Eigentlich hat man ja geglaubt, dass die
Verhandlungen gescheitert sind. Spätestens als Microsoft sich nach anderen Partnern
umsah und Yahoo bei Google
landete. Doch scheinbar soll die Geschichte mit neuen Protagonisten wieder belebt werden. Der größte Verlierer könnte dabei der derzeitige Yahoo-Chef Jerry Yang sein.
Auslöser ist der Groß-Aktionär Paul Icahn der sich schon vor einiger Zeit bei Yahoo
einkaufte. Ihm geht auch der Ruf voraus, dass er sich häufiger in
kleinere Firmen einkauft und dann dafür sorgt, dass diese in der nächsten Zeit übernommen werden. Jetzt hat Icahn für neuen Gesprächsstoff gesorgt in dem er in einem
offenen Brief vor allem gegen den Yahoo-Gründer und -Chef Yang wetterte. Dieser habe laut Icahn durch sein schlechtes Management Yahoo deutlich hinter Google gebracht und als Chef versagt. Das Ziel des Investors ist klar. Er will Jerry Yang bei der Hauptversammlung Anfang August abzusetzen und den Verwaltungsrat vorrangig durch seine Geschäftspartner zu ersetzen. Zudem erklärte Icahn, dass er bereits mit den Redmondern über eine gemeinsame Zukunft geredet habe, der Konzern aber nicht bereit sei mit dem alten Vorstand erneute Gespräche auf zu nehmen.
Dabei stellt Steve Ballmer alles von der Suchmaschine bis zur kompletten Übernahme in Aussicht und macht somit den Aktionären großen Mut. Diese waren von der Versagung der Übernahme vorwiegend enttäuscht, da das Angebot mit 33 US-Dollar pro Aktie doch recht gut war. Gegen die Unzufriedenheit nützen Jerry Yang auch die jüngsten Erfolge bei der Zusammenarbeit mit Google nicht wirklich viel, wie auch der Aktienkurs zeigt.
So ist es kaum verwunderlich das Yang wieder Verhandlungsbereitschaft signalisiert. So heißt es in der
offiziellen Stellungnahme von Yahoo, dass die Redmonder bei Interesse ein entsprechendes Angebot vorlegen sollen. Ferner werden die Gespräche zwischen Icahn und Ballmer kritisiert. Nach Ansicht des Vorstands von Yahoo, wollen die beiden den Verkauf des Suchmaschinengeschäfts um jeden Preis erzwingen, dies notfalls auch zu Lasten der Aktionäre.
Ob diese Stellungnahme den wackelnden Stuhl von Yang wirklich zu neuem Halt verhelfen mag bleibt fraglich. Denn die Unzufriedenheit der Aktionäre ist groß und der Druck von Außen auch. Aber auch Microsoft kann sich noch lange nicht als Sieger feiern, denn Jerry Yang beweist äußerste Standfestigkeit. So verspricht die Geschichte über die Verhandlungen zwischen Yahoo und Microsoft uns noch einige Zeit zu beschäftigen.