben, sind öfters ein Schwachpunkt. Positiv dürfte sich die Verschlüsselung vor allem bei Firmen-Notebooks auswirken. Wenn sie nicht gerade im eingeschalteten Zustand vergessen oder geklaut werden, kann der Dieb mit den Daten ohne das Passwort nichts mehr anfangen und hält nur noch die reine Hardware in den Händen. Skandale mit dem Verlust tausender Kundendaten dürften sich so weitgehend vermeiden lassen.
Auch für Privatanwender macht eine verschlüsselte Festplatte Sinn, wenn zum Beispiel das Notebook mit den persönlichen Kontoinformationen oder den letzten Urlaubsfotos gestohlen wird. Sie können sich aber einfacher schützen, wenn diese Daten extern auf einem verschlüsselten USB-Stick abgelegt werden. Kritischer Faktor sind für Privatanwender jedoch häufiger Schadsoftware und Sicherheitslücken in kommerzieller Software oder dem Betriebssystem.
[rl]